Wie erschaffe ich Lebendigkeit in meinen Beziehungen?


Lebenigkeit in Beziehungen – Nähe, Verbundenheit und Präsenz

Lebenigkeit in Beziehungen erschaffen – Liebe & Verbindung

„Was ist schiefgelaufen?“, fragst du.

Schiefgelaufen ist meist das, was meistens schiefläuft: Du hast nicht bedacht, dass Beziehungen immer weiter existieren, dass sie sich wandeln – genauso, wie dein Körper es tut. Tote Beziehungen gibt es häufig – zwischen Liebenden und ihren Partnern, zwischen Kindern und Eltern, zwischen Beschäftigten und ihren Arbeitgebern und so weiter.

Die Beziehungen, die du hast, mögen sehr lebendig sein, angeschlagen dahinhumpeln oder völlig am Ende stehen. Ich schlage vor, dass du dich nicht mit dem toten Zeug herumschlägst. Vielmehr ist es wichtig und nötig, dich auf ein positives Ergebnis zu konzentrieren. Der Weg zu mehr Lebendigkeit oder zu einer höheren Qualität deiner Beziehungen führt sicherlich nicht darüber, dich mit den toten Anteilen zu befassen. Das wäre das Gleiche, als würdest du ins Leichenschauhaus gehen, um dort Freunde zu finden.

Konzentriere dich auf das Lebendige!

Es bringt nichts, all deine Zeit damit zu verschwenden, herauszufinden, was alles mit dir nicht stimmt. Wenn du das wissen willst, findest du haufenweise Menschen in deiner Umgebung, die dir gern ihre Version davon zum Besten geben. Der richtige Weg liegt darin, dass du genau darauf achtest und wahrnimmst, was alles mit dir stimmt.

Konzentriere dich auf diesen Aspekt von dir und kehre immer wieder dorthin zurück! Das bedeutet nicht, dass du meiden sollst, was unerwünscht ist. Es geht darum, mehr an Lösungen als an Auflösung zu denken. Es geht darum, die Brücke zu wählen, die dich über den Fluss bringt – näher dorthin, wo du wirklich sein willst, dorthin, wo du bereit bist zu sein.

Konzentrierst du dich darauf, was alles nicht mit dir stimmt, wirst du phlegmatisch und versteinert bleiben. Deinem eigenen Wohlergehen und Glück hilft es, wenn du verstehst, dass es dich schwächt, dich auf den toten Teil zu konzentrieren – auf das, wo sich Schmerz zu einer psychologischen „Komfortzone“ gewandelt hat. Wenn du dich an deinen persönlichen Schwachstellen festhältst, gehst du dir selbst aus dem Weg. Leider bekommen wir gerade dafür oft Aufmerksamkeit und Zuwendung und halten dies fälschlicherweise für Liebe oder Freundschaft.

Schlüssel zur Lebendigkeit: Präsenz & Bewusstsein

Du musst dieses Spiel nicht spielen. Du hast immer die Wahl! Du kannst eine Menge mehr Freude in deinen Beziehungen erleben. Wenn du damit anfangen willst, erkenne zunächst einfach, dass sich all deine Beziehungen ständig wandeln – und genieße dieses Schauspiel. Es ist in Ordnung. Es bedeutet, lebendig zu sein.

Wasser in einem Fluss, das nicht fließt, wird faulig. Es ist nur natürlich, dass es fließen will. Auch du und deine Beziehungen seid immer im Fluss – genauso wie die Lebensenergie, die durch deine Adern strömt. Wenn sie aufhört zu fließen, bist du tot. Oder?

Sicher, du kannst versuchen, sie einzusperren, um sie innerhalb deiner wohlkonstruierten Definition schön aufgeräumt zu halten. Doch in Wirklichkeit legst du dich damit fest. Du schaffst die Bedingungen für Langeweile, Angst und einen schleichenden inneren Tod.

Wenn du aufhörst, deine Zeit negativem Zeug zu widmen, wird all das, was nicht gewollt ist, beginnen zu verschwinden. Wenn du es nicht „bewässerst“, indem du ihm deine Aufmerksamkeit schenkst, oder wenn du es einfach akzeptierst, werden seine Wurzeln faulen und es wird durch Mangel an Zuwendung eingehen.

