Die kalte Flasche

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In „Die kalte Flasche“ erzählt ein langjähriger Freund seine bewegende Geschichte: Wie ein Erlebnis aus der Kindheit – die symbolische „kalte Flasche“ – sein Leben und Verhalten prägte und welche Rolle darunter liegende Traumata spielten.


Die kalte Flasche – Wie alte Kindheitstraumata unser Verhalten prägen

Eines guten Tages stand ein alter Freund vor mir und bat mich um eine Sitzung. Wir sahen uns nicht oft, doch wenn wir uns trafen, war es immer eine Freude für uns beide. An diesem Tag jedoch sah ich sofort, dass es ihm wirklich nicht gut ging, und wir vereinbarten umgehend einen Termin.

Mein Freund – nennen wir ihn hier Holger – war 48 Jahre alt, ein sehr angenehmer, sympathischer und freundlicher Mann. Er schilderte mir seine Problematik.

Er erzählte mir, dass er sich vor kurzem an einem Wochenende so fürchterlich betrunken hatte, dass er schließlich in einem Krankenhaus aufgewacht war. Dort teilten ihm die Ärzte mit, dass er in einem akuten Stadium eines Deliriums eingeliefert worden war. Die Ursache war ein sehr starker Alkoholkonsum, der sich offenbar über mehrere Tage hingezogen hatte.

Holger konnte sich kaum noch an etwas erinnern. Für ihn war es eine schreckliche Erfahrung gewesen, in einem Krankenhaus aufzuwachen und eine solche Diagnose zu erhalten.

Er hatte schon immer ein leichtes Alkoholproblem – wie er es nannte. Aber so schlimm war es noch nie gewesen. Die Situation hatte ihn so sehr beunruhigt, dass er nun zum ersten Mal Hilfe in Anspruch nehmen wollte.

Ich kannte ihn bereits lange und wusste von seinen seelischen Schwierigkeiten. Wir hatten manchmal darüber gesprochen, und ich hatte ihm öfter geraten, vielleicht einmal eine Psychotherapie in Erwägung zu ziehen.

Er lächelte dann meist nur und sagte:

„Wenn es wirklich einmal so weit mit mir kommt, dann komme ich lieber zu dir.“

Dann lachten wir und wechselten das Thema.

Nun war dieser Moment offenbar gekommen.

Ich fragte ihn, was kurz vor diesem Wochenende passiert sei, dass er so viel getrunken hatte.

„Eigentlich nichts Besonderes“, antwortete er. „Vielleicht gab es in der Woche etwas mehr Stress bei der Arbeit, aber das kommt ja öfter vor. Trotzdem war ich an den Tagen etwas mehr down als sonst. Das habe ich ja öfter, wie du weißt.“

„Ja, ich erinnere mich“, sagte ich. „Was machst du dann genau, wenn du in so eine Phase kommst?“

Holger überlegte kurz.

„Meist passiert das am Wochenende. Ich fühle mich dann plötzlich sehr allein und traurig. Ich kann dir nicht sagen warum. Es kommt ganz plötzlich, wie aus dem Nichts. Dann will ich nur noch allein sein und verbarrikadiere mich zu Hause. Ich lege mich aufs Bett und starre an die Decke. Ich fühle mich dann wie gelähmt, bin kaum fähig zu denken oder mich zu bewegen. Dann fange ich an zu trinken – solange, bis ich völlig betrunken bin.“

„Kannst du beschreiben, wie du dich in so einer Situation fühlst?“

Holger atmete tief durch.

„Das ist schwer zu beschreiben. Es ist wie eine Mischung aus Angst und Trauer. Es ist wirklich ganz furchtbar.“

Tränen schimmerten in seinen Augen.

„Ich glaube, ich erzähle das gerade zum ersten Mal …“

Ich nickte verständnisvoll.

„Du hast mir einmal erzählt, dass du ein Adoptivkind bist.“

„Ja“, antwortete er. „Meine leiblichen Eltern kenne ich nicht. Zu meinen Adoptiveltern habe ich aber ein sehr liebevolles Verhältnis.“

„Gut“, sagte ich. „Wenn du möchtest, können wir versuchen herauszufinden, was die Ursache deiner Probleme ist.“

Holger grinste leicht.

„Wird das weh tun?“

Ich lächelte zurück.

„Ganz ohne Schmerz wird es wahrscheinlich nicht gehen. Aber keine Sorge – ich bin bei dir.“

Ich erklärte ihm, was wir während der Sitzung tun würden, und er war einverstanden.

Dann begannen wir.

Ich stellte mich hinter Holger, bat ihn, die Augen zu schließen, und ließ meine Heilenergie in ihn hineinströmen.

Nach einiger Zeit zuckte er leicht.

„Was siehst du?“, fragte ich.

Holger schwieg einen Moment.

Dann sagte er mit belegter Stimme:

„Ich bin auf dem Arm von jemandem.“

„Bei wem?“

„Bei meiner Mutter … meiner wirklichen Mutter. Es fühlt sich wunderbar an. Ich bin so glücklich.“

„Wie alt bist du?“

„Vielleicht ein Jahr.“

Plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck.

„Was passiert jetzt?“, fragte ich.

„Ein Mann ist gekommen. Meine Mutter und er streiten sich. Sie sind sehr laut.“

Er schluckte.

„Meine Mutter legt mich zurück in mein Gitterbettchen. Nach einer Weile gehen beide aus dem Zimmer.“

„Was machst du?“

Kurze Pause.

„Ich liege im Bettchen und weine. Niemand beachtet mich.“

„Was passiert dann?“

„Ich liege dort und wimmere. Ich weiß nicht wie lange. Es ist schrecklich. Niemand kommt. Ich bin vollkommen erschöpft und schlafe schließlich ein.“

„Und dann?“

„Ich wache wieder auf. Immer noch allein. Ich starre an die Decke. Ich habe solche Angst. Ich will zu meiner Mama, aber sie ist nicht da. Ich habe Hunger. Ich schreie und schreie – aber irgendwann schlafe ich wieder ein.“

Nach einer kurzen Pause fuhr Holger fort:

„Ich werde wieder wach. Ich höre Stimmen. Schritte. Die Tür geht auf. Männer und Frauen kommen herein. Ich kenne sie nicht.“

„Was passiert dann?“

„Sie holen mich aus dem Bett. Eine Frau nimmt mich auf den Arm. Sie sagt beruhigende Worte. Dann bringen sie mich weg.“

„Wie fühlst du dich?“

„Erschöpft. Verwirrt. Aber auch erleichtert, dass endlich jemand gekommen ist.“

Er holte tief Luft.

„Man bringt mich in ein Krankenhaus. Ich liege wieder in einem Gitterbett. Da sind auch andere Kinder. Ich höre sie weinen.“

„Wo ist meine Mama?“, sagte Holger leise.

„Ich weine wieder. Eine Frau kommt. Ich kenne sie nicht. Sie nimmt mich auf den Arm und gibt mir eine Flasche.“

Er machte eine Pause.

„Aber sie fühlt sich nicht liebevoll an. Sie macht nur ihre Arbeit. Ihre Umarmung fühlt sich kalt an. Und die Flasche fühlt sich auch kalt an.“

Er flüsterte:

„Eine kalte Flasche.“

„Dann liege ich wieder da und starre an die Decke. Ich sehe das kalte Licht der Lampen. Ich bin wie gelähmt.“

Er schluckte.

„Manchmal weine ich. Aber da weinen noch viele andere Kinder. Es dauert oft, bis jemand kommt.“

Dann wieder:

„Die Frau kommt und gibt mir die Flasche. Aber sie fühlt sich wieder so kalt an.“

„Eine kalte Flasche …“

Holger erzählte weiter, dass später seine Adoptiveltern kamen und ihn zu sich nahmen. Von da an ging es ihm besser. Doch den Schmerz über den Verlust seiner Mutter trug er immer in sich.

Später, als Erwachsener, zog er immer wieder Frauen an, die ihn schließlich verließen. Diese Erfahrungen trafen ihn jedes Mal tief.

Dann begann er zu trinken.

Er legte sich aufs Bett, starrte an die Decke und fühlte sich wie gelähmt.

Genau wie damals.

Ich fragte ihn schließlich:

„Woher kennst du dieses Gefühl der ‚kalten Flasche‘?“

Holger dachte nach.

Dann sagte er leise:

„Das ist genau so, wie wenn ich trinke. Wenn ich allein bin, trinke ich oft direkt aus der Flasche. Dann ist das die kalte Flasche aus meiner Kindheit … mein Ersatz.“

Ich nickte.

„Genau. Die kalte Flasche ohne Liebe.“

Holger sah mich an.

