Warum Reiki „böse“ ist?

Manche Menschen fragen sich: „Ist Reiki etwas böses?“ Häufig entstehen solche Ansichten durch Missverständnisse, schlechte Erfahrungen oder falsche Erwartungen. Reiki selbst ist nicht „böse“ – es hängt von der Absicht, Erfahrung und Anwendung ab. In diesem Artikel erkläre ich, welche Missverständnisse es gibt, wann Reiki als negativ empfunden werden kann und wie echte Reiki-Heilung aussieht.



Warum Reiki böse ist? Kritik, Missverständnisse und Klarheit

Erst vor Kurzem hatte ich einen Anruf von einer Dame, die mir von einem anderen Klienten empfohlen wurde. Das Erste, was sie mich fragte, war: „Du machst doch Reiki, oder?“

Ich antwortete: „Ja, ich arbeite auch mit Reiki. Aber in deinem Fall würde ich eher mit englischem geistigem Heilen arbeiten.“

Daraufhin sagte sie erleichtert: „Das ist gut. Mit Reiki habe ich nämlich sehr schlechte Erfahrungen gemacht.“

Ich fragte nach: „Was genau hast du denn erlebt?“

Sie antwortete: „Mir ging es danach richtig schlecht – und Reiki ist daran schuld. Reiki ist böse…“

„Verstehe“, sagte ich. „Hm, möglicherweise hattest du einen Reiki-Praktizierenden, der sich nicht ausreichend auskannte. Hat er dich darüber aufgeklärt, dass es manchmal zu einer Erstverschlimmerung kommen kann?“

„Doch, das hat er“, sagte sie. „Aber die Heftigkeit hat mich sehr überrascht. Es fühlte sich an, als wären alle Traumata aus meiner Kindheit wieder da.“

„Okay“, erwiderte ich. „Hast du deinen Reiki-Anwender danach darauf angesprochen?“

„Nein“, sagte sie. „Aber mir war klar, dass ich dort auf keinen Fall wieder hingehe.“

„Das heißt, er weiß gar nichts von deiner Reaktion?“

„Nein.“

„Verstehe… Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen schlechte Erfahrungen mit Reiki machen und dann glauben, Reiki sei etwas Schlechtes.“

Sie entgegnete: „Ist es das denn nicht? Es ging mir doch direkt danach schlecht.“

„Das stimmt“, sagte ich. „Aber Reiki wollte dir nichts Böses. Es hat vielmehr ein verdrängtes Thema an die Oberfläche gebracht, damit es gesehen und geheilt werden kann. Unterbewusste Prozesse können wir oft erst dann erkennen, wenn sie sichtbar werden. In deinem Fall hat dein Unterbewusstsein nach der Anwendung den alten Schmerz aus deiner Vergangenheit an die Oberfläche gespült – damit du ihn wahrnehmen und dich ihm zuwenden kannst.“

Ich fügte hinzu: „Ich vermute – da ich deinen Reiki-Anwender nicht kenne –, dass ihm diese Zusammenhänge nicht bewusst waren. Viele Reiki-Praktizierende verstehen diese Mechanismen nicht oder haben sie von ihren Lehrern nie vermittelt bekommen.“

An den Leser gerichtet:

Üblicherweise lernt man bei den meisten Reiki-Lehrern, dass man eine Anwendung sofort abbrechen soll, wenn es einem Menschen währenddessen schlecht geht. Auch ich habe das zu Beginn meiner Arbeit mit der Reiki-Kunst so gelernt. Immer wenn es einem meiner Klienten während der Anwendung nicht gut ging, habe ich die Sitzung gewissenhaft beendet.

Wenn meine Klienten mich dann fragten, woran das liegen könnte, konnte ich ihnen keine wirklich zufriedenstellende Antwort geben. Ich erklärte es mir mit dem sogenannten Erstverschlimmerungs-Symptom, so wie ich es in meiner Reiki-Ausbildung gelernt hatte.

Doch wirklich überzeugt war ich von dieser Erklärung nie. Deshalb war ich lange Zeit auf der Suche nach einer tiefergehenden Antwort auf diese Frage.

Antworten auf dieses Thema erhielt ich erst, als ich den englischen Geistheiler Malcolm Southwood kennenlernte und bei ihm die Ausbildung zum geistigen Heiler absolvierte. Von ihm bekam ich auf viele Fragen, die in meiner vorherigen Reiki-Ausbildung offen geblieben waren, endlich konkrete Antworten.

Zum ersten Mal konnte ich wirklich verstehen, was im Unterbewusstsein abläuft und wie man Menschen durch diese Prozesse achtsam und liebevoll begleiten kann.

Es macht mich immer wieder etwas traurig, wenn ich von Fällen höre, in denen Menschen anschließend überzeugt sind, dass Reiki etwas Böses sei oder sogar „vom Teufel“ komme. Es ist erstaunlich, welche Auswüchse solche Spekulationen mittlerweile angenommen haben. Teilweise wird sogar von außerirdischen Implantaten oder von Besetzungen durch Geistwesen gesprochen.

