Warum Reiki „böse“ ist?

Manche Menschen fragen sich: „Ist Reiki etwas böses?“ Häufig entstehen solche Ansichten durch Missverständnisse, schlechte Erfahrungen oder falsche Erwartungen. Reiki selbst ist nicht „böse“ – es hängt von der Absicht, Erfahrung und Anwendung ab. In diesem Artikel erkläre ich, welche Missverständnisse es gibt, wann Reiki als negativ empfunden werden kann und wie echte Reiki-Heilung aussieht.



Warum Reiki böse ist? Kritik, Missverständnisse und Klarheit

Erst vor Kurzem hatte ich einen Anruf von einer Dame, die mir von einem anderen Klienten empfohlen wurde. Das Erste, was sie mich fragte, war: „Du machst doch Reiki, oder?“

Ich antwortete: „Ja, ich arbeite auch mit Reiki. Aber in deinem Fall würde ich eher mit englischem geistigem Heilen arbeiten.“

Daraufhin sagte sie erleichtert: „Das ist gut. Mit Reiki habe ich nämlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.“

Ich fragte nach: „Was genau hast du denn erlebt?“

Sie antwortete: „Mir ging es danach richtig schlecht – und Reiki ist daran schuld. Reiki ist böse…“

„Verstehe“, sagte ich. „Hm, möglicherweise hattest du einen Reiki-Praktizierenden, der sich nicht ausreichend auskannte. Hat er dich darüber aufgeklärt, dass es manchmal zu einer Erstverschlimmerung kommen kann?“

„Doch, das hat er“, sagte sie. „Aber die Heftigkeit hat mich sehr überrascht. Es fühlte sich an, als wären alle Traumata aus meiner Kindheit wieder da.“

„Okay“, erwiderte ich. „Hast du deinen Reiki-Anwender danach darauf angesprochen?“

„Nein“, sagte sie. „Aber mir war klar, dass ich dort auf keinen Fall wieder hingehe.“

„Das heißt, er weiß gar nichts von deiner Reaktion?“

„Nein.“

„Verstehe… Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen schlechte Erfahrungen mit Reiki machen und dann glauben, Reiki sei etwas Schlechtes.“

Sie entgegnete: „Ist es das denn nicht? Es ging mir doch direkt danach schlecht.“

„Das stimmt“, sagte ich. „Aber Reiki wollte dir nichts Böses. Es hat vielmehr ein verdrängtes Thema an die Oberfläche gebracht, damit es gesehen und geheilt werden kann. Unterbewusste Prozesse können wir oft erst dann erkennen, wenn sie sichtbar werden. In deinem Fall hat dein Unterbewusstsein nach der Anwendung den alten Schmerz aus deiner Vergangenheit an die Oberfläche gespült – damit du ihn wahrnehmen und dich ihm zuwenden kannst.“

Ich fügte hinzu: „Ich vermute – da ich deinen Reiki-Anwender nicht kenne –, dass ihm diese Zusammenhänge nicht bewusst waren. Viele Reiki-Praktizierende verstehen diese Mechanismen nicht oder haben sie von ihren Lehrern nie vermittelt bekommen.“

An den Leser gerichtet:

Üblicherweise lernt man bei den meisten Reiki-Lehrern, dass man eine Anwendung sofort abbrechen soll, wenn es einem Menschen währenddessen schlecht geht. Auch ich habe das zu Beginn meiner Arbeit mit der Reiki-Kunst so gelernt. Immer wenn es einem meiner Klienten während der Anwendung nicht gut ging, habe ich die Sitzung gewissenhaft beendet.

Wenn meine Klienten mich dann fragten, woran das liegen könnte, konnte ich ihnen keine wirklich zufriedenstellende Antwort geben. Ich erklärte es mir mit dem sogenannten Erstverschlimmerungs-Symptom, so wie ich es in meiner Reiki-Ausbildung gelernt hatte.

Doch wirklich überzeugt war ich von dieser Erklärung nie. Deshalb war ich lange Zeit auf der Suche nach einer tiefergehenden Antwort auf diese Frage.

Antworten auf dieses Thema erhielt ich erst, als ich den englischen Geistheiler Malcolm Southwood kennenlernte und bei ihm die Ausbildung zum geistigen Heiler absolvierte. Von ihm bekam ich auf viele Fragen, die in meiner vorherigen Reiki-Ausbildung offen geblieben waren, endlich konkrete Antworten.

Zum ersten Mal konnte ich wirklich verstehen, was im Unterbewusstsein abläuft und wie man Menschen durch diese Prozesse achtsam und liebevoll begleiten kann.

Es macht mich immer wieder etwas traurig, wenn ich von Fällen höre, in denen Menschen anschließend überzeugt sind, dass Reiki etwas Böses sei oder sogar „vom Teufel“ komme. Es ist erstaunlich, welche Auswüchse solche Spekulationen mittlerweile angenommen haben. Teilweise wird sogar von außerirdischen Implantaten oder von Besetzungen durch Geistwesen gesprochen.

All das ist Unsinn und kann sich nur deshalb so verbreiten, weil viele Reiki-Praktizierende keine klaren Erklärungen für bestimmte Phänomene haben, die während oder nach einer Reiki-Sitzung auftreten können.

Ich selbst bin dafür das beste Beispiel. Auch bei mir kamen Traumaenergien aus meiner Kindheit an die Oberfläche, die ich zuvor tief in meinem Unterbewusstsein vergraben hatte. Allerdings geschah das nicht nach einer Reiki-Anwendung, die ich erhalten hatte, sondern nachdem ich in den Reiki-Meistergrad eingeweiht worden war.

Mein Reiki-Lehrer hatte mich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sich danach einiges verändern könnte – doch mit einer solchen Intensität hatte ich nicht gerechnet. Mir ging es wirklich schlecht. Ich bat meinen Lehrer um Hilfe, doch er konnte mich in dieser Situation nicht unterstützen, da er dafür nicht ausgebildet war. Stattdessen riet er mir, mir professionelle Hilfe zu suchen.

Also wandte ich mich an Psychologen – doch auch dort fand ich keine wirkliche Unterstützung.