„Aber warum tue ich das? Es hat mir doch nie gut getan. Warum wiederhole ich das?“

Ich erklärte ihm:

„Dein Unterbewusstsein hat dieses Trauma gespeichert. Immer wenn du in eine ähnliche Situation kommst – zum Beispiel wenn dich eine Frau verlässt – erinnert sich dein Unterbewusstsein an den Moment, als du deine Mutter verloren hast. Dann kommen die alten Gefühle wieder hoch: Angst, Verwirrung, Einsamkeit. Und du wiederholst unbewusst das Verhalten von damals. Du legst dich hin. Du bewegst dich kaum. Du starrst an die Decke. Und dann greifst du zum Alkohol, zur kalten Flasche.“

Ich machte eine kurze Pause.

„Als du damals im Krankenhaus warst, bekamst du zum ersten Mal wieder Aufmerksamkeit. Leider nicht die Liebe deiner Mutter, sondern die Fürsorge einer überarbeiteten Krankenschwester. Sie gab dir die Flasche. Sie fühlte sich kalt an – ohne Liebe. Aber sie linderte deinen Schmerz wenigstens ein wenig.“

Ich erklärte ihm weiter, dass Kinder in solchen Situationen oft glauben, sie selbst seien schuld daran, dass ihre Eltern verschwinden.

Diese unbewussten Schuldgefühle können später zu selbstzerstörerischem Verhalten führen.

Holger liefen Tränen über das Gesicht.

„Jetzt verstehe ich endlich, warum ich das tue.“

In der weiteren Sitzung führte ich Holger auf spiritueller Ebene noch einmal zu seiner Mutter. Dort konnte er klären, warum sie damals nicht mehr zurückgekommen war.

Dann ging der erwachsene Holger zu dem kleinen Holger im Krankenhausbett. Endlich holte er ihn aus dem Gitterbettchen heraus. Er nahm ihn in den Arm, tröstete ihn und erklärte ihm, dass er keine Schuld trug. Er versprach ihm, von nun an immer für ihn da zu sein.

Dann nahm er den kleinen Holger mit in sein heutiges Leben.

Wir beendeten die Sitzung.

Ein glücklicher Holger sah mich an – und lächelte.

Von diesem Tag an sollte er frei sein von seinem Alkoholproblem.

Putzzwang und Kindheitstrauma

„Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose.“
(Quelle: Wikipedia)

Putzzwang und Kindheitstrauma – Zusammenhang zwischen Zwang und innerem Stress

Wenn die Vergangenheit den Alltag bestimmt: Die Geschichte von Hilde

In einer meiner Heilsitzungen traf ich auf eine Dame mittleren Alters. Nennen wir sie Hilde. Hilde berichtete mir, dass sie unter einem enormen Druck leide, ausgelöst durch eine Zwangsstörung.

Hilde konnte ihre Wohnung nicht verlassen, bevor sie nicht absolut sicher war, dass wirklich alles pikobello aufgeräumt und sauber war – ein klassischer Putzzwang. Mittlerweile war es sogar schon so weit gekommen, dass sie immer häufiger zu spät zur Arbeit erschien und ihr Arbeitgeber ihr bereits mit Konsequenzen drohte. Eine Abmahnung hatte sie schon erhalten. Obwohl sie alles versuchte, um die Wohnung rechtzeitig zu verlassen und pünktlich zur Arbeit zu kommen, gelang es ihr nicht.

Putzzwang und Kindheitstrauma – eine überraschende Ursache

Ich stellte mich hinter sie und ließ meine Energie in sie hineinfließen, damit Hilde herausfinden konnte, was die wirkliche Ursache für ihr Leiden war. Nach einiger Zeit tauchten die ersten Bilder aus ihrem Unterbewusstsein im Bewusstsein auf. Sie fing an zu lachen und sah sich im Alter von vier oder fünf Jahren zusammen mit ihrem Zwillingsbruder in ihrem gemeinsamen Zimmer spielen. Die beiden hatten großen Spaß und tobten ausgelassen in einem regelrechten Schlachtfeld aus Spielzeug, das vorher einmal ihr Kinderzimmer gewesen war.

Als sie sich gerade eine heftige Kissenschlacht lieferten, kam ihre Großmutter herein. Sie passte auf die beiden auf, da ihre Mutter arbeiten war, und erblickte das Chaos. Sofort fing sie an zu schimpfen und befahl den Kindern, mit dem Unsinn aufzuhören. Völlig erschrocken hörten beide sofort auf und standen wie angewurzelt vor ihrer schimpfenden Oma.

Als ich Hilde fragte, was als Nächstes passierte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie erzählte, dass ihre Oma ihren Bruder auf den Arm nahm und nur ihr allein die Schuld für das ganze Tohuwabohu gab.

Ich fragte Hilde, wie sie sich dabei gefühlt habe. Sie antwortete, dass es sich schrecklich angefühlt habe. Obwohl beide daran beteiligt gewesen waren, bekam nur sie die Schuld. Das war ungerecht, und sie wollte am liebsten den Raum verlassen.
„Meine Großmutter hat meinen Bruder schon immer bevorzugt“, sagte sie.

„Was passiert als Nächstes?“, fragte ich.

„Meine Oma sagte mir, ich dürfe den Raum erst verlassen, wenn ich alles vollständig aufgeräumt hätte. Dann ging sie mit meinem Bruder hinaus, schloss die Tür, und ich blieb allein zurück. Ich war sehr traurig und habe geweint. Ich räumte auf, so gut ich es eben konnte – aber meine Oma kam nicht zurück.“

„Warum nicht?“, hakte ich nach.

„Meine Mutter kam nach Hause, und meine Großmutter ist wohl direkt gegangen. Dann öffnete meine Mutter die Tür, begrüßte mich und holte mich zum Essen.“

Nachdem wir die Heilsitzung beendet hatten, fragte ich Hilde, wie sie sich jetzt fühle. Sie lächelte und sagte:

Zusammenhang zwischen Putzzwang und Kindheitserfahrungen

„Ich verstehe jetzt, warum ich diesen Putzzwang habe. Jetzt ist mir alles klar geworden. Ich warte heute noch darauf, dass meine Großmutter mich aus dem Zimmer holt!“

„Genau“, antwortete ich. „Du hast damals ein kleines Trauma erlitten. Manchmal kann bei Kindern schon eine scheinbare Kleinigkeit ein Trauma auslösen.“

Ein Trauma entsteht durch einen Schock, der nicht aufgelöst werden konnte – wie ich an anderer Stelle dieses Blogs bereits erwähnt habe. Kommen zu einem solchen Schock noch Angst und Schuldgefühle hinzu, kann das später zu verschiedenen Neurosen oder sogar schwereren psychischen Problemen führen.

„In deinem Fall“, erklärte ich ihr, „hast du einen Putzzwang entwickelt. Du konntest den Raum – beziehungsweise heute deine Wohnung – nicht verlassen, bevor für dich nicht alles perfekt aufgeräumt war. Andernfalls hättest du unterschwellige Schuldgefühle gehabt, die dich stark verunsichert hätten.“

„Das stimmt“, sagte Hilde. „Ich fühlte mich dann immer irgendwie schuldig.“

„Deine Großmutter hat dich damals im Zimmer zurückgelassen. Obwohl du alles so gut wie möglich aufgeräumt hattest, kam sie nicht zurück, um dich aus dieser Situation zu entlassen. Dabei wäre genau das notwendig gewesen. Sie hat dir die Strafe auferlegt – und nur sie hätte sie auch wieder aufheben können. Dadurch, dass sie es nicht tat, blieben die Schuldgefühle bestehen.“

Ich fragte sie: „Wie lange hast du diesen Putzzwang schon?“

„Ungefähr seit zwei Jahren“, antwortete Hilde.

„Kann es sein“, sagte ich, „dass deine Großmutter ungefähr vor zwei Jahren verstorben ist?“

„Ja, das stimmt!“, antwortete Hilde und sah mich an, als würden ihr sprichwörtlich die Schuppen von den Augen fallen. „Meinst du, dass ich jetzt von diesem Zwang befreit bin?“

„Nun“, antwortete ich, „das werden wir spätestens sehen, wenn du wieder zur Arbeit gehst. Die Ursache deines Problems ist jetzt an die Oberfläche gekommen. Sobald ein Mensch die Ursache für sein Verhalten wirklich versteht, können sich die Probleme oft auflösen, weil das Unterbewusstsein keinen Grund mehr hat, diese alten Gefühle immer wieder hervorzurufen.“

Wenn wir beginnen, diese inneren Ursachen zu verstehen, kann sich ein neuer Weg öffnen:
mehr Bewusstheit, mehr Selbstmitgefühl – und Schritt für Schritt mehr Freiheit im eigenen Leben.