All das ist Unsinn und kann sich nur deshalb so verbreiten, weil viele Reiki-Praktizierende keine klaren Erklärungen für bestimmte Phänomene haben, die während oder nach einer Reiki-Sitzung auftreten können.

Ich selbst bin dafür das beste Beispiel. Auch bei mir kamen Traumaenergien aus meiner Kindheit an die Oberfläche, die ich zuvor tief in meinem Unterbewusstsein vergraben hatte. Allerdings geschah das nicht nach einer Reiki-Anwendung, die ich erhalten hatte, sondern nachdem ich in den Reiki-Meistergrad eingeweiht worden war.

Mein Reiki-Lehrer hatte mich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sich danach einiges verändern könnte – doch mit einer solchen Intensität hatte ich nicht gerechnet. Mir ging es wirklich schlecht. Ich bat meinen Lehrer um Hilfe, doch er konnte mich in dieser Situation nicht unterstützen, da er dafür nicht ausgebildet war. Stattdessen riet er mir, mir professionelle Hilfe zu suchen.

Also wandte ich mich an Psychologen – doch auch dort fand ich keine wirkliche Unterstützung.

Erst als ich Malcolm Southwood begegnete, konnte ich meine Kindheitstraumata mit seiner Hilfe auflösen. Seine Arbeit beeindruckte mich so sehr, dass ich mich entschloss, bei ihm in die Ausbildung zu gehen und selbst als Heiler zu arbeiten.

Heute lernen meine Reiki-Schüler bei mir, wie sie damit umgehen können, wenn einer ihrer Klienten während einer Sitzung in eine seelische Krise gerät.

Was sind die Ursachen für seelische Krisen nach einer Reiki-Einweihung oder -Anwendung?

Bei der energetischen Anhebung der Chakren und der Schwingungen durch eine Reiki-Einweihung können alte Wunden und verdrängte Traumata an die Oberfläche des Bewusstseins treten. Das gleiche gilt bei einer Reiki- Anwendung. Das ist an sich kein Problem – vorausgesetzt, dies geschieht in einem sicheren und geschützten Rahmen unter der Aufsicht eines erfahrenen Reiki-Praktizierenden / Lehrers.

Reiki setzt sowohl bewusst als auch unbewusst viel in Bewegung. Diese „Bewegung“ dient allein der Heilung und Entwicklung des Menschen und ist somit eine natürliche und wunderbare Sache. Problematisch wird es erst, wenn jemand nach einer Reiki-Einweihung mit einer seelischen Krise konfrontiert wird, ohne einen erfahrenen Lehrer oder eine andere geschulte Begleitung an seiner Seite zu haben.

Vor einiger Zeit wurde mir folgende Geschichte zugetragen: Eine junge Frau erhielt ihren Reiki-Meistergrad von einer Lehrerin, die ihre gesamte Reiki-Ausbildung über das Internet per Ferneinweihungen durchgeführt hatte. Die junge Frau hatte zuvor noch keinen einzigen Reiki-Grad absolviert, doch ihre „Internet-Reiki-Lehrerin“ riet ihr, alle drei Grade an einem einzigen Tag hintereinander zu absolvieren – 1., 2. und 3. Reiki-Grad gleichzeitig.

Kurze Zeit später stürzte die frischgebackene Meisterin in ein tiefes seelisches Loch. Als sie ihre Lehrerin um Hilfe bat, erhielt sie die Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist ja jetzt eine Reiki-Meisterin…“

Jedem verantwortungsbewussten Reiki-Lehrer sträuben sich bei einer solchen Vorgehensweise die Haare. Sie ist absolut fahrlässig. Die einzelnen Reiki-Grade werden bewusst über einen längeren Zeitraum vergeben, damit das menschliche Chakrensystem Schritt für Schritt an die neue Energie angepasst werden kann.

Zudem würde ein verantwortungsbewusster Lehrer seine Schüler über die Möglichkeit einer emotionalen Überforderung aufklären. Damit ist gemeint, dass Gefühle auftreten können, die den Reiki-Neuling in ihrer Heftigkeit überraschen – auch noch lange nach der Einweihung. Falls es zu Problemen kommen sollte, steht der Lehrer seinen Schülern mit Rat und Tat zur Seite. Kann der Lehrer selbst nicht helfen, weil ihm etwa die Ausbildung dafür fehlt oder die Situation ihn überfordert, sollte er ein Netzwerk von Psychologen, Heilpraktikern, Seelsorgern oder anderen Fachkräften aufgebaut haben, an das er seine Schüler im Notfall weitervermitteln kann.

Natürlich klingt es jetzt so, als stürze jeder Reiki-Anfänger direkt nach der Einweihung in eine seelische Krise – das ist keineswegs der Fall. Solche Krisen treten meist nur bei Menschen mit einer gewissen Vorbelastung auf. Mit der richtigen Betreuung durch den Lehrer ist eine solche Krise jedoch kein Problem. Sie kann erkannt, begleitet und überwunden werden. Reiki zu erlernen bleibt eine sichere und wundervolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann.