Erst als ich Malcolm Southwood begegnete, konnte ich meine Kindheitstraumata mit seiner Hilfe auflösen. Seine Arbeit beeindruckte mich so sehr, dass ich mich entschloss, bei ihm in die Ausbildung zu gehen und selbst als Heiler zu arbeiten.

Heute lernen meine Reiki-Schüler bei mir, wie sie damit umgehen können, wenn einer ihrer Klienten während einer Sitzung in eine seelische Krise gerät.

Was sind die Ursachen für seelische Krisen nach einer Reiki-Einweihung oder -Anwendung?

Bei der energetischen Anhebung der Chakren und der Schwingungen durch eine Reiki-Einweihung können alte Wunden und verdrängte Traumata an die Oberfläche des Bewusstseins treten. Das gleiche gilt bei einer Reiki- Anwendung. Das ist an sich kein Problem – vorausgesetzt, dies geschieht in einem sicheren und geschützten Rahmen unter der Aufsicht eines erfahrenen Reiki-Praktizierenden / Lehrers.

Reiki setzt sowohl bewusst als auch unbewusst viel in Bewegung. Diese „Bewegung“ dient allein der Heilung und Entwicklung des Menschen und ist somit eine natürliche und wunderbare Sache. Problematisch wird es erst, wenn jemand nach einer Reiki-Einweihung mit einer seelischen Krise konfrontiert wird, ohne einen erfahrenen Lehrer oder eine andere geschulte Begleitung an seiner Seite zu haben.

Vor einiger Zeit wurde mir folgende Geschichte zugetragen: Eine junge Frau erhielt ihren Reiki-Meistergrad von einer Lehrerin, die ihre gesamte Reiki-Ausbildung über das Internet per Ferneinweihungen durchgeführt hatte. Die junge Frau hatte zuvor noch keinen einzigen Reiki-Grad absolviert, doch ihre „Internet-Reiki-Lehrerin“ riet ihr, alle drei Grade an einem einzigen Tag hintereinander zu absolvieren – 1., 2. und 3. Reiki-Grad gleichzeitig.

Kurze Zeit später stürzte die frischgebackene Meisterin in ein tiefes seelisches Loch. Als sie ihre Lehrerin um Hilfe bat, erhielt sie die Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist ja jetzt eine Reiki-Meisterin…“

Jedem verantwortungsbewussten Reiki-Lehrer sträuben sich bei einer solchen Vorgehensweise die Haare. Sie ist absolut fahrlässig. Die einzelnen Reiki-Grade werden bewusst über einen längeren Zeitraum vergeben, damit das menschliche Chakrensystem Schritt für Schritt an die neue Energie angepasst werden kann.

Zudem würde ein verantwortungsbewusster Lehrer seine Schüler über die Möglichkeit einer emotionalen Überforderung aufklären. Damit ist gemeint, dass Gefühle auftreten können, die den Reiki-Neuling in ihrer Heftigkeit überraschen – auch noch lange nach der Einweihung. Falls es zu Problemen kommen sollte, steht der Lehrer seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Kann der Lehrer selbst nicht helfen, weil ihm etwa die Ausbildung dafür fehlt oder die Situation ihn überfordert, sollte er ein Netzwerk von Psychologen, Heilpraktikern, Seelsorgern oder anderen Fachkräften aufgebaut haben, an das er seine Schüler im Notfall weitervermitteln kann.

Natürlich klingt es jetzt so, als stürze jeder Reiki-Anfänger direkt nach der Einweihung in eine seelische Krise – das ist keineswegs der Fall. Solche Krisen treten meist nur bei Menschen mit einer gewissen Vorbelastung auf. Mit der richtigen Betreuung durch den Lehrer ist eine solche Krise jedoch kein Problem. Sie kann erkannt, begleitet und überwunden werden. Reiki zu erlernen bleibt eine sichere und wundervolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.

Erst wenn Reiki-Lehrer oder Praktizierende aus Unwissenheit über diese Mechanismen nicht auf mögliche Risiken hinweisen und ihren Schülern keine Unterstützung nach dem Seminar anbieten, entstehen Situationen, in denen eine Reiki-Erfahrung als Auslöser einer seelischen Krise fälschlicherweise als „böse“ oder „negativ“ interpretiert wird.

Es liegt also an uns Lehrern, uns dieser Verantwortung bewusst zu sein und Aufklärung zu betreiben – um unseren Schülern schlechte Erfahrungen zu ersparen und Missverständnisse oder falsche Interpretationen solcher persönlichen Krisen in Zukunft zu vermeiden.

Wenn du jetzt lernen möchtest wie man mit solchen seelischen Krisen umgehen kann dann besuche dieses Seminar.

Verlorene Weiblichkeit heilen – Zurück zu innerer Kraft

Viele Frauen kennen das Gefühl, ihre Weiblichkeit verloren zu haben – durch gesellschaftlichen Druck, alte Verletzungen oder innere Blockaden. Verlorene Weiblichkeit kann tiefe Spuren hinterlassen und sich auf Selbstwert, Beziehungen und Lebensfreude auswirken. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine innere Stärke wiederentdeckst, alte Wunden löst und einen liebevollen Zugang zu deiner eigenen Weiblichkeit findest.

verlorene Weiblichkeit heilen innere Kraft


Verlorene Weiblichkeit: Wege zur Heilung & Selbstentdeckung

Es ist schon erstaunlich, wie viele verschiedene Gesichter des menschlichen Leids einem Heiler in seiner Praxis, im laufe der Jahre begegnen können. Der nächste Fall handelt um Tina (Name geändert). Tina war 35 Jahre alt und suchte mich auf, weil sie große Probleme mit den Selbstwertgefühlen hatte.

Sie erzählte mir, dass  sie seit zehn Jahren mit demselben Partner eine Beziehung führen würde, aber sie mit diesem Mann nie sexuell aktiv geworden war. Sie würde mit diesen Mann auch nicht zusammen wohnen aber er hätte seine Wohnung auf derselben Etage, direkt neben ihrer Wohnung.

Sie wohnten also nebeneinander, verbrachten Zeit miteinander aber schliefen nie zusammen im selben Bett. Auch Zärtlichkeiten, wie Umarmungen, fielen ihr schwer.  Das geben, sowie das bekommen.