Einige Tage später rief mich eine überglückliche Hilde an. Sie berichtete mir, dass sie keinerlei Drang mehr verspüre, diesen Zwang auszuführen. Man könne sich kaum vorstellen, wie glücklich und befreit sie sich fühle, einfach einmal eine unordentliche Wohnung zurückzulassen.

So schön kann das Leben manchmal sein. 🙂

Unsichtbare Schmerzen. Wenn alte Schocks unser Leben steuern

Unsichtbare Schmerzen entstehen oft durch alte Schocks, die im Unterbewusstsein weiterwirken. Viele Menschen spüren diese Belastungen, ohne den Ursprung zu kennen. In diesem Artikel erfährst du, wie alte Traumata unser Leben steuern und welche Heilungsansätze helfen können.

Wie alte Schocks unser Unterbewusstsein beeinflussen

Nach Unfällen leiden viele Menschen Monate- oder sogar jahrelang unter Schmerzen, selbst wenn es keine offensichtliche Ursache gibt. Schmerz hat jedoch viele Gründe. Häufig übersehen wird, dass ein fortdauernder Schockzustand eine zentrale Rolle spielen kann. Ein Unfall kann einen Schock auslösen, der Monate oder sogar Jahre anhält. Geistiges Heilen kann helfen, diese Schockenergie freizusetzen und den Weg zur Gesundung zu ebnen.

alte Schocks und Trauma Energiearbeit

Erschöpfung und Burnout gehören immer häufiger zu unserem Alltag. Alles um uns herum wird schneller, und damit steigt der Verbrauch unserer körpereigenen Energie. Tragen wir zusätzlich unbewusst ein Trauma in uns, das im Unterbewusstsein blockiert wird, kostet uns das weitere Energie und kann langfristig zu Krankheit führen.

Oft wird ein Trauma nicht mit Energielosigkeit in Verbindung gebracht. Stattdessen wird Stress oder eine ungesunde Lebensweise verantwortlich gemacht. Oberflächlich betrachtet ist das naheliegend, doch Symptome wie Burnout, Depression oder chronische Energielosigkeit verdienen eine tiefergehende Ursachenforschung.

Fallbeispiel: Lenas Erfahrung mit alten Traumata

Ein Beispiel: Lena (Name geändert), 32 Jahre alt, bat mich um eine Reiki-Sitzung. Sie berichtete, dass sie sich oft schlapp und energielos fühle und Probleme beim Ein- und Durchschlafen habe. Sie machte ihren Lebensstil dafür verantwortlich, da sie viel arbeitete und unter großem Stress stand.

Während der Reiki-Sitzung klagte Lena über leichte Schmerzen am Bauch und Brustbereich. Auf Nachfrage erklärte ich, dass dies ein „Echo“ aus der Vergangenheit sein könnte. Lena erinnerte sich, dass sie als etwa Zweijährige von einem Pferd getreten wurde und drei Monate in einem Korsett im Krankenhaus verbringen musste. Die damaligen Verletzungen waren längst verheilt, und Lena hatte keine bewussten Erinnerungen daran – sie wusste nur durch die Erzählungen ihrer Mutter davon.

Ein solches körperliches Trauma verbraucht viel Energie, um im Unterbewusstsein verborgen zu bleiben. Solche Traumata können uns jahrelang oder sogar ein Leben lang begleiten, ohne dass wir es merken. Reiki allein kann hier nur kurzfristig Symptome lindern; für eine dauerhafte Besserung ist es sinnvoller, die Ursache aufzudecken.

Wir vereinbarten eine Heilsitzung. Im Vorgespräch erkundigte ich mich nach Lenas Leben und ihrer Vergangenheit. Auf die Frage nach Phobien berichtete sie, dass sie ohne Licht nicht einschlafen könne. Sie habe Angst, dass „jemand“ komme. Diese Information merkte ich mir für die Sitzung vor.

Wege zur Heilung unsichtbarer Schmerzen

Während der Heilsitzung begann Lena, Bilder aus ihrer Vergangenheit zu sehen. Sie erinnerte sich an einen Sommer auf einem Bauernhof: Sie spielte allein auf dem Gelände, zog am Schweif eines Pferdes und wurde getreten. Danach lag sie verletzt auf dem Boden, während ihre Mutter schreiend zu ihr lief. Ein Hubschrauber landete, Sanitäter brachten sie ins Krankenhaus, legten ein Korsett an und ließen sie von ihren Eltern getrennt. Lena erlebte diese Ereignisse noch einmal, spürte Angst und Panik, fühlte sich allein gelassen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung konnte die erwachsene Lena die kleine Lena in ihre Arme nehmen, sie trösten und ihr geben, was ihr damals fehlte: Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Durch diese Erfahrung löste sich die alte Schockenergie, und Heilung konnte eintreten. Lena erklärte der Kleinen, dass sie immer für sie da sein werde. Danach wurde sie behutsam in die Realität zurückgeführt.

Nach der Sitzung berichtete Lena, dass sie nun wieder schlafen könne, ohne Licht im Zimmer, und dass ihre Energielosigkeit verschwunden sei. Auch spätere Erfahrungen, wie das Betreten eines Krankenhauses oder das Sehen eines Hubschraubers, lösten keine Angst mehr aus. Ihr Unterbewusstsein hatte verstanden, dass keine Gefahr mehr drohte.

Diese Heilsitzung zeigt, wie tief Traumata im Unterbewusstsein verankert sein können und wie sie unser Energielevel langfristig beeinflussen. Das Aufdecken und Verarbeiten solcher Traumata ist entscheidend für dauerhafte Heilung und die Wiederherstellung der vollen Lebensenergie.

Frühchen im Brutkasten: Wie erste Gefühle unser Leben prägen

Frühgeborenes – erste emotionale Erfahrungen und Bindung

Wie Eifersucht und Bindung schon im Brutkasten entstehen können

Schon früh erleben Babys Gefühle, die uns ein Leben lang begleiten. Bindung, Nähe und erste Wahrnehmungen können unser Verhalten, Eifersucht und emotionale Reaktionen beeinflussen.

Eine Reiki-Schülerin bat mich um eine Heilsitzung. Sie hatte den zweiten Reiki-Grad bei mir absolviert und kannte dadurch auch meine Arbeit als Heiler. Nennen wir sie Vicky. Sie ist 25 Jahre alt, eine sehr freundliche und liebevolle Persönlichkeit.

Vicky berichtete, dass sie seit einiger Zeit in bestimmten Situationen plötzlich und scheinbar aus dem Nichts sehr eifersüchtig auf andere Personen wurde. Meist handelte es sich um Personen aus ihrem Familienkreis. Sie erzählte von einem besonders heftigen Vorfall beim letzten Weihnachtsfest: Sie feierte mit ihrem Freund und dessen Schwester. Als sie sich gegenseitig Geschenke überreichten, überkamen Vicky plötzlich Gefühle von Neid und Eifersucht auf die Schwester ihres Freundes. Sie machte ihrem Freund eine Szene und war wütend auf ihn und seine Schwester.

Obwohl sie beide sehr liebte und selbst ein tolles Geschenk von ihrem Freund erhalten hatte, konnte sie nichts gegen diese Gefühle tun. Danach tat es ihr leid, und sie konnte nicht verstehen, warum sie sich so verhalten hatte. Eigentlich passte das überhaupt nicht zu ihr.

Ich befragte sie zu ihrer Familiensituation und ihrer Kindheit. Nichts deutete auf ein Trauma hin, das ihr Verhalten erklären könnte. Wir begannen mit der Heilsitzung, in der ich Vicky durch Heilenergie auf eine andere Bewusstseinsebene führte, um die Ursache ihrer Problematik zu finden.

Nach einiger Zeit zeigten sich erste Bilder. Vicky erinnerte sich an Momente, in denen sie Angst hatte, dass ihre Eltern nicht zurückkommen würden, wenn sie nur kurz zum Einkaufen gingen. Sie bekam regelmäßig Panikgefühle. Auch hatte sie Angst, dass ihre ältere Schwester plötzlich nicht zurückkehren könnte. Wir blieben auf dieser Spur und ich fragte ihr Unterbewusstsein nach der Ursache dieser Gefühle.

Bald änderten sich die Bilder: Vicky sah sich selbst als Säugling in einem durchsichtigen Brutkasten liegen. Sie war ein Frühchen und musste zunächst in einem Inkubator verweilen – eine Tatsache, die sie zuvor nicht erwähnt hatte, da sie ihr unwichtig erschien. Sie berichtete, dass ihre Eltern zeitweise bei ihr waren, dann aber wieder gehen mussten. Für die kleine Vicky war das sehr schlimm; sie fürchtete, dass sie nicht zurückkommen könnten.