Erst wenn Reiki-Lehrer oder Praktizierende aus Unwissenheit über diese Mechanismen nicht auf mögliche Risiken hinweisen und ihren Schülern keine Unterstützung nach dem Seminar anbieten, entstehen Situationen, in denen eine Reiki-Erfahrung als Auslöser einer seelischen Krise fälschlicherweise als „böse“ oder „negativ“ interpretiert wird.

Es liegt also an uns Lehrern, uns dieser Verantwortung bewusst zu sein und Aufklärung zu betreiben – um unseren Schülern schlechte Erfahrungen zu ersparen und Missverständnisse oder falsche Interpretationen solcher persönlichen Krisen in Zukunft zu vermeiden.

Wenn du jetzt lernen möchtest wie man mit solchen seelischen Krisen umgehen kann dann besuche dieses Seminar.

Die Tote, die mir verzieh: Vergebung und innere Heilung

„Die Tote, die mir verzieh“ ist mehr als eine Geschichte – sie ist eine Reise in die Tiefen von Vergebung und innerer Heilung. Vergebung kann alte Wunden öffnen und neue Wege zeigen, selbst wenn uns der Schmerz noch tief im Körper und Unterbewusstsein sitzt. Dieser Erfahrungsbericht verbindet persönliche Erlebnisse mit spirituellen Einsichten und zeigt, wie Vergebung Traumata lösen kann.

die tote die mir verzieh vergebung trauma experience

Die Tote, die mir verzieh – Vergebung, Trauma & Heilung

Schuldgefühle sind etwas, das wir alle im Laufe unseres Lebens kennenlernen. Einige dieser Gefühle haben für uns einen klaren, bewussten Ursprung, während andere tief in unserem Unterbewusstsein verborgen liegen und sich unserem direkten Zugriff entziehen.

Manche Schuldgefühle gelingt es uns loszulassen. Andere hingegen meiden wir lieber, weil die damit verbundenen Erinnerungen zu schmerzhaft sind. Doch was wäre, wenn sich die Büchse der Pandora der Schuldgefühle einmal öffnet – und sich nicht mehr schließen lässt?

Im folgenden Fallbeispiel wollen wir uns mit einer besonderen Form von Schuld auseinandersetzen.

Lilie (Name geändert), etwa 20 Jahre alt, mit einem sonnigen und herzlichen Gemüt, besuchte mich für eine Heilsitzung. Sie setzte sich mir gegenüber auf den Stuhl.

Zunächst unterhielten wir uns ganz ungezwungen. Lilie war sichtlich aufgeregt, und das lockere Gespräch half ihr, sich zu beruhigen und anzukommen. Während sie erzählte und ich sie in ihrer Gesamtheit wahrnahm, fiel mir sofort auf, dass sie – trotz ihrer warmen Ausstrahlung – etwas Dunkles, Schweres mit sich trug.

Nachdem wir uns etwas besser kennengelernt hatten, lenkte ich das Gespräch behutsam auf den Grund ihres Besuchs.

„Wobei kann ich dir helfen, Lilie?“, fragte ich.

Ihr Blick wurde unsicher, als würde sie nach den richtigen Worten suchen.

Schließlich begann sie zu erzählen.

Vor einigen Jahren hatte sie einen schweren Autounfall. Bei diesem Unfall war ein Mensch ums Leben gekommen.

Ihr Freund war mit seinem Motorrad unterwegs gewesen und musste zur Inspektion in eine Werkstatt. Lilie wollte ihn anschließend mit dem Auto abholen. Es war ein schöner Tag, beide waren gut gelaunt, und sie fuhr ihm mit angemessenem Abstand hinterher.

Nach einiger Zeit bemerkte Lilie eine Person am Straßenrand. Ihr Freund fuhr bereits an ihr vorbei. Als Lilie die Person erreichte, sprang diese plötzlich – ohne jede Vorwarnung – direkt vor ihr Auto.

Sie hatte keine Chance zu reagieren. Sie hörte nur noch den Knall des Aufpralls als der Körper mit dem Wagen kollidierte.

Mit großer Mühe brachte sie das Fahrzeug zum Stillstand. Unter Schock stieg sie aus und lief zu der reglos am Straßenrand liegenden Gestalt. Als sie näherkam, erkannte sie, dass es sich um eine Frau handelte.

Inzwischen war auch ihr Freund zurückgekehrt. Gemeinsam alarmierten sie den Rettungsdienst – doch die Frau war bereits verstorben.

Lilie machte eine Pause und atmete tief durch.

„Wir erfuhren später“, fuhr sie fort, „dass diese Frau psychische Probleme hatte. Es wurde ein Abschiedsbrief gefunden.“

Sie sah mich an.

„Allen war klar, dass ich keine Schuld an diesem Unfall hatte. Auch die Familie der Verstorbenen hat mir keine Vorwürfe gemacht. Im Gegenteil – sie zeigten Verständnis und Mitgefühl.“

Sie zögerte kurz.

„Und eigentlich weiß ich das auch selbst. Ich hätte nichts tun können. Vielleicht war es sogar besser so… Wäre sie vor das Motorrad meines Freundes gesprungen, hätte er vielleicht nicht überlebt.“

Dann sagte sie leise:

„Aber ich muss jetzt mit diesen Schuldgefühlen leben.“

Mir war klar, dass Worte allein hier nichts verändern würden.