Ihren Mann würde es nicht stören, allerdings hätte Tina es eigentlich gerne anders. Da nagte aber etwas Unbekanntes an ihrem körperlichen Selbstwertgefühl. Welches sie sich selbst aber nicht erklären konnte. Auch mit ihren vorigen Partnern gab es auf dieser Ebene oft Schwierigkeiten.

Ich befragte Tina weiter und im Laufe dieses Gespräches erzählte sie mir dann, dass sie bereits drei Schönheit-OPS an ihren Brüsten vornehmen lies um dieses körperliche „Unwohlsein“ zu lösen.

Unwillkürlich schaute ich auf ihren Brustbereich denn meistens, wenn Frauen eine Schönheitsoperation im Brustbereich vornehmen lassen, werden die Brüste vergrößert. In Tinas Fall konnte ich nichts von einer vergrößerten Oberweite erkennen. Das Gegenteil war der Fall.  

Tina bemerkte dass ich verwirrt war. Sie lachte und sagte: „Nein! Ich habe meine Brüste verkleinern lassen!“

Ich fragte erstaunt nach. „Ganze dreimal?!“

„Ja“, antwortete sie. „Ich dachte halt  nach jeder der OPs, sie könnten doch gerne noch etwas kleiner sein…“

„Gab es denn irgendeinen gesundheitlichen Grund dafür?“ hakte ich nach.

„Nein“, antworte Tina. „Nur psychisch, irgendwie…“

Da ich im weiteren Gesprächsverlauf mit Tina keine weiteren, brauchbaren Hinweise zur Ursache der Problematik bekam, entschloss ich mich mit der Heilarbeit zu beginnen um ihr Unterbewusstsein nun direkt zu befragen.

Ich begann mit meiner üblichen Vorgehensweise um Tina in einen entspannten Bewusstseinszustand zu versetzen. Dazu arbeite ich mit meiner Stimme in Kombination von Heilenergien. Nachdem einige Minuten verstrichen waren befand sich Tina im Alpha Zustand und erste mentale Bilder erschienen in ihrem Geiste. Dann verspürte sie etwas Angst. Als ich sie fragte warum sie diese Angst empfinden würde,  konnte sie mir darauf zunächst keine präzise Antwort geben.

Daraufhin sagte ich ihrem Unterbewusstsein, es solle nun an den Punkt in der Vergangenheit zurückkehren, an denen Tina dieses Angstgefühl zum allerersten Mal empfunden hatte.

Wieder verstrich etwas Zeit, doch dann sah sich Tina in ihrem Geiste als dreizehn  oder vierzehn jähriges Mädchen. Ich fragte sie, wo genau sie sich grade befindet.

Tina atmete schneller und ihre geschlossenen Augenlider flackerten. Ihr Gesicht nahm eine rötliche Farbe an und ein leichter Schweißfilm bildete sich auf ihrer Stirn.

Sie befand sich in ihrem Zimmer, lief hin und her. Verzweifelt, voller Angst und Panik Gefühlen.

„Ich habe solche Angst. So furchtbare Angst…!“ sagte Tina, und ihr liefen einige Tränen über die Wangen.

„Was ist denn grade vorher passiert?“ fragte ich liebevoll nach.

Sie hatte grade ihre allererste Blutung bekommen. Und sie dachte, dass sie jetzt sterben würde. Ihre Mutter hatte sie nicht darüber aufgeklärt und somit wusste die arme kleine Tina nichts darüber, dass sie ab einem bestimmten Alter ihren natürlichen Regelblutungen bekommen würde.

Nach einer Weile beruhigte sie sich etwas von dem Schock. Und sie glaubte fest daran, dass sie wohl krank sei. Aber was sollte sie jetzt tun? Sie wusste keine Antwort darauf.  Sie traute sich nicht jemanden davon zu erzählen, vor allem nicht ihren Eltern. So sehr war sie von dem Vorfall beschämt. Niemanden konnte sie sich anvertrauen. Für ihre Eltern war Sexualität ein Tabu Thema über das man nicht sprach.  

Wie schrecklich muss das für die kleine Tina gewesen sein? Eine furchtbare Vorstellung für mich, dass ein Kind so leiden musste. Wo man die Angst mit einfachen Worten der Aufklärung und mit etwas Liebe ganz einfach hätte beseitigen können.

Die besudelte Unterwäsche versteckte Tina erst einmal unter ihrem Bett und als nach einer Woche der böse Spuk endlich aufhörte, war sie sehr erleichtert und glücklich. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Sie hoffte inständig, dass so etwas nie wieder passieren würde.

Einige Tage später spielte Tina mit anderen Jugendlichen auf dem Spielplatz um die Ecke. Als sie nachmittags nach Hause eilte, sah sie ihre Mutter bereits am offenen Fenster.

Ihre Mutter wirkte  sehr wütend auf sie und rief ihr zu, dass sie sofort nach oben kommen soll. Tina erfasste Panik, denn sie ahnte schon, dass Mama ihr schlimmes Geheimnis entdeckt hatte.

Als sie schließlich die Wohnung betrat,  brach der ganze Ärger über sie herein. Ihr Vater war auch da und beide Elternteile schrien zornig auf sie ein. Die kleine Tina wurde mit den allerschlimmsten Schimpfwörtern belegt, die ein Kind von den eigenen Eltern nie hören sollte. Tina wäre am liebsten vor Scham und Angst im Boden versunken und nie mehr aufgetaucht. Die Beschimpfungen der Eltern nahmen an diesem Tag gefühlt kein Ende für sie. Tina bekam für ihre „Tat“ Stubenarrest und die Eltern sprachen später nie wieder ein Wort über diese Sache.

Später überwand Tina ihre Scham und vertraute sich der Mutter einer Freundin an. Diese Mutter war immer sehr liebevoll. Sie erklärte Tina alles, was sie wissen musste und nahm ihr somit die Ängste und ihre Unwissenheit.

Tinas eigene Mutter hatte sich leider nie die Mühe gemacht ihre Tochter aufzuklären.  Wer weiß, welche Erlebnisse sie in ihrer Vergangenheit gehabt hatte, dass sie so eine schlechte Verbindung zu ihrer eigenen Weiblichkeit hatte?