Besonders freute sie sich, wenn ihre Eltern wiederkamen, und auch ihre Schwester besuchte sie und spielte mit ihr. Vicky genoss die volle Aufmerksamkeit der Familie, beobachtete die Spiele ihrer Schwester und sehnte sich nach Zuneigung. Auch die Großmutter kam manchmal vorbei, spielte und umarmte die Schwester, während Vicky sich nach derselben Aufmerksamkeit sehnte.

Als ich Vicky fragte, wie sie sich dabei fühlte, antwortete sie: „Ich glaube, ich bin eifersüchtig. Ich will auch das Spielzeug haben, das meine Schwester hat. Ich will auch von meiner Oma umarmt werden. Es macht mich wütend, dass es keiner bemerkt.“

Damit hatten wir die Ursache gefunden. Vicky erkannte, dass die Wurzeln ihrer Eifersucht und Angst in diesem frühkindlichen Erlebnis lagen. Nach der Sitzung konnte sie die kleine Vicky in ihre Arme nehmen und Frieden mit der damaligen Situation schließen. Die kleine Vicky wurde in ihr jetziges Leben integriert, und die Angst vor Verlassenwerden konnte losgelassen werden.

Ist es nicht erstaunlich, wie viel wir bereits im frühesten Stadium unseres Lebens aufnehmen? Auch wenn wir uns nicht bewusst daran erinnern, speichert unser Unterbewusstsein alles ab. Manche Klienten erinnern sich in Heilsitzungen sogar an Traumatisierungen aus der Zeit im Mutterbauch.

Einige Zeit später berichtete Vicky: „Kurz vor Ostern war ich ein paar Tage mit meinem Freund bei seiner Schwester. Es war so entspannt wie nie zuvor. Ich war sogar ein bisschen stolz darauf.“

Die unsichtbare Kraft: Gedanken, Emotionen & Krankheit

Gedanken, Emotionen und Krankheit – unsichtbare Kraft und Gesundheit

Die unsichtbare Kraft hinter Krankheit & Heilung

Die unsichtbare Kraft von Gedanken und Emotionen beeinflusst nicht nur unser Erleben, sondern kann auch körperliche Prozesse begleiten. Stress, Freude oder Angst wirken sich auf unser Immunsystem aus – und damit auf Gesundheit und Krankheit.

Hinter jeder Krankheit oder Gesundheitsstörung, die nicht auf Infektionen oder Vererbung zurückzuführen ist, verbirgt sich eine bislang unergründete Ursache. Häufig liegt diese im Bereich der Emotionen: Eine intensive Befürwortung oder Abneigung gegenüber einer bestimmten Situation kann tiefe Spuren im Körper hinterlassen, während eine ausgeglichene Haltung Heilung und Stabilität fördert.

Emotionen und ihr Einfluss auf den Körper

Emotionen sind nicht bloß flüchtige Regungen, sondern lebendige Prozesse, die aus unseren Gedanken hervorgehen. Jeder kraftvolle Gedanke setzt chemische Substanzen frei, begleitet von elektrischen Impulsen, die die Funktionen unseres Körpers maßgeblich beeinflussen. Diese biochemischen und elektrischen Veränderungen können Krankheiten auslösen und aufrechterhalten, solange wir nicht erkennen, welche Gedanken diesen Kreislauf in Gang halten.

Jede einzelne Zelle unseres Körpers ist sich unserer inneren Welt bewusst. Sie reagiert auf unsere Gedanken, heilt oder erleidet Schaden – je nachdem, welche Impulse wir setzen. Gedanken, die dem Wohl anderer dienen, fördern Heilung und Vitalität. Die durch sie ausgelösten chemischen und elektrischen Reaktionen wirken zuerst innerhalb unseres eigenen Körpers, bevor sie in die äußere Welt treten und Einfluss auf andere nehmen können.

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die DNS als ein unveränderliches, vererbtes System. Heute wissen wir, dass sie flexibel ist und sich den Signalen unserer Gedanken anpasst. Ein starker Glaube daran, krank oder gesund zu sein, kann elektrische und chemische Prozesse aktivieren, die diesen Glauben tatsächlich Wirklichkeit werden lassen. Entscheidend ist dabei nicht, was wir äußern, sondern was wir tief in unserem Inneren glauben. Worte allein vermögen wenig, wenn Zweifel im Hintergrund bestehen – denn Zweifel sind ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Sie bewahren uns davor, Gedanken zu folgen, die im Widerspruch zu unseren bisherigen Erfahrungen stehen.

Die moderne Medizin zeigt uns die physischen Manifestationen von Krankheiten. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind wertvoll, doch oft beschränkt auf Symptome, nicht auf die tieferliegenden Ursachen. Die zerstörerische Kraft negativer Gedanken lässt sich bislang noch nicht zuverlässig messen; wir erkennen nur die Folgen, nicht die Quelle. In dieser Lücke zwischen Körper und Geist liegt eine der größten Herausforderungen und Chancen unserer Zeit: das Verstehen, wie Gedanken, Emotionen und körperliche Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Fehlfunktionen des Körpers – und nichts anderes sind Krankheiten – können ebenso viele unterschiedliche Ursachen haben, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Statt sich nur auf die negativen Aspekte einer Situation zu konzentrieren, sollte man die positiven suchen. Jeder negative Umstand birgt auch einen positiven Aspekt, und oft führt die Veränderung der eigenen Sichtweise zum selben Erfolg, den jede andere Behandlung hätte erzielen können.

Integration von innerer Kraft in Heilungsprozesse

Tatsächlich bleibt eine medizinische Behandlung häufig wirkungslos, bis sich die Einstellung des Kranken verändert. Körper und Geist arbeiten immer zusammen. Ärzte leisten wunderbare Arbeit, doch sie sind nur ein Teil des Ganzen – ebenso wie Therapeuten und Heiler. Idealerweise sollten alle gemeinsam wirken, statt als Alternativen gegeneinander zu handeln oder jeder isoliert für sich zu arbeiten. Ärzte kümmern sich um den Körper, Therapeuten um die Gedanken, Heiler um den Geist – die menschliche Seele aber braucht alle drei.

Letztlich liegt die Heilung nicht allein in Pillen, Operationen oder Therapien – sie beginnt in unserem eigenen Geist. Unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen sind mächtige Architekten unserer Gesundheit. Wer lernt, seine inneren Überzeugungen zu erkennen und bewusst zu lenken, öffnet den Schlüssel zu einem Körper, der im Einklang mit Geist und Seele funktioniert. Krankheit mag ein Signal sein, doch sie ist nie das endgültige Urteil – vielmehr eine Einladung, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und die unsichtbaren Kräfte der Selbstheilung zu nutzen.


Kindheitstraumata: Verborgene Wunden & Wege zur Heilung

Kindheitstraumata und verborgene Wunden – Heilung und inneres Wachstum

Verborgene Wunden – Wie Kindheitstraumata unser Leben beeinflussen und Heilung möglich wird

Viele Menschen, die zu mir in Heilsitzungen kommen, tragen oft unbewusst ein Trauma aus ihrer Kindheit mit sich. Sie spüren die Auswirkungen durch Symptome wie Phobien, Ängste, Depressionen oder mangelndes Selbstwertgefühl – können diese Gefühle aber nicht mehr mit der eigentlichen Ursache, dem traumatischen Ereignis, in Verbindung bringen.

Unser Unterbewusstsein kann solche seelischen Verletzungen unter bestimmten Bedingungen ins Verborgene verschieben, um uns zu schützen. Es ist nicht nur für automatische Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung zuständig, sondern arbeitet wie ein hochkomplexer Computer. Eines seiner Programme hat die Aufgabe, uns zu beschützen – großartig, aber manchmal auch problematisch, denn es unterscheidet nicht zwischen „gut“ oder „schlecht“.

Aus der Ethologie wissen wir: Beutetiere erleben täglich Bedrohungen, aber selten Traumata. Sie verfügen über die Fähigkeit, Schock und Angst schnell auszuschütteln: Sie zittern, bewegen sich, atmen keuchend – bis ihr Körper wieder ins Gleichgewicht kommt. Diesen Vorgang nennt man Homöostase – die Fähigkeit, nach Stress wieder ins innere Gleichgewicht zurückzufinden.

Auch wir Menschen besitzen diese Mechanismen. Stellen wir uns ein Kind vor, das beim Spielen mit dem Fahrrad stürzt. Es weint, zittert und atmet schnell. Kommt eine liebevolle Bezugsperson hinzu, die das Kind tröstet, wird die Schockenergie nach und nach abgebaut. Das Kind beruhigt sich und kann bald wieder spielen, als wäre nichts geschehen.