Es gab nur einen Weg: Lilie musste selbst zu einem inneren Abschluss finden.

Ich bat sie, die Augen zu schließen, und begann die Heilsitzung. Nach kurzer Zeit tauchte sie tief in ihr Erleben ein – und durchlebte den Unfall erneut, diesmal auf einer inneren Ebene.

„Was siehst du jetzt?“, fragte ich.

Mit zittriger Stimme antwortete sie:

„Ich steige aus dem Auto… ich sehe sie am Boden liegen… ich laufe zu ihr…“

Ihr Körper begann leicht zu schwanken, Tränen liefen ihr über das Gesicht.

Dann stockte sie plötzlich.

„Jetzt passiert etwas Seltsames… Die Frau liegt nicht mehr am Boden. Sie steht vor mir… und lächelt mich an.“

In diesem Moment brach alles aus ihr heraus. Sie sank weinend zusammen. Der Schock, den sie so lange in sich getragen hatte, löste sich endlich.

Ich ließ sie diesen Prozess durchleben, unterstützte sie lediglich mit meiner Präsenz und einem leisen:

„Ich weiß…“

Nach einigen Minuten beruhigte sie sich langsam.

„Ist die Frau noch da?“, fragte ich.

„Ja“, antwortete Lilie. „Sie steht noch vor mir… und lächelt.“

„Wie fühlst du dich dabei?“

„Es ist… schön. Sie ist nicht verletzt. Sie strahlt…“

Ich nickte.

Wie Vergebung zur Heilung führt

„Möchtest du ihr etwas sagen?“

„Ja“, sagte Lilie sofort. „Ich möchte ihr sagen, wie leid mir alles tut.“

„Dann tu das.“

Mit leiser, aber klarer Stimme sprach Lilie zur Verstorbenen. Sie erzählte von ihrem Schmerz, ihrer Schuld, ihrer Verzweiflung.

Als sie fertig war, fragte ich:

„Wie reagiert sie?“

„Sie schaut mich einfach liebevoll an…“

„Frag sie, was du tun kannst, damit es dir besser geht.“

Lilie tat es.

Dann erschien ein sanftes Lächeln auf ihrem Gesicht.

„Sie hat meine Hände genommen… Ich höre ihre Stimme… nicht mit den Ohren, sondern in mir…“

„Was sagt sie?“

Lilie schluchzte leise.

„Sie bittet mich um Verzeihung… Sie sagt, es war nicht meine Schuld… Sie war krank… sie wusste nicht mehr, was sie tat…“

Tränen liefen über ihr Gesicht – doch diesmal waren es Tränen der Erleichterung.

Ich ließ die beiden noch eine Weile miteinander in Verbindung bleiben, bis ich spürte, dass sich der Moment dem Ende näherte.

Ich bat Lilie, sich zu verabschieden.

In ihrer inneren Wahrnehmung sah sie, wie die Frau in ein helles Licht überging und verschwand.

Auch ich spürte, wie die Präsenz langsam nachließ.

Wir beendeten die Sitzung.

Lilie setzte sich aufrecht hin – und strahlte.

„Wie fühlst du dich jetzt?“, fragte ich.

„Ich fühle einen unglaublichen Frieden“, sagte sie.

Dann sah sie mich an:

„Was war das gerade? War das wirklich sie?“

Ich lächelte leicht.

„Es gibt Menschen, die würden sagen, es war eine Projektion deines Unterbewusstseins. Und das ist verständlich.“

Ich machte eine kurze Pause.

„Aber wer so etwas selbst erlebt, weiß, wie real es sich anfühlt.“

Lilie nickte.

„Es war so klar… so echt… danke.“

„Melde dich, falls noch etwas nachkommt“, sagte ich.

Doch dieser Anruf kam nie.

Lilie hatte ihren Frieden gefunden.

Und vielleicht – auf ihre Weise – auch die Verstorbene.

Zwei Seelen, die loslassen konnten.

Und ich dachte bei mir:

Was für eine wundervolle Erfahrung.

Die kalte Flasche

kalte Flasche Erinnerung Kindheit Trauma Alkoholproblem

In „Die kalte Flasche“ erzählt ein langjähriger Freund seine bewegende Geschichte: Wie ein Erlebnis aus der Kindheit – die symbolische „kalte Flasche“ – sein Leben und Verhalten prägte und welche Rolle darunter liegende Traumata spielten.


Die kalte Flasche – Wie alte Kindheitstraumata unser Verhalten prägen

Eines guten Tages stand ein alter Freund vor mir und bat mich um eine Sitzung. Wir sahen uns nicht oft, doch wenn wir uns trafen, war es immer eine Freude für uns beide. An diesem Tag jedoch sah ich sofort, dass es ihm wirklich nicht gut ging, und wir vereinbarten umgehend einen Termin.

Mein Freund – nennen wir ihn hier Holger – war 48 Jahre alt, ein sehr angenehmer, sympathischer und freundlicher Mann. Er schilderte mir seine Problematik.