Dieser Vorfall war einer der schlimmsten in Tinas Kindheit. Es steht aber auch als großes Beispiel für die schlechte Beziehung der Eltern zu Tina. Sie hatten ihre eigenen Schuld und Schamgefühle und ihre Unwissenheit auf die kleine Tina übertragen und ihr somit großes Leid zugefügt. Welches sich bis ins erwachsenen Alter gehalten hatte.

Aber die heute erwachsene Tina hatte durch dieses Erlebnis nicht nur Probleme mit den Selbstwertgefühlen. Was viel schlimmer war:  Sie hat ein Problem mit ihrer Weiblichkeit. Als sie immer mehr vom Kind zur Frau wurde und sie immer weiblicher wurde, versuchte sie diese Weiblichkeit zu verstecken.

Zusätzlich verstärkten sich ihre Probleme durch ein weiteres schock Erlebnis als sie siebzehn Jahre war. Sie wurde in einer Diskothek von einem jungen Mann sexuell belästigt. Auch hier fühlte sie sich der Situation hilflos ausgeliefert. Auf einer unterbewussten Ebene empfand Tina ihre eigene Weiblichkeit von da an als bedrohlich. Unterbewusst hatte Tina nun immer Angst vor ihrer eigenen Fraulichkeit und Sexualität.

Somit erklärt sich uns auch warum Tina drei Operationen an ihren Brüsten vornehmen ließ, und zwar um ihre Weiblichkeit zu verstecken, um nicht aufzufallen, bzw. nicht entdeckt zu werden. (So wie die Eltern, Tinas dunkles Geheimnis unter dem Bett entdeckt hatten) Denn die Weiblichkeit war jetzt nicht nur mit Angst verknüpft, sondern besonders auch mit Schuld Gefühlen aus der Vergangenheit. Sie war jetzt etwas Bedrohliches.

Es erklärt sich uns auch, warum sie zwar mit einem Mann zusammen lebt, aber nicht wirklich mit ihm zusammen lebt. Sie hat immer dieses Gefühl in ihrem Hinterkopf, dass es falsch ist eine Frau zu sein. Oder eine Frau sein zu dürfen.

Denn dann würde das dunkle Geheimnis an die Oberfläche kommen. Es würde entdeckt werden und die Scham und Schuld würde wieder da sein und alle Leute würden schlecht über Tina denken. All das sind unterbewusste Abläufe, die leider sehr viel Macht auf uns haben können. Soviel Macht, dass wir unter Umständen sogar bereit sind unnötige Schönheits- Operationen über uns ergehen zu lassen.

Als all das in der Heilsitzung von Tinas Unbewussten in ihr Bewusstsein aufstieg und Tina klar wurde,  was die wirkliche Ursache für ihr Problem war, löste Tina es selbst auf und heilte sich selbst. Ich half ihr am Ende der Sitzung  nur noch, dass sie wieder eine starke und glückliche Verbindung zu ihrem inneren Kind herstellte und diese für immer behalten würde.

Heute ist Tina eine selbstbewusste Frau die ihre eigene Weiblichkeit und Sexualität lebt und wertschätzt.

Die kalte Flasche

kalte Flasche Erinnerung Kindheit Trauma Alkoholproblem

In „Die kalte Flasche“ erzählt ein langjähriger Freund seine bewegende Geschichte: Wie ein Erlebnis aus der Kindheit – die symbolische „kalte Flasche“ – sein Leben und Verhalten prägte und welche Rolle darunter liegende Traumata spielten.


Die kalte Flasche – Wie alte Kindheitstraumata unser Verhalten prägen

Eines guten Tages stand ein alter Freund vor mir und bat mich um eine Sitzung. Wir sahen uns nicht oft, doch wenn wir uns trafen, war es immer eine Freude für uns beide. An diesem Tag jedoch sah ich sofort, dass es ihm wirklich nicht gut ging, und wir vereinbarten umgehend einen Termin.

Mein Freund – nennen wir ihn hier Holger – war 48 Jahre alt, ein sehr angenehmer, sympathischer und freundlicher Mann. Er schilderte mir seine Problematik.

Er erzählte mir, dass er sich vor kurzem an einem Wochenende so fürchterlich betrunken hatte, dass er schließlich in einem Krankenhaus aufgewacht war. Dort teilten ihm die Ärzte mit, dass er in einem akuten Stadium eines Deliriums eingeliefert worden war. Die Ursache war ein sehr starker Alkoholkonsum, der sich offenbar über mehrere Tage hingezogen hatte.

Holger konnte sich kaum noch an etwas erinnern. Für ihn war es eine schreckliche Erfahrung gewesen, in einem Krankenhaus aufzuwachen und eine solche Diagnose zu erhalten.

Er hatte schon immer ein leichtes Alkoholproblem – wie er es nannte. Aber so schlimm war es noch nie gewesen. Die Situation hatte ihn so sehr beunruhigt, dass er nun zum ersten Mal Hilfe in Anspruch nehmen wollte.

Ich kannte ihn bereits lange und wusste von seinen seelischen Schwierigkeiten. Wir hatten manchmal darüber gesprochen, und ich hatte ihm öfter geraten, vielleicht einmal eine Psychotherapie in Erwägung zu ziehen.

Er lächelte dann meist nur und sagte:

„Wenn es wirklich einmal so weit mit mir kommt, dann komme ich lieber zu dir.“

Dann lachten wir und wechselten das Thema.

Nun war dieser Moment offenbar gekommen.

Ich fragte ihn, was kurz vor diesem Wochenende passiert sei, dass er so viel getrunken hatte.

„Eigentlich nichts Besonderes“, antwortete er. „Vielleicht gab es in der Woche etwas mehr Stress bei der Arbeit, aber das kommt ja öfter vor. Trotzdem war ich an den Tagen etwas mehr down als sonst. Das habe ich ja öfter, wie du weißt.“

„Ja, ich erinnere mich“, sagte ich. „Was machst du dann genau, wenn du in so eine Phase kommst?“

Holger überlegte kurz.