Doch leider läuft es nicht immer so perfekt. Oft werden Kinder in solchen Momenten kritisiert, beschämt oder eingeschüchtert, anstatt getröstet zu werden. Das Unterbewusstsein nimmt die zusätzlichen Gefühle von Angst und Schuld auf, kann die Schockenergie nicht ausschütteln – und speichert sie tief im Inneren.

Ich erinnere mich an ein persönliches Erlebnis: Als ich elf Jahre alt war, spielte ich am Strand mit einem Mädchen. Plötzlich trieb es im Meer ab und drohte zu ertrinken. Ich war wie gelähmt vor Schreck, konnte nicht helfen, da ich noch nicht schwimmen konnte. Der Vater des Mädchens sprang ins Wasser und rettete sie, während ich mich schämte und mir die Schuld gab. Danach schimpfte mein eigener Vater mit mir, ohne Verständnis für meine Angst zu zeigen. Die Schockenergie konnte nicht abfließen und blieb im Unterbewusstsein gespeichert.

Jahre später – in meinen Zwanzigern – überkamen mich ähnliche Gefühle am Strand, obwohl nichts Gefährliches geschah. Plötzlich fühlte ich mich ängstlich, unsicher und beobachtet, konnte mein Verhalten nicht rational erklären. Ich hatte eine Phobie entwickelt. Mein Unterbewusstsein reagierte auf die alten Gefühle und Erinnerungen, nicht auf die tatsächliche Situation.

Solche „eingefrorenen“ Schockenergien können Symptome wie Ängste, Panikattacken oder Phobien auslösen – auch Jahrzehnte später. Trauma entsteht nicht nur durch extreme Ereignisse wie Missbrauch oder Gewalt. Auch scheinbar kleine Vorfälle – Stürze, Unfälle, Trennungen – können die Grundlage für tiefsitzende, unbewusste Blockaden sein.

Wenn ein Mensch nun zu einem Heiler kommt, kann durch die gezielte Aufladung seines Energiefeldes und den meditativen Zustand während einer Behandlung alte, aufgestaute Gefühle freigesetzt werden. Der Heiler hilft, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen, ihre Ursache zu erkennen und die Energie zu lösen. Genau deshalb erleben viele Menschen nach Reiki oder einer Heilbehandlung emotionale Reaktionen – Tränen, Zuckungen oder Erinnerungen – die auf lange verdrängte Traumata zurückgehen.

Wir alle sind in gewisser Weise Heiler – oft ohne es zu wissen. Liebevolle Zuwendung, ein beruhigendes Wort, ein Mitgefühl in einer Notsituation – all das löst Schockenergien und Heilung aus. Die Kraft der Liebe ist dabei unser stärkster Verbündeter.

Mit professioneller Begleitung können wir alte Traumata erkennen, ihre Blockaden auflösen und die Energie wieder frei fließen lassen. So kann Heilung geschehen, nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch emotional und seelisch.


Wenn die Nacht zum Feind wird

Frau liegt ängstlich wach im Bett – nächtliche Angst überwinden

Wenn die Nacht zum Feind wird – Angst vor dem Einschlafen

Eine junge Frau, ungefähr 29 Jahre alt, kam zu mir in eine Heilsitzung.
Nennen wir sie hier einmal Julia.

Julia berichtete mir, dass sie seit vielen Jahren unter starken Zwängen und Ängsten litt. Sie erzählte weiter, dass sie vor dem Schlafengehen mehrere Rituale durchlaufen musste, bevor sie ins Bett gehen konnte. Sie schaute in jede Ecke ihres Zimmers, unter das Bett, in den Schrank und durchsuchte auch die anderen Räume. Erst wenn sie ganz sicher war, dass sich niemand dort versteckte, traute sie sich, ins Bett zu gehen.

Doch selbst wenn sie wusste, dass sich wirklich niemand in ihrer Wohnung befand, überfiel sie eine starke Angst. Manchmal steigerte sich diese sogar zu regelrechten Panikattacken, und sie zitterte völlig eingeschüchtert unter ihrer Decke. An Schlaf war kaum zu denken. Irgendwann schlief sie schließlich ein, doch der Stress vor jedem Einschlafen hinterließ tiefe seelische Spuren.

Bald entwickelte Julia Vermeidungsstrategien, um eine ruhigere Nacht zu bekommen. Eine davon bestand darin, sehr viel Zeit mit dem Zähneputzen zu verbringen, um das Zubettgehen hinauszuzögern. Eine andere Methode war, möglichst oft bei Freunden zu übernachten oder Freunde bei sich übernachten zu lassen. Ihre dritte Strategie bestand darin, stark an ihrem Freund zu klammern und so oft wie möglich mit ihm zusammen zu sein – was die Beziehung inzwischen belastete.

Doch natürlich funktionierte das nicht immer, und sie musste auch allein schlafen. Julia begann eine Psychotherapie, doch in der Gesprächstherapie fand sie keine Erleichterung.

Über einen Bekannten hörte sie von mir, und in ihrer Not wandte sie sich schließlich an mich – einen Geistheiler. Normalerweise, so berichtete sie, wäre sie nicht zu jemandem wie mir gegangen. Doch da ihr Bekannter so viel Gutes über meine Arbeit erzählt hatte, wollte sie es einfach ausprobieren. Ich lächelte, denn mir war bewusst, dass viele Menschen Vorurteile gegenüber Heilern haben und oft erst in ihrer Not nach dem letzten Strohhalm greifen. Ich nahm es ihr nicht übel – ich konnte es gut nachvollziehen. Auch ich hatte geistiges Heilen früher als völligen Unsinn abgetan. Doch das ist eine andere Geschichte.

Ich fragte Julia, was ihrer Meinung nach passieren würde, wenn sie vor dem Schlafengehen nicht alles durchsuchen würde, und wann sie diese Ängste zum ersten Mal verspürt hatte.

Sie antwortete, es könne jemand da sein, der ihr etwas Schlimmes antun wolle – vielleicht so etwas wie „der schwarze Mann“. Wann genau es begonnen hatte, konnte sie nicht sagen, aber es müsse zu Beginn ihrer Pubertät gewesen sein.

Da Ängste dieser Art nicht einfach aus dem Nichts entstehen, sondern eine Ursache haben, fragte ich sie, ob sie als Kind möglicherweise etwas Belastendes erlebt habe.

„Ja“, sagte sie, „da war etwas, das mich bis heute nicht richtig loslässt.“

Sie erzählte, dass sie als junges Mädchen mit einer Schulkameradin auf dem Heimweg gewesen sei, als sie plötzlich von einem Jugendlichen auf einem Fahrrad von hinten geschnitten wurde. Der junge Mann wendete, fuhr zurück, schubste Julia in ein Gebüsch, stürzte sich auf sie und begrapschte sie. Die Schulkameradin lief davon und rief laut um Hilfe. Julia wehrte sich heftig, woraufhin der Junge von ihr abließ und mit dem Fahrrad flüchtete.

Julia erinnerte sich noch gut an den Vorfall. Ihre Mutter kam, die Polizei wurde informiert, doch der Täter konnte nie ermittelt werden. Danach ging das Leben scheinbar normal weiter. Sie hatte den Jungen nie wieder gesehen.

Ich fragte Julia, ob ihre Eltern mit ihr über den Vorfall gesprochen hätten. Sie sagte, man habe die Sache nicht „aufbauschen“ wollen, und es habe kein Gespräch darüber gegeben.

Für mich ergab nun vieles einen Sinn. Ich verstand, warum Julia so viele Jahre später unter diesen Ängsten und Zwangshandlungen litt.

Wir begannen mit der Heilung. Ich stellte mich neben Julia, um sie in mein Energiefeld aufzunehmen, und sprach einige Worte, um ihr Bewusstsein zu beruhigen, sodass ihr Unterbewusstsein die Führung übernehmen konnte. Wenig später erlebte Julia den Vorfall erneut – diesmal jedoch in einem geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit, sich von dem damals erlebten Schock zu befreien.

Ihr Körper begann sich hin und her zu bewegen, Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich fragte sie, was sie wahrnehme, und sie berichtete, dass sich die Szene noch einmal in ihrem Geist abspiele. Sie schilderte den Vorfall nun detaillierter, und ich ermutigte sie, den Schock loszulassen. (Dabei arbeite ich mit einer bestimmten Technik, die ich hier nicht näher erläutern werde. Ich biete jedoch Seminare an, in denen man diese spezielle Methode erlernen kann.)