Wenn du dein Aufblühen in Lebendigkeit beschleunigen willst, richte deine Aufmerksamkeit entschieden auf das, was du bereit bist, in deinem Leben zu erschaffen. Darum geht es. Das ist die Brücke. Das ist die Verbindung. Dieses Bewusstsein bringt dich weiter und unterstützt dich dabei, ans andere Ufer zu gelangen.

Kleine Rituale, echte Aufmerksamkeit und liebevolle Wertschätzung im Alltag nähren die Lebendigkeit zwischen Menschen – weit über schöne Worte hinaus.

Du erschaffst Lebendigkeit, indem du dir anschaust, was gut ist, was richtig ist, und dich dann fragst:

  • Wie kann ich das fördern?
  • Wie kann ich das häufiger tun?
  • Ich will mehr davon!
  • Ich bin bereit, alles zu tun, was nötig ist, um das zu erreichen.
  • Ich bin bereit, alles loszulassen, was mich davon abhält.

Lebendig sein bedeutet:

  • Du stehst voll im Leben.
  • Du hast Geist.
  • Du lebst.
  • Du bist Teil der Existenz.
  • Du bist wach.
  • Du bist intelligent.
  • Du veränderst.
  • Du veränderst dich.

Eine lebendige Beziehung ist Liebe, die an nichts geknüpft ist. Liebe ohne Anhänglichkeit. Eine Umgebung, in der Individuen aufblühen. Offenheit und Aufmerksamkeit für das Wesen des anderen. In Beziehung sein.

Praktische Impulse für mehr Tiefe & Nähe

In Beziehung sein heißt: sich beziehen – nicht besitzen. In Liebesbeziehungen und in all den Beziehungen, in denen du das Sagen hast, magst du leicht den Eindruck gewinnen, dass du deine Frau, deinen Mann, deine Mitarbeiter oder deine Kinder besitzt. In Wirklichkeit jedoch sind diese dich begleitenden Wesen eigenständige Individuen, die dich auf deinem Weg begleiten. Tatsächlich gehört dir keine dieser Beziehungen.

Lebendige Beziehungen entstehen, wenn du wirklich in Beziehung bist, statt dein Leben kontrollierend und besitzergreifend zu gestalten. Sie sind frei und offen für Erfahrungen, statt in ein Schema gepresst zu werden. Nimm diesen Unterschied wahr und behalte ihn im Blick. Mit der Zeit wird dir diese Unterscheidung leichter fallen und zur Gewohnheit werden. Deine Beziehungen werden beginnen, sich so zu entwickeln, wie du es dir wünschst – und nicht so, wie du sie gerade noch bereit bist hinzunehmen.

Liebe ist eine Kunst in einer Welt, in der es nur wenige Künstler gibt. Wir werden mit der Fähigkeit zu lieben geboren. Doch die Fähigkeit, diese Liebe bewusst und klar auszudrücken, ist uns nicht automatisch gegeben. Nur wenige können Liebe angemessen kommunizieren.

Jeder von uns wird mit einem Körper geboren. Doch nur wenige bringen ihm das Tanzen bei. Und noch weniger lernen, mit anderen zu tanzen. Um die Harmonie zu erschaffen, die du brauchst, um mit anderen zu tanzen, musst du eine Wahl treffen. Sie entsteht nicht von selbst. Ebenso ist es mit der Liebe.

Erlaube dir, die Liebe, die du bist, in deinem vollen Dasein auszudrücken.

Triff die Wahl, dir selbst die Quelle der Liebe zu sein. Dann wirst du dich als Ozean erleben – und nicht als eine der vielen kleinen Wellen, die an irgendeinen einsamen Strand gespült werden.

Liebe ist dein natürlicher Bewusstseinszustand.

  • Sie ist wie Atmen.
  • Sie ist dein Herzschlag.
  • Sie ist das Blut, das in deinem Körper zirkuliert.
  • Liebe ist dein eigentliches Wesen, dein innerster Kern, deine Quelle.

Wenn die Nacht zum Feind wird

Frau liegt ängstlich wach im Bett – nächtliche Angst überwinden

Wenn die Nacht zum Feind wird – Angst vor dem Einschlafen

Eine junge Frau, ungefähr 29 Jahre alt, kam zu mir in eine Heilsitzung.
Nennen wir sie hier einmal Julia.