„Meist passiert das am Wochenende. Ich fühle mich dann plötzlich sehr allein und traurig. Ich kann dir nicht sagen warum. Es kommt ganz plötzlich, wie aus dem Nichts. Dann will ich nur noch allein sein und verbarrikadiere mich zu Hause. Ich lege mich aufs Bett und starre an die Decke. Ich fühle mich dann wie gelähmt, bin kaum fähig zu denken oder mich zu bewegen. Dann fange ich an zu trinken – solange, bis ich völlig betrunken bin.“

„Kannst du beschreiben, wie du dich in so einer Situation fühlst?“

Holger atmete tief durch.

„Das ist schwer zu beschreiben. Es ist wie eine Mischung aus Angst und Trauer. Es ist wirklich ganz furchtbar.“

Tränen schimmerten in seinen Augen.

„Ich glaube, ich erzähle das gerade zum ersten Mal …“

Ich nickte verständnisvoll.

„Du hast mir einmal erzählt, dass du ein Adoptivkind bist.“

„Ja“, antwortete er. „Meine leiblichen Eltern kenne ich nicht. Zu meinen Adoptiveltern habe ich aber ein sehr liebevolles Verhältnis.“

„Gut“, sagte ich. „Wenn du möchtest, können wir versuchen herauszufinden, was die Ursache deiner Probleme ist.“

Holger grinste leicht.

„Wird das weh tun?“

Ich lächelte zurück.

„Ganz ohne Schmerz wird es wahrscheinlich nicht gehen. Aber keine Sorge – ich bin bei dir.“

Ich erklärte ihm, was wir während der Sitzung tun würden, und er war einverstanden.

Dann begannen wir.

Ich stellte mich hinter Holger, bat ihn, die Augen zu schließen, und ließ meine Heilenergie in ihn hineinströmen.

Nach einiger Zeit zuckte er leicht.

„Was siehst du?“, fragte ich.

Holger schwieg einen Moment.

Dann sagte er mit belegter Stimme:

„Ich bin auf dem Arm von jemandem.“

„Bei wem?“

„Bei meiner Mutter … meiner wirklichen Mutter. Es fühlt sich wunderbar an. Ich bin so glücklich.“

„Wie alt bist du?“

„Vielleicht ein Jahr.“

Plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck.

„Was passiert jetzt?“, fragte ich.

„Ein Mann ist gekommen. Meine Mutter und er streiten sich. Sie sind sehr laut.“

Er schluckte.

„Meine Mutter legt mich zurück in mein Gitterbettchen. Nach einer Weile gehen beide aus dem Zimmer.“

„Was machst du?“

Kurze Pause.

„Ich liege im Bettchen und weine. Niemand beachtet mich.“

„Was passiert dann?“

„Ich liege dort und wimmere. Ich weiß nicht wie lange. Es ist schrecklich. Niemand kommt. Ich bin vollkommen erschöpft und schlafe schließlich ein.“

„Und dann?“

„Ich wache wieder auf. Immer noch allein. Ich starre an die Decke. Ich habe solche Angst. Ich will zu meiner Mama, aber sie ist nicht da. Ich habe Hunger. Ich schreie und schreie – aber irgendwann schlafe ich wieder ein.“

Nach einer kurzen Pause fuhr Holger fort:

„Ich werde wieder wach. Ich höre Stimmen. Schritte. Die Tür geht auf. Männer und Frauen kommen herein. Ich kenne sie nicht.“

„Was passiert dann?“

„Sie holen mich aus dem Bett. Eine Frau nimmt mich auf den Arm. Sie sagt beruhigende Worte. Dann bringen sie mich weg.“

„Wie fühlst du dich?“

„Erschöpft. Verwirrt. Aber auch erleichtert, dass endlich jemand gekommen ist.“

Er holte tief Luft.

„Man bringt mich in ein Krankenhaus. Ich liege wieder in einem Gitterbett. Da sind auch andere Kinder. Ich höre sie weinen.“

„Wo ist meine Mama?“, sagte Holger leise.

„Ich weine wieder. Eine Frau kommt. Ich kenne sie nicht. Sie nimmt mich auf den Arm und gibt mir eine Flasche.“

Er machte eine Pause.

„Aber sie fühlt sich nicht liebevoll an. Sie macht nur ihre Arbeit. Ihre Umarmung fühlt sich kalt an. Und die Flasche fühlt sich auch kalt an.“

Er flüsterte:

„Eine kalte Flasche.“

„Dann liege ich wieder da und starre an die Decke. Ich sehe das kalte Licht der Lampen. Ich bin wie gelähmt.“

Er schluckte.

„Manchmal weine ich. Aber da weinen noch viele andere Kinder. Es dauert oft, bis jemand kommt.“

Dann wieder:

„Die Frau kommt und gibt mir die Flasche. Aber sie fühlt sich wieder so kalt an.“

„Eine kalte Flasche …“

Holger erzählte weiter, dass später seine Adoptiveltern kamen und ihn zu sich nahmen. Von da an ging es ihm besser. Doch den Schmerz über den Verlust seiner Mutter trug er immer in sich.

Später, als Erwachsener, zog er immer wieder Frauen an, die ihn schließlich verließen. Diese Erfahrungen trafen ihn jedes Mal tief.

Dann begann er zu trinken.

Er legte sich aufs Bett, starrte an die Decke und fühlte sich wie gelähmt.

Genau wie damals.

Ich fragte ihn schließlich:

„Woher kennst du dieses Gefühl der ‚kalten Flasche‘?“

Holger dachte nach.

Dann sagte er leise:

„Das ist genau so, wie wenn ich trinke. Wenn ich allein bin, trinke ich oft direkt aus der Flasche. Dann ist das die kalte Flasche aus meiner Kindheit … mein Ersatz.“

Ich nickte.

„Genau. Die kalte Flasche ohne Liebe.“

Holger sah mich an.

„Aber warum tue ich das? Es hat mir doch nie gut getan. Warum wiederhole ich das?“

Ich erklärte ihm:

„Dein Unterbewusstsein hat dieses Trauma gespeichert. Immer wenn du in eine ähnliche Situation kommst – zum Beispiel wenn dich eine Frau verlässt – erinnert sich dein Unterbewusstsein an den Moment, als du deine Mutter verloren hast. Dann kommen die alten Gefühle wieder hoch: Angst, Verwirrung, Einsamkeit. Und du wiederholst unbewusst das Verhalten von damals. Du legst dich hin. Du bewegst dich kaum. Du starrst an die Decke. Und dann greifst du zum Alkohol, zur kalten Flasche.“

Ich machte eine kurze Pause.