Julias Körper krümmte und schüttelte sich, und sie weinte heftig – ein Zeichen dafür, dass sich der Schock löste. Es wirkte, als würde das Trauma ihren Körper verlassen. Ich begleitete und unterstützte sie mit sanften Worten, bis die erste Welle vorüber war. Eine zweite folgte, jedoch schwächer als die erste. Auch hier wartete ich ab, bis sie abebbte. Schließlich huschte ein Lächeln über Julias Gesicht, und ihr Körper beruhigte und stabilisierte sich.

Ich fragte sie, wie es ihr nun gehe.
„Viel besser. Ich fühle mich richtig erleichtert“, antwortete sie.

Anschließend gab ich ihr die Möglichkeit, innerlich Frieden mit dem Täter zu schließen und ihm auf mentaler Ebene den Schmerz zurückzugeben, den er ihr zugefügt hatte. Dadurch konnte Julia Schuldgefühle und Ängste loslassen, die sie all die Jahre mit sich getragen hatte. In ihrer Vorstellung nahm sie zum Schluss die „kleine Julia“ in die Arme und holte sie aus der Vergangenheit in ihr Herz – ins Hier und Jetzt.

Wir beendeten die Sitzung und besprachen das Erlebte. Ich erklärte ihr, dass sie durch den Vorfall ein Trauma erlitten hatte. Da sie den Schock damals weder körperlich verarbeiten noch darüber sprechen konnte, habe sich das Erlebnis im Unterbewusstsein festgesetzt.

Mit Beginn der Pubertät könne ein solches verdrängtes Trauma reaktiviert werden. Julias Unterbewusstsein sendete die alten Angstgefühle erneut aus, da es kein Zeitgefühl kennt – für das Unterbewusstsein ist alles gegenwärtig.

Es handelte sich also nicht um reale, aktuelle Gefahren, sondern um alte, unverarbeitete Ängste. So, als wolle ihr Inneres sagen: „Pass auf, das darf dir nicht noch einmal passieren. Sei wachsam!“

Ich erklärte ihr außerdem, dass ihre Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ähnelten. Ein traumatisierter Kriegsveteran sieht oft noch Jahre später hinter jedem Busch einen Feind, obwohl er längst wieder in seinem Heimatland ist. Auch hier ist das Unterbewusstsein noch in der Vergangenheit gefangen und sendet Warnsignale aus, um eine Wiederholung des Traumas zu verhindern.

Interessanterweise traten Julias Symptome meist vor dem Schlafengehen auf, obwohl der Überfall am helllichten Tag geschehen war. Ich erklärte es mir so: Im Schlafzimmer fühlen wir uns geborgen, aber zugleich verletzlicher. Im Schlaf sind wir besonders schutzlos – ähnlich wie Kinder in bedrohlichen Situationen. Vielleicht war dies der Grund, warum ihre Ängste gerade dann auftraten.

In der Heilsitzung konnte Julia diese alte Traumatisierung in einem geschützten Rahmen lösen und sich – mit meiner Unterstützung – selbst davon befreien.

Ich bat sie, mich eine Woche später anzurufen und mir zu berichten, wie es ihr ergangen sei. Als sie sich meldete, hörte ich schon an ihrer Stimme, dass es ihr gut ging.

„Ich bin überglücklich, Marco. Ich habe keine Angst mehr und schlafe sofort ein – wie ein Baby. Auch wenn ich allein bin. Ich muss keine Rituale mehr durchführen oder meine Wohnung nach dem vermeintlichen schwarzen Mann durchsuchen. Es ist ein großartiges Gefühl, endlich frei leben zu können. Vielen, vielen Dank!“

Bis heute ist Julia angstfrei.

Verflucht noch mal

Ein Fluch ist ein Spruch (gelegentlich auch mit einer zugehörigen Gestik verbunden), der ursprünglich auf ritualisierte („magische“) Weise einer Person oder einem Ort Unheil bringen soll. Zorn oder der Wunsch zu strafen oder sich zu rächen können ihn begründen. Wer wirksam verflucht wird, muss dabei weder anwesend sein noch von dem Fluch wissen. Quelle: Wikipedia

Fluch lösen – inneres Unterbewusstsein Fallgeschichte

Verflucht noch mal – Fluch lösen & Ursachen im Unterbewusstsein erkennen

Immer wieder höre ich von einigen meiner Klienten, dass sie glauben, von einer anderen Person verflucht worden zu sein. Oft stellt sich dann jedoch heraus, dass die Ursache etwas völlig anderes ist. Die meisten vermeintlichen Flüche haben einen Ursprung, den wir uns zunächst gar nicht vorstellen können.

Wenn der Fluch im Alltag spürbar wird

Ein junger Mann kam einmal zu mir – nennen wir ihn Henry. Henry erzählte, er sei überzeugt, von seiner Ex-Freundin verflucht worden zu sein. Seit einiger Zeit klappte nichts mehr, was er geschäftlich auf die Beine stellen wollte. Alles schien schiefzugehen. In seiner Not suchte er ein Medium auf. Dieses sagte ihm, dass er von einer Frau verflucht worden sei. Durch die Beschreibung des Mediums kam Henry darauf, dass es sich wohl um seine Ex-Freundin handeln müsse.

Das Medium empfahl ihm, mich aufzusuchen, um das Problem zu lösen. Als Erstes fiel mir an Henry auf, dass er ein sehr sympathischer Mensch mit einem großen Herzen war. Ich bat ihn, mir etwas über sein Leben zu erzählen. Henry berichtete, dass er schon als junger Mann eine eigene Firma hatte, die er zusammen mit seiner damaligen Freundin führte. Die Firma lief außerordentlich gut, und auch seine Beziehung beschrieb er als sehr glücklich.

Eines Tages jedoch eröffnete ihm seine Freundin unter unglücklichen Umständen, dass die Beziehung vorbei sei. Henry war von der Trennung völlig überwältigt. Durch seinen Kummer konnte er die Firma nicht mehr weiterführen, sie wurde aufgelöst, und beide gingen getrennte Wege.

Einige Jahre später lernte Henry eine neue Partnerin kennen, mit der er sehr glücklich war. Er entschied sich, erneut selbständig zu werden – doch das neue Geschäft wollte einfach nicht in Schwung kommen. Alles, was er für sich selbst aufbaute, scheiterte, während berufliche Tätigkeiten für andere reibungslos funktionierten.

Woher kommen diese Blockaden?

Nach dieser Beobachtung fragte ich ihn, ob er überhaupt an Flüche glaube. Eigentlich tat er das nicht – aber anders ließe sich seine Situation ja nicht erklären. Ich hatte bereits eine Ahnung, wollte aber, dass Henry selbst die Ursache erkennt.

Also begannen wir die Heilsitzung. Ich stellte mich hinter Henry, um die Energie in ihn fließen zu lassen. Henry ging in einen entspannten Zustand, und sein Unterbewusstsein kam auf Hochtouren.

Fluch lösen – Selbstbestimmung wiederfinden

Es zeigte ihm Bilder der alten Trennung – der damalige Schmerz wurde wieder sehr präsent. Als diese Erinnerungen ins Bewusstsein stiegen, konnte Henry endlich erkennen, was die wirkliche Ursache seines Problems war.

Mir wurde klar, dass das Unterbewusstsein ihn beschützen wollte. Die Trennung war ein Schock für Henry, ein Trauma, das sich tief in seinem Unterbewusstsein festgesetzt hatte. Beruflicher Erfolg für ihn selbst hätte in der Kombination mit seiner neuen Liebe das Risiko eines erneuten Verlustes signalisiert. Daher sabotierte sein Unterbewusstsein unbewusst seine eigenen Projekte, während er für andere weiterhin erfolgreich arbeiten konnte.

Die Ex-Freundin spielte also tatsächlich eine Rolle – aber nicht als rachsüchtige Verflucherin, sondern als Symbol der verdrängten, verletzten Gefühle, die Henrys Unterbewusstsein noch nicht verarbeitet hatte.

Während der Heilsitzung wurde sich Henry all dieser Zusammenhänge bewusst und konnte Frieden mit seiner Ex-Freundin schließen – etwas, das er damals selbst nicht geschafft hatte. Zwei Wochen später berichtete er mir überglücklich, dass er einen sehr vielversprechenden Auftrag erhalten hatte, der seine nächsten drei Jahre finanziell absicherte. Er wusste nicht, wie genau die Veränderung zustande kam, war aber dankbar.

Das Unterbewusstsein brauchte keine „Schutzmaßnahmen“ mehr, um Henry vor einem vermeintlichen Unglück zu bewahren – und so konnte er wieder wie früher erfolgreich eigene Projekte umsetzen.

Bei all meinen Klienten, die mit dem Verdacht eines Fluches zu mir kamen, stellte sich später heraus, dass es sich nicht um Flüche handelte, sondern um die Sabotageakte eines überbeschützenden Unterbewusstseins.