Er erzählte mir, dass er sich vor kurzem an einem Wochenende so fürchterlich betrunken hatte, dass er schließlich in einem Krankenhaus aufgewacht war. Dort teilten ihm die Ärzte mit, dass er in einem akuten Stadium eines Deliriums eingeliefert worden war. Die Ursache war ein sehr starker Alkoholkonsum, der sich offenbar über mehrere Tage hingezogen hatte.

Holger konnte sich kaum noch an etwas erinnern. Für ihn war es eine schreckliche Erfahrung gewesen, in einem Krankenhaus aufzuwachen und eine solche Diagnose zu erhalten.

Er hatte schon immer ein leichtes Alkoholproblem – wie er es nannte. Aber so schlimm war es noch nie gewesen. Die Situation hatte ihn so sehr beunruhigt, dass er nun zum ersten Mal Hilfe in Anspruch nehmen wollte.

Ich kannte ihn bereits lange und wusste von seinen seelischen Schwierigkeiten. Wir hatten manchmal darüber gesprochen, und ich hatte ihm öfter geraten, vielleicht einmal eine Psychotherapie in Erwägung zu ziehen.

Er lächelte dann meist nur und sagte:

„Wenn es wirklich einmal so weit mit mir kommt, dann komme ich lieber zu dir.“

Dann lachten wir und wechselten das Thema.

Nun war dieser Moment offenbar gekommen.

Ich fragte ihn, was kurz vor diesem Wochenende passiert sei, dass er so viel getrunken hatte.

„Eigentlich nichts Besonderes“, antwortete er. „Vielleicht gab es in der Woche etwas mehr Stress bei der Arbeit, aber das kommt ja öfter vor. Trotzdem war ich an den Tagen etwas mehr down als sonst. Das habe ich ja öfter, wie du weißt.“

„Ja, ich erinnere mich“, sagte ich. „Was machst du dann genau, wenn du in so eine Phase kommst?“

Holger überlegte kurz.

„Meist passiert das am Wochenende. Ich fühle mich dann plötzlich sehr allein und traurig. Ich kann dir nicht sagen warum. Es kommt ganz plötzlich, wie aus dem Nichts. Dann will ich nur noch allein sein und verbarrikadiere mich zu Hause. Ich lege mich aufs Bett und starre an die Decke. Ich fühle mich dann wie gelähmt, bin kaum fähig zu denken oder mich zu bewegen. Dann fange ich an zu trinken – solange, bis ich völlig betrunken bin.“

„Kannst du beschreiben, wie du dich in so einer Situation fühlst?“

Holger atmete tief durch.

„Das ist schwer zu beschreiben. Es ist wie eine Mischung aus Angst und Trauer. Es ist wirklich ganz furchtbar.“

Tränen schimmerten in seinen Augen.

„Ich glaube, ich erzähle das gerade zum ersten Mal …“

Ich nickte verständnisvoll.

„Du hast mir einmal erzählt, dass du ein Adoptivkind bist.“

„Ja“, antwortete er. „Meine leiblichen Eltern kenne ich nicht. Zu meinen Adoptiveltern habe ich aber ein sehr liebevolles Verhältnis.“

„Gut“, sagte ich. „Wenn du möchtest, können wir versuchen herauszufinden, was die Ursache deiner Probleme ist.“

Holger grinste leicht.

„Wird das weh tun?“

Ich lächelte zurück.

„Ganz ohne Schmerz wird es wahrscheinlich nicht gehen. Aber keine Sorge – ich bin bei dir.“

Ich erklärte ihm, was wir während der Sitzung tun würden, und er war einverstanden.

Dann begannen wir.

Ich stellte mich hinter Holger, bat ihn, die Augen zu schließen, und ließ meine Heilenergie in ihn hineinströmen.

Nach einiger Zeit zuckte er leicht.

„Was siehst du?“, fragte ich.

Holger schwieg einen Moment.

Dann sagte er mit belegter Stimme:

„Ich bin auf dem Arm von jemandem.“

„Bei wem?“

„Bei meiner Mutter … meiner wirklichen Mutter. Es fühlt sich wunderbar an. Ich bin so glücklich.“

„Wie alt bist du?“

„Vielleicht ein Jahr.“

Plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck.

„Was passiert jetzt?“, fragte ich.

„Ein Mann ist gekommen. Meine Mutter und er streiten sich. Sie sind sehr laut.“

Er schluckte.

„Meine Mutter legt mich zurück in mein Gitterbettchen. Nach einer Weile gehen beide aus dem Zimmer.“

„Was machst du?“

Kurze Pause.

„Ich liege im Bettchen und weine. Niemand beachtet mich.“

„Was passiert dann?“

„Ich liege dort und wimmere. Ich weiß nicht wie lange. Es ist schrecklich. Niemand kommt. Ich bin vollkommen erschöpft und schlafe schließlich ein.“

„Und dann?“

„Ich wache wieder auf. Immer noch allein. Ich starre an die Decke. Ich habe solche Angst. Ich will zu meiner Mama, aber sie ist nicht da. Ich habe Hunger. Ich schreie und schreie – aber irgendwann schlafe ich wieder ein.“

Nach einer kurzen Pause fuhr Holger fort:

„Ich werde wieder wach. Ich höre Stimmen. Schritte. Die Tür geht auf. Männer und Frauen kommen herein. Ich kenne sie nicht.“

„Was passiert dann?“

„Sie holen mich aus dem Bett. Eine Frau nimmt mich auf den Arm. Sie sagt beruhigende Worte. Dann bringen sie mich weg.“

„Wie fühlst du dich?“

„Erschöpft. Verwirrt. Aber auch erleichtert, dass endlich jemand gekommen ist.“

Er holte tief Luft.