„Als du damals im Krankenhaus warst, bekamst du zum ersten Mal wieder Aufmerksamkeit. Leider nicht die Liebe deiner Mutter, sondern die Fürsorge einer überarbeiteten Krankenschwester. Sie gab dir die Flasche. Sie fühlte sich kalt an – ohne Liebe. Aber sie linderte deinen Schmerz wenigstens ein wenig.“

Ich erklärte ihm weiter, dass Kinder in solchen Situationen oft glauben, sie selbst seien schuld daran, dass ihre Eltern verschwinden.

Diese unbewussten Schuldgefühle können später zu selbstzerstörerischem Verhalten führen.

Holger liefen Tränen über das Gesicht.

„Jetzt verstehe ich endlich, warum ich das tue.“

In der weiteren Sitzung führte ich Holger auf spiritueller Ebene noch einmal zu seiner Mutter. Dort konnte er klären, warum sie damals nicht mehr zurückgekommen war.

Dann ging der erwachsene Holger zu dem kleinen Holger im Krankenhausbett. Endlich holte er ihn aus dem Gitterbettchen heraus. Er nahm ihn in den Arm, tröstete ihn und erklärte ihm, dass er keine Schuld trug. Er versprach ihm, von nun an immer für ihn da zu sein.

Dann nahm er den kleinen Holger mit in sein heutiges Leben.

Wir beendeten die Sitzung.

Ein glücklicher Holger sah mich an – und lächelte.

Von diesem Tag an sollte er frei sein von seinem Alkoholproblem.

Putzzwang und Kindheitstrauma

„Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose.“
(Quelle: Wikipedia)

Putzzwang und Kindheitstrauma – Zusammenhang zwischen Zwang und innerem Stress

Wenn die Vergangenheit den Alltag bestimmt: Die Geschichte von Hilde

In einer meiner Heilsitzungen traf ich auf eine Dame mittleren Alters. Nennen wir sie Hilde. Hilde berichtete mir, dass sie unter einem enormen Druck leide, ausgelöst durch eine Zwangsstörung.

Hilde konnte ihre Wohnung nicht verlassen, bevor sie nicht absolut sicher war, dass wirklich alles pikobello aufgeräumt und sauber war – ein klassischer Putzzwang. Mittlerweile war es sogar schon so weit gekommen, dass sie immer häufiger zu spät zur Arbeit erschien und ihr Arbeitgeber ihr bereits mit Konsequenzen drohte. Eine Abmahnung hatte sie schon erhalten. Obwohl sie alles versuchte, um die Wohnung rechtzeitig zu verlassen und pünktlich zur Arbeit zu kommen, gelang es ihr nicht.

Putzzwang und Kindheitstrauma – eine überraschende Ursache

Ich stellte mich hinter sie und ließ meine Energie in sie hineinfließen, damit Hilde herausfinden konnte, was die wirkliche Ursache für ihr Leiden war. Nach einiger Zeit tauchten die ersten Bilder aus ihrem Unterbewusstsein im Bewusstsein auf. Sie fing an zu lachen und sah sich im Alter von vier oder fünf Jahren zusammen mit ihrem Zwillingsbruder in ihrem gemeinsamen Zimmer spielen. Die beiden hatten großen Spaß und tobten ausgelassen in einem regelrechten Schlachtfeld aus Spielzeug, das vorher einmal ihr Kinderzimmer gewesen war.

Als sie sich gerade eine heftige Kissenschlacht lieferten, kam ihre Großmutter herein. Sie passte auf die beiden auf, da ihre Mutter arbeiten war, und erblickte das Chaos. Sofort fing sie an zu schimpfen und befahl den Kindern, mit dem Unsinn aufzuhören. Völlig erschrocken hörten beide sofort auf und standen wie angewurzelt vor ihrer schimpfenden Oma.

Als ich Hilde fragte, was als Nächstes passierte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie erzählte, dass ihre Oma ihren Bruder auf den Arm nahm und nur ihr allein die Schuld für das ganze Tohuwabohu gab.

Ich fragte Hilde, wie sie sich dabei gefühlt habe. Sie antwortete, dass es sich schrecklich angefühlt habe. Obwohl beide daran beteiligt gewesen waren, bekam nur sie die Schuld. Das war ungerecht, und sie wollte am liebsten den Raum verlassen.
„Meine Großmutter hat meinen Bruder schon immer bevorzugt“, sagte sie.

„Was passiert als Nächstes?“, fragte ich.

„Meine Oma sagte mir, ich dürfe den Raum erst verlassen, wenn ich alles vollständig aufgeräumt hätte. Dann ging sie mit meinem Bruder hinaus, schloss die Tür, und ich blieb allein zurück. Ich war sehr traurig und habe geweint. Ich räumte auf, so gut ich es eben konnte – aber meine Oma kam nicht zurück.“

„Warum nicht?“, hakte ich nach.

„Meine Mutter kam nach Hause, und meine Großmutter ist wohl direkt gegangen. Dann öffnete meine Mutter die Tür, begrüßte mich und holte mich zum Essen.“

Nachdem wir die Heilsitzung beendet hatten, fragte ich Hilde, wie sie sich jetzt fühle. Sie lächelte und sagte:

Zusammenhang zwischen Putzzwang und Kindheitserfahrungen

„Ich verstehe jetzt, warum ich diesen Putzzwang habe. Jetzt ist mir alles klar geworden. Ich warte heute noch darauf, dass meine Großmutter mich aus dem Zimmer holt!“

„Genau“, antwortete ich. „Du hast damals ein kleines Trauma erlitten. Manchmal kann bei Kindern schon eine scheinbare Kleinigkeit ein Trauma auslösen.“

Ein Trauma entsteht durch einen Schock, der nicht aufgelöst werden konnte – wie ich an anderer Stelle dieses Blogs bereits erwähnt habe. Kommen zu einem solchen Schock noch Angst und Schuldgefühle hinzu, kann das später zu verschiedenen Neurosen oder sogar schwereren psychischen Problemen führen.