Julia berichtete mir, dass sie seit vielen Jahren unter starken Zwängen und Ängsten litt. Sie erzählte weiter, dass sie vor dem Schlafengehen mehrere Rituale durchlaufen musste, bevor sie ins Bett gehen konnte. Sie schaute in jede Ecke ihres Zimmers, unter das Bett, in den Schrank und durchsuchte auch die anderen Räume. Erst wenn sie ganz sicher war, dass sich niemand dort versteckte, traute sie sich, ins Bett zu gehen.

Doch selbst wenn sie wusste, dass sich wirklich niemand in ihrer Wohnung befand, überfiel sie eine starke Angst. Manchmal steigerte sich diese sogar zu regelrechten Panikattacken, und sie zitterte völlig eingeschüchtert unter ihrer Decke. An Schlaf war kaum zu denken. Irgendwann schlief sie schließlich ein, doch der Stress vor jedem Einschlafen hinterließ tiefe seelische Spuren.

Bald entwickelte Julia Vermeidungsstrategien, um eine ruhigere Nacht zu bekommen. Eine davon bestand darin, sehr viel Zeit mit dem Zähneputzen zu verbringen, um das Zubettgehen hinauszuzögern. Eine andere Methode war, möglichst oft bei Freunden zu übernachten oder Freunde bei sich übernachten zu lassen. Ihre dritte Strategie bestand darin, stark an ihrem Freund zu klammern und so oft wie möglich mit ihm zusammen zu sein – was die Beziehung inzwischen belastete.

Doch natürlich funktionierte das nicht immer, und sie musste auch allein schlafen. Julia begann eine Psychotherapie, doch in der Gesprächstherapie fand sie keine Erleichterung.

Über einen Bekannten hörte sie von mir, und in ihrer Not wandte sie sich schließlich an mich – einen Geistheiler. Normalerweise, so berichtete sie, wäre sie nicht zu jemandem wie mir gegangen. Doch da ihr Bekannter so viel Gutes über meine Arbeit erzählt hatte, wollte sie es einfach ausprobieren. Ich lächelte, denn mir war bewusst, dass viele Menschen Vorurteile gegenüber Heilern haben und oft erst in ihrer Not nach dem letzten Strohhalm greifen. Ich nahm es ihr nicht übel – ich konnte es gut nachvollziehen. Auch ich hatte geistiges Heilen früher als völligen Unsinn abgetan. Doch das ist eine andere Geschichte.

Ich fragte Julia, was ihrer Meinung nach passieren würde, wenn sie vor dem Schlafengehen nicht alles durchsuchen würde, und wann sie diese Ängste zum ersten Mal verspürt hatte.

Sie antwortete, es könne jemand da sein, der ihr etwas Schlimmes antun wolle – vielleicht so etwas wie „der schwarze Mann“. Wann genau es begonnen hatte, konnte sie nicht sagen, aber es müsse zu Beginn ihrer Pubertät gewesen sein.

Da Ängste dieser Art nicht einfach aus dem Nichts entstehen, sondern eine Ursache haben, fragte ich sie, ob sie als Kind möglicherweise etwas Belastendes erlebt habe.

„Ja“, sagte sie, „da war etwas, das mich bis heute nicht richtig loslässt.“

Sie erzählte, dass sie als junges Mädchen mit einer Schulkameradin auf dem Heimweg gewesen sei, als sie plötzlich von einem Jugendlichen auf einem Fahrrad von hinten geschnitten wurde. Der junge Mann wendete, fuhr zurück, schubste Julia in ein Gebüsch, stürzte sich auf sie und begrapschte sie. Die Schulkameradin lief davon und rief laut um Hilfe. Julia wehrte sich heftig, woraufhin der Junge von ihr abließ und mit dem Fahrrad flüchtete.

Julia erinnerte sich noch gut an den Vorfall. Ihre Mutter kam, die Polizei wurde informiert, doch der Täter konnte nie ermittelt werden. Danach ging das Leben scheinbar normal weiter. Sie hatte den Jungen nie wieder gesehen.

Ich fragte Julia, ob ihre Eltern mit ihr über den Vorfall gesprochen hätten. Sie sagte, man habe die Sache nicht „aufbauschen“ wollen, und es habe kein Gespräch darüber gegeben.

Für mich ergab nun vieles einen Sinn. Ich verstand, warum Julia so viele Jahre später unter diesen Ängsten und Zwangshandlungen litt.

