Manche Menschen fragen sich: „Ist Reiki etwas böses?“ Häufig entstehen solche Ansichten durch Missverständnisse, schlechte Erfahrungen oder falsche Erwartungen. Reiki selbst ist nicht „böse“ – es hängt von der Absicht, Erfahrung und Anwendung ab. In diesem Artikel erkläre ich, welche Missverständnisse es gibt, wann Reiki als negativ empfunden werden kann und wie echte Reiki-Heilung aussieht.

Warum Reiki böse ist? Kritik, Missverständnisse und Klarheit
Erst vor Kurzem hatte ich einen Anruf von einer Dame, die mir von einem anderen Klienten empfohlen wurde. Das Erste, was sie mich fragte, war: „Du machst doch Reiki, oder?“
Ich antwortete: „Ja, ich arbeite auch mit Reiki. Aber in deinem Fall würde ich eher mit englischem geistigem Heilen arbeiten.“
Daraufhin sagte sie erleichtert: „Das ist gut. Mit Reiki habe ich nämlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.“
Ich fragte nach: „Was genau hast du denn erlebt?“
Sie antwortete: „Mir ging es danach richtig schlecht – und Reiki ist daran schuld. Reiki ist böse…“
„Verstehe“, sagte ich. „Hm, möglicherweise hattest du einen Reiki-Praktizierenden, der sich nicht ausreichend auskannte. Hat er dich darüber aufgeklärt, dass es manchmal zu einer Erstverschlimmerung kommen kann?“
„Doch, das hat er“, sagte sie. „Aber die Heftigkeit hat mich sehr überrascht. Es fühlte sich an, als wären alle Traumata aus meiner Kindheit wieder da.“
„Okay“, erwiderte ich. „Hast du deinen Reiki-Anwender danach darauf angesprochen?“
„Nein“, sagte sie. „Aber mir war klar, dass ich dort auf keinen Fall wieder hingehe.“
„Das heißt, er weiß gar nichts von deiner Reaktion?“
„Nein.“
„Verstehe… Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen schlechte Erfahrungen mit Reiki machen und dann glauben, Reiki sei etwas Schlechtes.“
Sie entgegnete: „Ist es das denn nicht? Es ging mir doch direkt danach schlecht.“
„Das stimmt“, sagte ich. „Aber Reiki wollte dir nichts Böses. Es hat vielmehr ein verdrängtes Thema an die Oberfläche gebracht, damit es gesehen und geheilt werden kann. Unterbewusste Prozesse können wir oft erst dann erkennen, wenn sie sichtbar werden. In deinem Fall hat dein Unterbewusstsein nach der Anwendung den alten Schmerz aus deiner Vergangenheit an die Oberfläche gespült – damit du ihn wahrnehmen und dich ihm zuwenden kannst.“
Ich fügte hinzu: „Ich vermute – da ich deinen Reiki-Anwender nicht kenne –, dass ihm diese Zusammenhänge nicht bewusst waren. Viele Reiki-Praktizierende verstehen diese Mechanismen nicht oder haben sie von ihren Lehrern nie vermittelt bekommen.“
An den Leser gerichtet:
Üblicherweise lernt man bei den meisten Reiki-Lehrern, dass man eine Anwendung sofort abbrechen soll, wenn es einem Menschen währenddessen schlecht geht. Auch ich habe das zu Beginn meiner Arbeit mit der Reiki-Kunst so gelernt. Immer wenn es einem meiner Klienten während der Anwendung nicht gut ging, habe ich die Sitzung gewissenhaft beendet.
Wenn meine Klienten mich dann fragten, woran das liegen könnte, konnte ich ihnen keine wirklich zufriedenstellende Antwort geben. Ich erklärte es mir mit dem sogenannten Erstverschlimmerungs-Symptom, so wie ich es in meiner Reiki-Ausbildung gelernt hatte.
Doch wirklich überzeugt war ich von dieser Erklärung nie. Deshalb war ich lange Zeit auf der Suche nach einer tiefergehenden Antwort auf diese Frage.
Antworten auf dieses Thema erhielt ich erst, als ich den englischen Geistheiler Malcolm Southwood kennenlernte und bei ihm die Ausbildung zum geistigen Heiler absolvierte. Von ihm bekam ich auf viele Fragen, die in meiner vorherigen Reiki-Ausbildung offen geblieben waren, endlich konkrete Antworten.
Zum ersten Mal konnte ich wirklich verstehen, was im Unterbewusstsein abläuft und wie man Menschen durch diese Prozesse achtsam und liebevoll begleiten kann.
Es macht mich immer wieder etwas traurig, wenn ich von Fällen höre, in denen Menschen anschließend überzeugt sind, dass Reiki etwas Böses sei oder sogar „vom Teufel“ komme. Es ist erstaunlich, welche Auswüchse solche Spekulationen mittlerweile angenommen haben. Teilweise wird sogar von außerirdischen Implantaten oder von Besetzungen durch Geistwesen gesprochen.
All das ist Unsinn und kann sich nur deshalb so verbreiten, weil viele Reiki-Praktizierende keine klaren Erklärungen für bestimmte Phänomene haben, die während oder nach einer Reiki-Sitzung auftreten können.
Ich selbst bin dafür das beste Beispiel. Auch bei mir kamen Traumaenergien aus meiner Kindheit an die Oberfläche, die ich zuvor tief in meinem Unterbewusstsein vergraben hatte. Allerdings geschah das nicht nach einer Reiki-Anwendung, die ich erhalten hatte, sondern nachdem ich in den Reiki-Meistergrad eingeweiht worden war.