„In deinem Fall“, erklärte ich ihr, „hast du einen Putzzwang entwickelt. Du konntest den Raum – beziehungsweise heute deine Wohnung – nicht verlassen, bevor für dich nicht alles perfekt aufgeräumt war. Andernfalls hättest du unterschwellige Schuldgefühle gehabt, die dich stark verunsichert hätten.“

„Das stimmt“, sagte Hilde. „Ich fühlte mich dann immer irgendwie schuldig.“

„Deine Großmutter hat dich damals im Zimmer zurückgelassen. Obwohl du alles so gut wie möglich aufgeräumt hattest, kam sie nicht zurück, um dich aus dieser Situation zu entlassen. Dabei wäre genau das notwendig gewesen. Sie hat dir die Strafe auferlegt – und nur sie hätte sie auch wieder aufheben können. Dadurch, dass sie es nicht tat, blieben die Schuldgefühle bestehen.“

Ich fragte sie: „Wie lange hast du diesen Putzzwang schon?“

„Ungefähr seit zwei Jahren“, antwortete Hilde.

„Kann es sein“, sagte ich, „dass deine Großmutter ungefähr vor zwei Jahren verstorben ist?“

„Ja, das stimmt!“, antwortete Hilde und sah mich an, als würden ihr sprichwörtlich die Schuppen von den Augen fallen. „Meinst du, dass ich jetzt von diesem Zwang befreit bin?“

„Nun“, antwortete ich, „das werden wir spätestens sehen, wenn du wieder zur Arbeit gehst. Die Ursache deines Problems ist jetzt an die Oberfläche gekommen. Sobald ein Mensch die Ursache für sein Verhalten wirklich versteht, können sich die Probleme oft auflösen, weil das Unterbewusstsein keinen Grund mehr hat, diese alten Gefühle immer wieder hervorzurufen.“

Wenn wir beginnen, diese inneren Ursachen zu verstehen, kann sich ein neuer Weg öffnen:
mehr Bewusstheit, mehr Selbstmitgefühl – und Schritt für Schritt mehr Freiheit im eigenen Leben.

Einige Tage später rief mich eine überglückliche Hilde an. Sie berichtete mir, dass sie keinerlei Drang mehr verspüre, diesen Zwang auszuführen. Man könne sich kaum vorstellen, wie glücklich und befreit sie sich fühle, einfach einmal eine unordentliche Wohnung zurückzulassen.

So schön kann das Leben manchmal sein. 🙂

Unsichtbare Schmerzen. Wenn alte Schocks unser Leben steuern

Unsichtbare Schmerzen entstehen oft durch alte Schocks, die im Unterbewusstsein weiterwirken. Viele Menschen spüren diese Belastungen, ohne den Ursprung zu kennen. In diesem Artikel erfährst du, wie alte Traumata unser Leben steuern und welche Heilungsansätze helfen können.

Wie alte Schocks unser Unterbewusstsein beeinflussen

Nach Unfällen leiden viele Menschen Monate- oder sogar jahrelang unter Schmerzen, selbst wenn es keine offensichtliche Ursache gibt. Schmerz hat jedoch viele Gründe. Häufig übersehen wird, dass ein fortdauernder Schockzustand eine zentrale Rolle spielen kann. Ein Unfall kann einen Schock auslösen, der Monate oder sogar Jahre anhält. Geistiges Heilen kann helfen, diese Schockenergie freizusetzen und den Weg zur Gesundung zu ebnen.

alte Schocks und Trauma Energiearbeit

Erschöpfung und Burnout gehören immer häufiger zu unserem Alltag. Alles um uns herum wird schneller, und damit steigt der Verbrauch unserer körpereigenen Energie. Tragen wir zusätzlich unbewusst ein Trauma in uns, das im Unterbewusstsein blockiert wird, kostet uns das weitere Energie und kann langfristig zu Krankheit führen.

Oft wird ein Trauma nicht mit Energielosigkeit in Verbindung gebracht. Stattdessen wird Stress oder eine ungesunde Lebensweise verantwortlich gemacht. Oberflächlich betrachtet ist das naheliegend, doch Symptome wie Burnout, Depression oder chronische Energielosigkeit verdienen eine tiefergehende Ursachenforschung.

Fallbeispiel: Lenas Erfahrung mit alten Traumata

Ein Beispiel: Lena (Name geändert), 32 Jahre alt, bat mich um eine Reiki-Sitzung. Sie berichtete, dass sie sich oft schlapp und energielos fühle und Probleme beim Ein- und Durchschlafen habe. Sie machte ihren Lebensstil dafür verantwortlich, da sie viel arbeitete und unter großem Stress stand.

Während der Reiki-Sitzung klagte Lena über leichte Schmerzen am Bauch und Brustbereich. Auf Nachfrage erklärte ich, dass dies ein „Echo“ aus der Vergangenheit sein könnte. Lena erinnerte sich, dass sie als etwa Zweijährige von einem Pferd getreten wurde und drei Monate in einem Korsett im Krankenhaus verbringen musste. Die damaligen Verletzungen waren längst verheilt, und Lena hatte keine bewussten Erinnerungen daran – sie wusste nur durch die Erzählungen ihrer Mutter davon.

Ein solches körperliches Trauma verbraucht viel Energie, um im Unterbewusstsein verborgen zu bleiben. Solche Traumata können uns jahrelang oder sogar ein Leben lang begleiten, ohne dass wir es merken. Reiki allein kann hier nur kurzfristig Symptome lindern; für eine dauerhafte Besserung ist es sinnvoller, die Ursache aufzudecken.

Wir vereinbarten eine Heilsitzung. Im Vorgespräch erkundigte ich mich nach Lenas Leben und ihrer Vergangenheit. Auf die Frage nach Phobien berichtete sie, dass sie ohne Licht nicht einschlafen könne. Sie habe Angst, dass „jemand“ komme. Diese Information merkte ich mir für die Sitzung vor.