Wir begannen mit der Heilung. Ich stellte mich neben Julia, um sie in mein Energiefeld aufzunehmen, und sprach einige Worte, um ihr Bewusstsein zu beruhigen, sodass ihr Unterbewusstsein die Führung übernehmen konnte. Wenig später erlebte Julia den Vorfall erneut – diesmal jedoch in einem geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit, sich von dem damals erlebten Schock zu befreien.

Ihr Körper begann sich hin und her zu bewegen, Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich fragte sie, was sie wahrnehme, und sie berichtete, dass sich die Szene noch einmal in ihrem Geist abspiele. Sie schilderte den Vorfall nun detaillierter, und ich ermutigte sie, den Schock loszulassen. (Dabei arbeite ich mit einer bestimmten Technik, die ich hier nicht näher erläutern werde. Ich biete jedoch Seminare an, in denen man diese spezielle Methode erlernen kann.)

Julias Körper krümmte und schüttelte sich, und sie weinte heftig – ein Zeichen dafür, dass sich der Schock löste. Es wirkte, als würde das Trauma ihren Körper verlassen. Ich begleitete und unterstützte sie mit sanften Worten, bis die erste Welle vorüber war. Eine zweite folgte, jedoch schwächer als die erste. Auch hier wartete ich ab, bis sie abebbte. Schließlich huschte ein Lächeln über Julias Gesicht, und ihr Körper beruhigte und stabilisierte sich.

Ich fragte sie, wie es ihr nun gehe.
„Viel besser. Ich fühle mich richtig erleichtert“, antwortete sie.

Anschließend gab ich ihr die Möglichkeit, innerlich Frieden mit dem Täter zu schließen und ihm auf mentaler Ebene den Schmerz zurückzugeben, den er ihr zugefügt hatte. Dadurch konnte Julia Schuldgefühle und Ängste loslassen, die sie all die Jahre mit sich getragen hatte. In ihrer Vorstellung nahm sie zum Schluss die „kleine Julia“ in die Arme und holte sie aus der Vergangenheit in ihr Herz – ins Hier und Jetzt.

Wir beendeten die Sitzung und besprachen das Erlebte. Ich erklärte ihr, dass sie durch den Vorfall ein Trauma erlitten hatte. Da sie den Schock damals weder körperlich verarbeiten noch darüber sprechen konnte, habe sich das Erlebnis im Unterbewusstsein festgesetzt.

Mit Beginn der Pubertät könne ein solches verdrängtes Trauma reaktiviert werden. Julias Unterbewusstsein sendete die alten Angstgefühle erneut aus, da es kein Zeitgefühl kennt – für das Unterbewusstsein ist alles gegenwärtig.

Es handelte sich also nicht um reale, aktuelle Gefahren, sondern um alte, unverarbeitete Ängste. So, als wolle ihr Inneres sagen: „Pass auf, das darf dir nicht noch einmal passieren. Sei wachsam!“

Ich erklärte ihr außerdem, dass ihre Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ähnelten. Ein traumatisierter Kriegsveteran sieht oft noch Jahre später hinter jedem Busch einen Feind, obwohl er längst wieder in seinem Heimatland ist. Auch hier ist das Unterbewusstsein noch in der Vergangenheit gefangen und sendet Warnsignale aus, um eine Wiederholung des Traumas zu verhindern.

Interessanterweise traten Julias Symptome meist vor dem Schlafengehen auf, obwohl der Überfall am helllichten Tag geschehen war. Ich erklärte es mir so: Im Schlafzimmer fühlen wir uns geborgen, aber zugleich verletzlicher. Im Schlaf sind wir besonders schutzlos – ähnlich wie Kinder in bedrohlichen Situationen. Vielleicht war dies der Grund, warum ihre Ängste gerade dann auftraten.

In der Heilsitzung konnte Julia diese alte Traumatisierung in einem geschützten Rahmen lösen und sich – mit meiner Unterstützung – selbst davon befreien.

Ich bat sie, mich eine Woche später anzurufen und mir zu berichten, wie es ihr ergangen sei. Als sie sich meldete, hörte ich schon an ihrer Stimme, dass es ihr gut ging.

„Ich bin überglücklich, Marco. Ich habe keine Angst mehr und schlafe sofort ein – wie ein Baby. Auch wenn ich allein bin. Ich muss keine Rituale mehr durchführen oder meine Wohnung nach dem vermeintlichen schwarzen Mann durchsuchen. Es ist ein großartiges Gefühl, endlich frei leben zu können. Vielen, vielen Dank!“

Bis heute ist Julia angstfrei.