„Man bringt mich in ein Krankenhaus. Ich liege wieder in einem Gitterbett. Da sind auch andere Kinder. Ich höre sie weinen.“

„Wo ist meine Mama?“, sagte Holger leise.

„Ich weine wieder. Eine Frau kommt. Ich kenne sie nicht. Sie nimmt mich auf den Arm und gibt mir eine Flasche.“

Er machte eine Pause.

„Aber sie fühlt sich nicht liebevoll an. Sie macht nur ihre Arbeit. Ihre Umarmung fühlt sich kalt an. Und die Flasche fühlt sich auch kalt an.“

Er flüsterte:

„Eine kalte Flasche.“

„Dann liege ich wieder da und starre an die Decke. Ich sehe das kalte Licht der Lampen. Ich bin wie gelähmt.“

Er schluckte.

„Manchmal weine ich. Aber da weinen noch viele andere Kinder. Es dauert oft, bis jemand kommt.“

Dann wieder:

„Die Frau kommt und gibt mir die Flasche. Aber sie fühlt sich wieder so kalt an.“

„Eine kalte Flasche …“

Holger erzählte weiter, dass später seine Adoptiveltern kamen und ihn zu sich nahmen. Von da an ging es ihm besser. Doch den Schmerz über den Verlust seiner Mutter trug er immer in sich.

Später, als Erwachsener, zog er immer wieder Frauen an, die ihn schließlich verließen. Diese Erfahrungen trafen ihn jedes Mal tief.

Dann begann er zu trinken.

Er legte sich aufs Bett, starrte an die Decke und fühlte sich wie gelähmt.

Genau wie damals.

Ich fragte ihn schließlich:

„Woher kennst du dieses Gefühl der ‚kalten Flasche‘?“

Holger dachte nach.

Dann sagte er leise:

„Das ist genau so, wie wenn ich trinke. Wenn ich allein bin, trinke ich oft direkt aus der Flasche. Dann ist das die kalte Flasche aus meiner Kindheit … mein Ersatz.“

Ich nickte.

„Genau. Die kalte Flasche ohne Liebe.“

Holger sah mich an.

„Aber warum tue ich das? Es hat mir doch nie gut getan. Warum wiederhole ich das?“

Ich erklärte ihm:

„Dein Unterbewusstsein hat dieses Trauma gespeichert. Immer wenn du in eine ähnliche Situation kommst – zum Beispiel wenn dich eine Frau verlässt – erinnert sich dein Unterbewusstsein an den Moment, als du deine Mutter verloren hast. Dann kommen die alten Gefühle wieder hoch: Angst, Verwirrung, Einsamkeit. Und du wiederholst unbewusst das Verhalten von damals. Du legst dich hin. Du bewegst dich kaum. Du starrst an die Decke. Und dann greifst du zum Alkohol, zur kalten Flasche.“

Ich machte eine kurze Pause.

„Als du damals im Krankenhaus warst, bekamst du zum ersten Mal wieder Aufmerksamkeit. Leider nicht die Liebe deiner Mutter, sondern die Fürsorge einer überarbeiteten Krankenschwester. Sie gab dir die Flasche. Sie fühlte sich kalt an – ohne Liebe. Aber sie linderte deinen Schmerz wenigstens ein wenig.“

Ich erklärte ihm weiter, dass Kinder in solchen Situationen oft glauben, sie selbst seien schuld daran, dass ihre Eltern verschwinden.

Diese unbewussten Schuldgefühle können später zu selbstzerstörerischem Verhalten führen.

Holger liefen Tränen über das Gesicht.

„Jetzt verstehe ich endlich, warum ich das tue.“

In der weiteren Sitzung führte ich Holger auf spiritueller Ebene noch einmal zu seiner Mutter. Dort konnte er klären, warum sie damals nicht mehr zurückgekommen war.

Dann ging der erwachsene Holger zu dem kleinen Holger im Krankenhausbett. Endlich holte er ihn aus dem Gitterbettchen heraus. Er nahm ihn in den Arm, tröstete ihn und erklärte ihm, dass er keine Schuld trug. Er versprach ihm, von nun an immer für ihn da zu sein.

Dann nahm er den kleinen Holger mit in sein heutiges Leben.

Wir beendeten die Sitzung.

Ein glücklicher Holger sah mich an – und lächelte.

Von diesem Tag an sollte er frei sein von seinem Alkoholproblem.