Wege zur Heilung unsichtbarer Schmerzen

Während der Heilsitzung begann Lena, Bilder aus ihrer Vergangenheit zu sehen. Sie erinnerte sich an einen Sommer auf einem Bauernhof: Sie spielte allein auf dem Gelände, zog am Schweif eines Pferdes und wurde getreten. Danach lag sie verletzt auf dem Boden, während ihre Mutter schreiend zu ihr lief. Ein Hubschrauber landete, Sanitäter brachten sie ins Krankenhaus, legten ein Korsett an und ließen sie von ihren Eltern getrennt. Lena erlebte diese Ereignisse noch einmal, spürte Angst und Panik, fühlte sich allein gelassen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung konnte die erwachsene Lena die kleine Lena in ihre Arme nehmen, sie trösten und ihr geben, was ihr damals fehlte: Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Durch diese Erfahrung löste sich die alte Schockenergie, und Heilung konnte eintreten. Lena erklärte der Kleinen, dass sie immer für sie da sein werde. Danach wurde sie behutsam in die Realität zurückgeführt.

Nach der Sitzung berichtete Lena, dass sie nun wieder schlafen könne, ohne Licht im Zimmer, und dass ihre Energielosigkeit verschwunden sei. Auch spätere Erfahrungen, wie das Betreten eines Krankenhauses oder das Sehen eines Hubschraubers, lösten keine Angst mehr aus. Ihr Unterbewusstsein hatte verstanden, dass keine Gefahr mehr drohte.

Diese Heilsitzung zeigt, wie tief Traumata im Unterbewusstsein verankert sein können und wie sie unser Energielevel langfristig beeinflussen. Das Aufdecken und Verarbeiten solcher Traumata ist entscheidend für dauerhafte Heilung und die Wiederherstellung der vollen Lebensenergie.

Frühchen im Brutkasten: Wie erste Gefühle unser Leben prägen

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Eine Reiki-Schülerin bat mich um eine Heilsitzung. Sie hatte den zweiten Reiki-Grad bei mir absolviert und kannte dadurch auch meine Arbeit als Heiler. Nennen wir sie Vicky. Sie ist 25 Jahre alt, eine sehr freundliche und liebevolle Persönlichkeit.

Vicky berichtete, dass sie seit einiger Zeit in bestimmten Situationen plötzlich und scheinbar aus dem Nichts sehr eifersüchtig auf andere Personen wurde. Meist handelte es sich um Personen aus ihrem Familienkreis. Sie erzählte von einem besonders heftigen Vorfall beim letzten Weihnachtsfest: Sie feierte mit ihrem Freund und dessen Schwester. Als sie sich gegenseitig Geschenke überreichten, überkamen Vicky plötzlich Gefühle von Neid und Eifersucht auf die Schwester ihres Freundes. Sie machte ihrem Freund eine Szene und war wütend auf ihn und seine Schwester.

Obwohl sie beide sehr liebte und selbst ein tolles Geschenk von ihrem Freund erhalten hatte, konnte sie nichts gegen diese Gefühle tun. Danach tat es ihr leid, und sie konnte nicht verstehen, warum sie sich so verhalten hatte. Eigentlich passte das überhaupt nicht zu ihr.

Ich befragte sie zu ihrer Familiensituation und ihrer Kindheit. Nichts deutete auf ein Trauma hin, das ihr Verhalten erklären könnte. Wir begannen mit der Heilsitzung, in der ich Vicky durch Heilenergie auf eine andere Bewusstseinsebene führte, um die Ursache ihrer Problematik zu finden.

Nach einiger Zeit zeigten sich erste Bilder. Vicky erinnerte sich an Momente, in denen sie Angst hatte, dass ihre Eltern nicht zurückkommen würden, wenn sie nur kurz zum Einkaufen gingen. Sie bekam regelmäßig Panikgefühle. Auch hatte sie Angst, dass ihre ältere Schwester plötzlich nicht zurückkehren könnte. Wir blieben auf dieser Spur und ich fragte ihr Unterbewusstsein nach der Ursache dieser Gefühle.

Bald änderten sich die Bilder: Vicky sah sich selbst als Säugling in einem durchsichtigen Brutkasten liegen. Sie war ein Frühchen und musste zunächst in einem Inkubator verweilen – eine Tatsache, die sie zuvor nicht erwähnt hatte, da sie ihr unwichtig erschien. Sie berichtete, dass ihre Eltern zeitweise bei ihr waren, dann aber wieder gehen mussten. Für die kleine Vicky war das sehr schlimm; sie fürchtete, dass sie nicht zurückkommen könnten.

Besonders freute sie sich, wenn ihre Eltern wiederkamen, und auch ihre Schwester besuchte sie und spielte mit ihr. Vicky genoss die volle Aufmerksamkeit der Familie, beobachtete die Spiele ihrer Schwester und sehnte sich nach Zuneigung. Auch die Großmutter kam manchmal vorbei, spielte und umarmte die Schwester, während Vicky sich nach derselben Aufmerksamkeit sehnte.

Als ich Vicky fragte, wie sie sich dabei fühlte, antwortete sie: „Ich glaube, ich bin eifersüchtig. Ich will auch das Spielzeug haben, das meine Schwester hat. Ich will auch von meiner Oma umarmt werden. Es macht mich wütend, dass es keiner bemerkt.“

Damit hatten wir die Ursache gefunden. Vicky erkannte, dass die Wurzeln ihrer Eifersucht und Angst in diesem frühkindlichen Erlebnis lagen. Nach der Sitzung konnte sie die kleine Vicky in ihre Arme nehmen und Frieden mit der damaligen Situation schließen. Die kleine Vicky wurde in ihr jetziges Leben integriert, und die Angst vor Verlassenwerden konnte losgelassen werden.

Ist es nicht erstaunlich, wie viel wir bereits im frühesten Stadium unseres Lebens aufnehmen? Auch wenn wir uns nicht bewusst daran erinnern, speichert unser Unterbewusstsein alles ab. Manche Klienten erinnern sich in Heilsitzungen sogar an Traumatisierungen aus der Zeit im Mutterbauch.

Einige Zeit später berichtete Vicky: „Kurz vor Ostern war ich ein paar Tage mit meinem Freund bei seiner Schwester. Es war so entspannt wie nie zuvor. Ich war sogar ein bisschen stolz darauf.“