Mein Reiki-Lehrer hatte mich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sich danach einiges verändern könnte – doch mit einer solchen Intensität hatte ich nicht gerechnet. Mir ging es wirklich schlecht. Ich bat meinen Lehrer um Hilfe, doch er konnte mich in dieser Situation nicht unterstützen, da er dafür nicht ausgebildet war. Stattdessen riet er mir, mir professionelle Hilfe zu suchen.
Also wandte ich mich an Psychologen – doch auch dort fand ich keine wirkliche Unterstützung.
Erst als ich Malcolm Southwood begegnete, konnte ich meine Kindheitstraumata mit seiner Hilfe auflösen. Seine Arbeit beeindruckte mich so sehr, dass ich mich entschloss, bei ihm in die Ausbildung zu gehen und selbst als Heiler zu arbeiten.
Heute lernen meine Reiki-Schüler bei mir, wie sie damit umgehen können, wenn einer ihrer Klienten während einer Sitzung in eine seelische Krise gerät.
Was sind die Ursachen für seelische Krisen nach einer Reiki-Einweihung oder -Anwendung?
Bei der energetischen Anhebung der Chakren und der Schwingungen durch eine Reiki-Einweihung können alte Wunden und verdrängte Traumata an die Oberfläche des Bewusstseins treten. Das gleiche gilt bei einer Reiki- Anwendung. Das ist an sich kein Problem – vorausgesetzt, dies geschieht in einem sicheren und geschützten Rahmen unter der Aufsicht eines erfahrenen Reiki-Praktizierenden / Lehrers.
Reiki setzt sowohl bewusst als auch unbewusst viel in Bewegung. Diese „Bewegung“ dient allein der Heilung und Entwicklung des Menschen und ist somit eine natürliche und wunderbare Sache. Problematisch wird es erst, wenn jemand nach einer Reiki-Einweihung mit einer seelischen Krise konfrontiert wird, ohne einen erfahrenen Lehrer oder eine andere geschulte Begleitung an seiner Seite zu haben.
Vor einiger Zeit wurde mir folgende Geschichte zugetragen: Eine junge Frau erhielt ihren Reiki-Meistergrad von einer Lehrerin, die ihre gesamte Reiki-Ausbildung über das Internet per Ferneinweihungen durchgeführt hatte. Die junge Frau hatte zuvor noch keinen einzigen Reiki-Grad absolviert, doch ihre „Internet-Reiki-Lehrerin“ riet ihr, alle drei Grade an einem einzigen Tag hintereinander zu absolvieren – 1., 2. und 3. Reiki-Grad gleichzeitig.
Kurze Zeit später stürzte die frischgebackene Meisterin in ein tiefes seelisches Loch. Als sie ihre Lehrerin um Hilfe bat, erhielt sie die Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist ja jetzt eine Reiki-Meisterin…“
Jedem verantwortungsbewussten Reiki-Lehrer sträuben sich bei einer solchen Vorgehensweise die Haare. Sie ist absolut fahrlässig. Die einzelnen Reiki-Grade werden bewusst über einen längeren Zeitraum vergeben, damit das menschliche Chakrensystem Schritt für Schritt an die neue Energie angepasst werden kann.
Zudem würde ein verantwortungsbewusster Lehrer seine Schüler über die Möglichkeit einer emotionalen Überforderung aufklären. Damit ist gemeint, dass Gefühle auftreten können, die den Reiki-Neuling in ihrer Heftigkeit überraschen – auch noch lange nach der Einweihung. Falls es zu Problemen kommen sollte, steht der Lehrer seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Kann der Lehrer selbst nicht helfen, weil ihm etwa die Ausbildung dafür fehlt oder die Situation ihn überfordert, sollte er ein Netzwerk von Psychologen, Heilpraktikern, Seelsorgern oder anderen Fachkräften aufgebaut haben, an das er seine Schüler im Notfall weitervermitteln kann.
Natürlich klingt es jetzt so, als stürze jeder Reiki-Anfänger direkt nach der Einweihung in eine seelische Krise – das ist keineswegs der Fall. Solche Krisen treten meist nur bei Menschen mit einer gewissen Vorbelastung auf. Mit der richtigen Betreuung durch den Lehrer ist eine solche Krise jedoch kein Problem. Sie kann erkannt, begleitet und überwunden werden. Reiki zu erlernen bleibt eine sichere und wundervolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.
Erst wenn Reiki-Lehrer oder Praktizierende aus Unwissenheit über diese Mechanismen nicht auf mögliche Risiken hinweisen und ihren Schülern keine Unterstützung nach dem Seminar anbieten, entstehen Situationen, in denen eine Reiki-Erfahrung als Auslöser einer seelischen Krise fälschlicherweise als „böse“ oder „negativ“ interpretiert wird.
Es liegt also an uns Lehrern, uns dieser Verantwortung bewusst zu sein und Aufklärung zu betreiben – um unseren Schülern schlechte Erfahrungen zu ersparen und Missverständnisse oder falsche Interpretationen solcher persönlichen Krisen in Zukunft zu vermeiden.
Wenn du jetzt lernen möchtest wie man mit solchen seelischen Krisen umgehen kann dann besuche dieses Seminar.