Putzzwang und Kindheitstrauma

„Zwangsstörungen sind psychische Störungen. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Die Störung bringt deutliche Belastungen und Beeinträchtigungen des Alltagslebens mit sich. Ältere Bezeichnungen für Zwangsstörungen sind Zwangserkrankung, Zwangsneurose und anankastische Neurose.“
(Quelle: Wikipedia)

Putzzwang und Kindheitstrauma – Zusammenhang zwischen Zwang und innerem Stress

Wenn die Vergangenheit den Alltag bestimmt: Die Geschichte von Hilde

In einer meiner Heilsitzungen traf ich auf eine Dame mittleren Alters. Nennen wir sie Hilde. Hilde berichtete mir, dass sie unter einem enormen Druck leide, ausgelöst durch eine Zwangsstörung.

Hilde konnte ihre Wohnung nicht verlassen, bevor sie nicht absolut sicher war, dass wirklich alles pikobello aufgeräumt und sauber war – ein klassischer Putzzwang. Mittlerweile war es sogar schon so weit gekommen, dass sie immer häufiger zu spät zur Arbeit erschien und ihr Arbeitgeber ihr bereits mit Konsequenzen drohte. Eine Abmahnung hatte sie schon erhalten. Obwohl sie alles versuchte, um die Wohnung rechtzeitig zu verlassen und pünktlich zur Arbeit zu kommen, gelang es ihr nicht.

Putzzwang und Kindheitstrauma – eine überraschende Ursache

Ich stellte mich hinter sie und ließ meine Energie in sie hineinfließen, damit Hilde herausfinden konnte, was die wirkliche Ursache für ihr Leiden war. Nach einiger Zeit tauchten die ersten Bilder aus ihrem Unterbewusstsein im Bewusstsein auf. Sie fing an zu lachen und sah sich im Alter von vier oder fünf Jahren zusammen mit ihrem Zwillingsbruder in ihrem gemeinsamen Zimmer spielen. Die beiden hatten großen Spaß und tobten ausgelassen in einem regelrechten Schlachtfeld aus Spielzeug, das vorher einmal ihr Kinderzimmer gewesen war.

Als sie sich gerade eine heftige Kissenschlacht lieferten, kam ihre Großmutter herein. Sie passte auf die beiden auf, da ihre Mutter arbeiten war, und erblickte das Chaos. Sofort fing sie an zu schimpfen und befahl den Kindern, mit dem Unsinn aufzuhören. Völlig erschrocken hörten beide sofort auf und standen wie angewurzelt vor ihrer schimpfenden Oma.

Als ich Hilde fragte, was als Nächstes passierte, liefen ihr Tränen über das Gesicht. Sie erzählte, dass ihre Oma ihren Bruder auf den Arm nahm und nur ihr allein die Schuld für das ganze Tohuwabohu gab.

Ich fragte Hilde, wie sie sich dabei gefühlt habe. Sie antwortete, dass es sich schrecklich angefühlt habe. Obwohl beide daran beteiligt gewesen waren, bekam nur sie die Schuld. Das war ungerecht, und sie wollte am liebsten den Raum verlassen.
„Meine Großmutter hat meinen Bruder schon immer bevorzugt“, sagte sie.

„Was passiert als Nächstes?“, fragte ich.

„Meine Oma sagte mir, ich dürfe den Raum erst verlassen, wenn ich alles vollständig aufgeräumt hätte. Dann ging sie mit meinem Bruder hinaus, schloss die Tür, und ich blieb allein zurück. Ich war sehr traurig und habe geweint. Ich räumte auf, so gut ich es eben konnte – aber meine Oma kam nicht zurück.“

„Warum nicht?“, hakte ich nach.

„Meine Mutter kam nach Hause, und meine Großmutter ist wohl direkt gegangen. Dann öffnete meine Mutter die Tür, begrüßte mich und holte mich zum Essen.“

Nachdem wir die Heilsitzung beendet hatten, fragte ich Hilde, wie sie sich jetzt fühle. Sie lächelte und sagte:

Zusammenhang zwischen Putzzwang und Kindheitserfahrungen

„Ich verstehe jetzt, warum ich diesen Putzzwang habe. Jetzt ist mir alles klar geworden. Ich warte heute noch darauf, dass meine Großmutter mich aus dem Zimmer holt!“

„Genau“, antwortete ich. „Du hast damals ein kleines Trauma erlitten. Manchmal kann bei Kindern schon eine scheinbare Kleinigkeit ein Trauma auslösen.“

Ein Trauma entsteht durch einen Schock, der nicht aufgelöst werden konnte – wie ich an anderer Stelle dieses Blogs bereits erwähnt habe. Kommen zu einem solchen Schock noch Angst und Schuldgefühle hinzu, kann das später zu verschiedenen Neurosen oder sogar schwereren psychischen Problemen führen.

„In deinem Fall“, erklärte ich ihr, „hast du einen Putzzwang entwickelt. Du konntest den Raum – beziehungsweise heute deine Wohnung – nicht verlassen, bevor für dich nicht alles perfekt aufgeräumt war. Andernfalls hättest du unterschwellige Schuldgefühle gehabt, die dich stark verunsichert hätten.“

„Das stimmt“, sagte Hilde. „Ich fühlte mich dann immer irgendwie schuldig.“

„Deine Großmutter hat dich damals im Zimmer zurückgelassen. Obwohl du alles so gut wie möglich aufgeräumt hattest, kam sie nicht zurück, um dich aus dieser Situation zu entlassen. Dabei wäre genau das notwendig gewesen. Sie hat dir die Strafe auferlegt – und nur sie hätte sie auch wieder aufheben können. Dadurch, dass sie es nicht tat, blieben die Schuldgefühle bestehen.“

Ich fragte sie: „Wie lange hast du diesen Putzzwang schon?“

„Ungefähr seit zwei Jahren“, antwortete Hilde.