Der Keller der Tränen

Der Keller der Tränen ist eine symbolische Reise durch verborgene emotionale Wunden und vergangene Traumata. Viele Menschen tragen unbewussten Schmerz in sich, der ihr Verhalten und ihr emotionales Wohlbefinden beeinflusst. Durch das Erkunden dieser verborgenen Schichten wird echte Heilung und innere Transformation möglich.

Der Keller der Tränen – Fallgeschichte aus der Heilarbeit bei Marco Hennings

Welche Kraft unsere Emotionen haben und welchen Einfluss sie auf unsere Gesundheit tatsächlich ausüben, soll auch die nächste Fallgeschichte erläutern. Eine meiner Heiler Schülerin (nennen wir sie hier mal Helga) klagte, dass sie in letzter Zeit einen aufgeblähten Bauch hatte. Außerdem hatte sie von heute auf Morgen plötzlich Schmerzen unter der Fußsohle. Nachdem es sich nach einigen Tagen nicht besserte konsultierte sie ihre Hausärztin. Diese sagte sofort, nachdem Helga ihre Problematik geschildert hatte, dass es sich um Gicht handeln musste. Die Untersuchung der Blutwerte bestätigte die Vermutung der Ärztin. Helga hatte deutlich überhöhte Harnwerte. Alle Symptome sprachen also für eine Gichterkrankung.

Da Helga aber durch ihre Ausbildung zur Heilerin bei mir wusste, dass den meisten Erkrankungen eine unbewusste Ursache voranging, besuchte sie mich um herauszufinden, ob und welche emotionale Ursache dahinter stecken könnte.

Wie üblich fragte ich zunächst, wann das Ganze den genau angefangen hatte und Helga schilderte mir, dass es kurz nach ihrer Hochzeit begonnen hatte. Sie erinnerte sich, dass sie mit ihrem frisch angetrauten Mann aus den Flitterwochen kam. Sie öffneten den Briefkasten und waren völlig überwältig über all die viele Gratulations- Post die sie bekommen hatten.  Helga schilderte, dass sie und ihr Mann so glücklich aus dem Flitterwochen kamen und sie sich so sehr über all die Briefe von Freunden und Verwanden freute.

Aber dann öffnete sie einen Brief von ihrer Stiefmutter und all die Glücksgefühle waren wie weggeblasen. Ihre Stiefmutter war nicht besonders glücklich darüber, dass Helga sich neu Verheiratet hatte und teilte ihr sehr unfreundlich mit, dass sie nun nicht mehr zu ihrer Familie gehören würde. Helga sagte, dass sie von diesem Zeitpunkt an, ständig an ihre Stiefmutter denken musste und permanent ein schlechtes Gewissen hatte.

Fast schon wie Zwangs Gedanken. Damit fing alles an und daraufhin bekam sie diesen aufgeblähten Bauch. Aber noch etwas anders veränderte sich, nämlich, dass sie nicht mehr ganz so gut pinkeln konnte. Vorher war das kein Problem alles lief wie es sollte aber von da an gab es Probleme damit. So als würde sich das „Ventil“ nicht mehr ganz richtig öffnen und es würde immer ein Teil zurückgehalten.

Das erklärte natürlich die erhöhte Harnsäurewerte. Den Auslöser hatten wir also geklärt. Es fehlte aber noch die Ursache. Nun begann meine Detektivarbeit. Ich bat Helga sich hinzustellen und lies meine Energie in sie hineinfließen. In wenigen Augenblicken versank Helga in einer leichten Trance und ich sagte ihrem Unterbewusstsein, dass es uns nun zeigen sollte, was die wirkliche Ursache ihres Problems war.

Helgas Stimme und Haltung veränderte sich und ich hatte das Gefühl als würde auf einmal ein kleines Mädchen vor mir stehen und nicht mehr die erwachsene Frau von 55 Jahren. Helgas Unterbewusstsein lief auf Hochtouren und führte uns weit zurück in die Vergangenheit. Helga sah sich als kleines, vielleicht fünfjähriges Mädchen und beschrieb mir die Umgebung in der sie sich grade aufhielt.

Helga sprach mit einer Kinderstimme zu mir und erzählte, dass sie auf der Terrasse vor ihrem Elternhaus allein spielte. Es wirkte trostlos auf sie und Helga fühlte sich nicht wohl. Ich fragte sie, ob noch andere Leute dort wären und ihre Antwort lautete, dass nur ihre Mutter im Haus wäre.

Ich hakte nach, ob es die Stiefmutter wäre, aber es handelte sich um ihre leibliche Mutter. Dann veränderte sich Helgas Stimmung und kleine Tränchen kullerten ihr über das Gesicht.  „Warum weinst du denn?“ fragte ich. „ Mama ist böse auf mich.“ kam Helgas Antwort. Aber warum ist sie denn böse auf dich?“, hakte ich nach. Helga antwortete: Ich weiß nicht. Es droht immer Unheil. Ich habe Angst, ich möchte nicht ins Haus hineingehen.“

Ich bat Helgas erwachsene Anteile auch in die Situation zur Unterstützung für die Kleine. Dann nahm die erwachsene Helga, ihr inneres Kind bei der Hand und führte sie durch die Tür in ihr Elternhaus. Als beide im Haus waren, sah Helga vor ihrem geistigen Auge eine dunkle Kellertür. „Da ist dieser furchtbare Keller“, sagte sie mir. Sanft fragte ich, was denn in dem Keller wäre? Dann brach Helga weinend zusammen und rief:

„Ich!! Ich bin in dem Keller!“

Nach einer Weile erklärte mir Helga, dass ihre Mutter sie immer mit einem Kochlöffel schlug, wenn sie scheinbar etwas falsch gemacht hatte. Manches Mal hörte sie erst damit auf, wenn sich Helga selbst eingepinkelt hatte. Erst dann lies die Mutter von ihr ab. Und zusätzlich wurde Helga damit bestraft, dass sie in den dunklen Keller im Haus musste und dort nicht raus durfte. Manchmal Stundenlang, manchmal sogar Tage lang. Es häufte sich mit den Keller Aufenthalten, als Helgas Mutter einen Liebhaber hatte und die kleine Helga aus dem Weg haben wollte.

„Ich verstehe“, erwiderte ich voller Verständnis und nahm Helga in meine volle Energie der bedingungslosen Liebe.

Daraufhin  weinte sie stärker und krümmte sich vornüber. All die Schockenergie aus der Vergangenheit löste sich aus ihrem Unterbewussten. Als diese Welle vorüber war sagte sie mir, dass sie nun eine große  Wut in sich spüre. „Oh, ich bin so wütend…!“ Ein gutes Zeichen. Die Schock / Trauma Energie hatte diese Gefühle der Wut lange genug unterdrückt und verborgen gehalten. Ich ermutigte sie, dieser Wut jetzt unbefangen Ausdruck zu verleihen.

Da Helga ein sanfter Mensch war und nie jemanden schaden wollte, und sie zusätzlich so erzogen wurde immer lieb zu sein, viel es ihr zunächst etwas schwer dem inneren Impuls einfach nachzugeben. Ich musste ihr also noch etwas Aufmunterung zusprechen. Sanft sagte ich zu ihr: „Du bist unschuldig daran, was mit dir passierte. Es ist dein Recht dich davon frei zu machen. Du kannst nichts falsch machen und du hast auch nie etwas falsch gemacht.  Kämpfe nicht mehr dagegen an. Lass jetzt einfach los…“

Und Helga schrie!

Dies sind die Momente, lieber Leser, in denen ich froh bin in einer Praxis mit sehr dicken und massiven Wänden zu arbeiten. Denn wenn sich solche, seit Jahren zurückgehaltene Wutenergie löst, ist es fast so als hätte jemand eine „energetische“ Handgranate in den Raum geworfen. Es macht ordentlich Wumm!

Nachdem dieser emotionale Knall raus war, erfüllte sich der ganze Raum als nächstes mit einem Schwall von allerlei Schimpfwörtern, die ihr hier nicht wiederholen möchte. Helga schimpfte wie ein Rohrspatz: „Wie kannst du es wagen, so ein kleines Kind so zu missbrauchen?!“

Das ganze dauerte einige Minuten und als diese Wellen heraus war, entspannte sich Helga und ihre Gesichtszüge formten ein lächeln. „Wie fühlst du dich jetzt?“ fragte ich nach.

„Ich bin so erleichtert, Marco!“

Dann bat ich Helga, dass sie nun die kleine Helga aus dem Keller befreien sollte und sie hierher ins jetzt bringen sollte.

(Das Ganze ist natürlich viel komplexer, als wie ich es hier grade beschreibe. Aber ich kann diese Techniken hier nicht genauer beschreiben, da ich verhindern möchte, dass Laien nur anhand von diesen Buchbeschreibungen, sich dazu berufen fühlen ohne Ausbildung mit traumatisierten Menschen zu Arbeiten. Das kann ich natürlich nicht verantworten. Sollten sie Interesse an meiner Arbeit haben und diese selbst professionell erlernen wollen, besuchen sie meine Homepage und melden Sie sich zu einem meiner Seminare an.)

Helga erzählte mir nach der Heilung, dass ihr Vater eines Tages das Sorgerecht für sie bekam und Helga zu sich holte. Er hatte eine neue Frau und diese Stiefmutter, von der am Anfang die Rede ist, zog sie dann mit auf. Die kleine Helga erfuhr jetzt zwar keine körperliche Gewalt mehr, wurde aber psychisch misshandelt. Immer mit dem Hintergrundtenor: Du wirst nur geliebt, wenn du bedingungslos das tust, was wir von dir verlangen. Sei also lieb!

Helga zog sehr früh von zu Hause aus um diesen Repressalien zu entgehen und wurde früh selbständig. Sie zog vom Süden Deutschlands in den hohen Norden. Heiratete und bekam einen Sohn. Von Seiten der Familie her wurde ihr immer klar gemacht, dass sie nicht wirklich dazu gehören würde und egal was Helga auch tat, sie wurde abgelehnt.

Als Helgas Vater verstarb, fühlte sie sich für ihre Stiefmutter verantwortlich und versuchte den Kontakt zu erhalten. Es wurde ihr aber nie gedankt. Stattdessen versuchten man ihr immer weiter Schuldgefühle einzureden um sie zu kontrollieren.  Am Anfang gelang das noch aber wie jeder Sklave sich natürlicherweise nach der Freiheit sehnt, so gelang es auch Helga sich immer mehr davon zu lösen. Trotzdem nagten Schuldgefühle an Helgas Seele.

Ich fragte Helga wie sie sich nun nach der Heilsitzung fühlte. Helga lächelte über das ganze Gesicht. „Ich bin zwar erschöpft aber im positiven Sinne.“ antworte sie. Dann berichtete sie weiter, dass sie ein wunderbares, starkes energetisches Strömen in ihren Beinen, bis in die Füße hinein verspürte. „Ist das normal?“ fragte sie mich fasziniert. „Das fühlt sich wie ein sprudeln an.“

„Das ist sogar ein sehr gutes Zeichen“ antworte ich. „ Die Energie die vorher feststeckte verteilt sich nun wieder richtig in deinem Körper. Der Grund dafür ist, dass du symbolisch, bis heute in dem Keller gefangen warst. Deshalb die Probleme mit den Gicht Symptomen im Fuß, denn unbewusst hattest du immer noch in diesem furchtbaren Keller fest gesteckt.

Auch das dein Bauch aufgebläht war, ist ein Anzeichen dafür gewesen, dass deine körpereigene Energie ab der Hüfte nicht mehr richtig abfließen konnte. Auch das Problem mit dem Wasserlassen sollte sich jetzt auflösen. Als du mit dem Löffel geschlagen wurdest, hat sich dein Unterbewusstsein gemerkt, dass deine Mutter damit aufhörte, wenn du dich eingepinkelt hattest.

Jedes Mal wenn du wieder geschlagen wurdest, hast du immer schneller eingepinkelt, weil dein Unterbewusstsein dich vor den Schlägen retten wollte. Das hat auch funktioniert und deine Mutter hörte dann auf. Aber das war jetzt so eingespeichert.

Als du dann den Brief erhalten hattest, und das Unbewusste erkannte, dass es sich um ein „Mutter Thema“ handelt, wollte es wie damals dagegen intervenieren. Als Folge musstest du nun als Erwachsene dagegen steuern, sonst hätte dein Unterbewusstsein einfach losgelassen, weil es annehmen musste dass du dich in Gefahr befindest.

„Deshalb habe ich also Probleme mit dem Wasser lassen gehabt? Das ist ja abgefahren, Marco!“ rief Helga aus.

„Genau“, erwiderte ich. „Jetzt als Erwachsene kannst du natürlich mehr dagegen steuern, als du es als Kind konntest. Als Kind warst du den Mächten deines Unterbewussten ausgeliefert. Heute als erwachsene Person muss das Unbewusste andere Wege wählen um auf das Problem aufmerksam zu machen. Es ist erschreckend aber gleichzeitig auch faszinierend, wenn man erstmal realisiert, welche Macht unser Unterbewusstsein in Wirklichkeit über uns und unsere Gesundheit ausübt, ohne das es uns Bewusst ist.“

Ungefähr eine Woche später meldete sich Helga telefonisch bei mir. Ich war natürlich sehr gespannt wie es ihr ergangen war. „Mir geht es sehr gut, Marco.“ teilte sie mir freudig mit.

„Das strömen der Beine hörte abends auf und ich habe keine Schmerzen mehr im Fuß. Mein Bauch ist auch abgeschwollen.“ Dann erzählte sie mir weiter, dass sie am folgenden Tag, nach ihrer Heilsitzung, einen sehr dunklen Urin ausgeschieden hatte, und dass das Wasserlassen nun wieder völlig normal und eine reine Freude war.

„Außerdem kann ich gut schlafen. Fühle mich ausgeruht, ausgeglichen und einfach nur glücklich!“ Helgas lächeln strahlte mich förmlich durch das Telefon an.

„Großartig!“ sagte ich. „ Und wie ist es mit den Zwangsgedanken an deine Steifmutter?“

„Das ist witzig!“ antwortete Helga. „Zuerst habe ich gar nicht gemerkt, dass ich gar nicht mehr an sie dachte. Erst nach einer Woche viel mir plötzlich auf, dass ich mir überhaupt keine Gedanken mehr über sie machte.“ Helga lachte herzlich.

„Das ist irgendwie wie mit einem Tinnitus, der einen das halbe Leben begleitet hat.“ fuhr sie fort. „Ist der Piep Ton auf einmal verschwunden, bemerkt man es gar nicht, weil man ja davon überzeugt ist, dass der da sein muss.“

Wir schmunzelten beide.

„Es ist jetzt Ok für mich, Marco. Ich bin meiner Stiefmutter nicht böse und verzeihe ihr. Auch meiner Mutter verzeihe ich und lasse los. Endlich bin ich frei von Schuldgefühlen und habe beschlossen kein Opfer mehr zu sein. Es geht mir gut!“

Dann sagte Helga mir, dass sie aber schon erschrickt sei, als die Wut aus ihr herauskam und sie so furchtbare Sachen gesagt hat. Das wäre im normalen Leben nie ihre Art, sich so ordinär auszudrücken.

„Ich weiß“, antworte ich. „es gibt verschiedene Kindertypen und du gehörst zu den sanften Typen.  Du würdest nie jemanden anschreien, oder böse auf ihn sein. Eher nimmst du die Schuld auf dich, als sie anderen zu geben. Ein Großteil der Wut, die aus dir herauskam, stammte nicht von dir, sondern von deiner Mutter. Auch die ordinären Schimpfworte kamen von deiner Mutter und nicht von dir.

Jedes Mal wenn deine Mutter dich geschlagen hat, ist all ihre Hassenergie in dich eingedrungen und hat sich in deiner Kinderseele festgesetzt. Obendrein haben sich ihre Schimpfworte auch noch zusätzlich in deinem Unterbewusstsein vergraben.“

Bei körperlichen Übergriffen stehen wir unter Schock. Besonders Kinder können sich dagegen nicht wehren. Ganz besonders wenn die Gewalttätigkeiten von ihren Eltern ausgehen, die sie ja eigentlich beschützen sollten.  Es ist als würden wir von einem Blitz getroffen werden und die körpereigene Energie wird nach draußen gesprengt. Die Wut oder Hass Energie des Täters, fährt dann ungebremst in unser System und setzt sich dort fest.

Dort verbleibt sie dann bis sie sich reaktiviert. Das kann manchmal viele Jahre dauern. In Helgas Fall erst  50 Jahre später. Der Auslöser war in ihrem Fall der Brief der Stiefmutter. Die Ursache ihres Problems lag aber noch viel tiefer wie wir nun wissen. Alles fing bei den Misshandlungen durch die leibliche Mutter an.

An diesem interessanten Fallbeispiel erkennt man sehr gut, welche Komplexität sich an psychologischen, wie aber auch an energetischen Vorgängen im Körper und im Unterbewussten, hinter einer Erkrankung ablaufen. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir immer Körper, Geist und Seele in eine Behandlung einfließen lassen.

Einige Wochen später traf ich Helga wieder und es ging ihr immer noch hervorragend. Keines der damaligen Symptome war zurückgekehrt. Bis heute ist sie Symptom frei!