„Kann es sein“, sagte ich, „dass deine Großmutter ungefähr vor zwei Jahren verstorben ist?“

„Ja, das stimmt!“, antwortete Hilde und sah mich an, als würden ihr sprichwörtlich die Schuppen von den Augen fallen. „Meinst du, dass ich jetzt von diesem Zwang befreit bin?“

„Nun“, antwortete ich, „das werden wir spätestens sehen, wenn du wieder zur Arbeit gehst. Die Ursache deines Problems ist jetzt an die Oberfläche gekommen. Sobald ein Mensch die Ursache für sein Verhalten wirklich versteht, können sich die Probleme oft auflösen, weil das Unterbewusstsein keinen Grund mehr hat, diese alten Gefühle immer wieder hervorzurufen.“

Wenn wir beginnen, diese inneren Ursachen zu verstehen, kann sich ein neuer Weg öffnen:
mehr Bewusstheit, mehr Selbstmitgefühl – und Schritt für Schritt mehr Freiheit im eigenen Leben.

Einige Tage später rief mich eine überglückliche Hilde an. Sie berichtete mir, dass sie keinerlei Drang mehr verspüre, diesen Zwang auszuführen. Man könne sich kaum vorstellen, wie glücklich und befreit sie sich fühle, einfach einmal eine unordentliche Wohnung zurückzulassen.

So schön kann das Leben manchmal sein. 🙂

Unsichtbare Schmerzen. Wenn alte Schocks unser Leben steuern

Unsichtbare Schmerzen entstehen oft durch alte Schocks, die im Unterbewusstsein weiterwirken. Viele Menschen spüren diese Belastungen, ohne den Ursprung zu kennen. In diesem Artikel erfährst du, wie alte Traumata unser Leben steuern und welche Heilungsansätze helfen können.

Wie alte Schocks unser Unterbewusstsein beeinflussen

Nach Unfällen leiden viele Menschen Monate- oder sogar jahrelang unter Schmerzen, selbst wenn es keine offensichtliche Ursache gibt. Schmerz hat jedoch viele Gründe. Häufig übersehen wird, dass ein fortdauernder Schockzustand eine zentrale Rolle spielen kann. Ein Unfall kann einen Schock auslösen, der Monate oder sogar Jahre anhält. Geistiges Heilen kann helfen, diese Schockenergie freizusetzen und den Weg zur Gesundung zu ebnen.

alte Schocks und Trauma Energiearbeit

Erschöpfung und Burnout gehören immer häufiger zu unserem Alltag. Alles um uns herum wird schneller, und damit steigt der Verbrauch unserer körpereigenen Energie. Tragen wir zusätzlich unbewusst ein Trauma in uns, das im Unterbewusstsein blockiert wird, kostet uns das weitere Energie und kann langfristig zu Krankheit führen.

Oft wird ein Trauma nicht mit Energielosigkeit in Verbindung gebracht. Stattdessen wird Stress oder eine ungesunde Lebensweise verantwortlich gemacht. Oberflächlich betrachtet ist das naheliegend, doch Symptome wie Burnout, Depression oder chronische Energielosigkeit verdienen eine tiefergehende Ursachenforschung.

Fallbeispiel: Lenas Erfahrung mit alten Traumata

Ein Beispiel: Lena (Name geändert), 32 Jahre alt, bat mich um eine Reiki-Sitzung. Sie berichtete, dass sie sich oft schlapp und energielos fühle und Probleme beim Ein- und Durchschlafen habe. Sie machte ihren Lebensstil dafür verantwortlich, da sie viel arbeitete und unter großem Stress stand.

Während der Reiki-Sitzung klagte Lena über leichte Schmerzen am Bauch und Brustbereich. Auf Nachfrage erklärte ich, dass dies ein „Echo“ aus der Vergangenheit sein könnte. Lena erinnerte sich, dass sie als etwa Zweijährige von einem Pferd getreten wurde und drei Monate in einem Korsett im Krankenhaus verbringen musste. Die damaligen Verletzungen waren längst verheilt, und Lena hatte keine bewussten Erinnerungen daran – sie wusste nur durch die Erzählungen ihrer Mutter davon.

Ein solches körperliches Trauma verbraucht viel Energie, um im Unterbewusstsein verborgen zu bleiben. Solche Traumata können uns jahrelang oder sogar ein Leben lang begleiten, ohne dass wir es merken. Reiki allein kann hier nur kurzfristig Symptome lindern; für eine dauerhafte Besserung ist es sinnvoller, die Ursache aufzudecken.

Wir vereinbarten eine Heilsitzung. Im Vorgespräch erkundigte ich mich nach Lenas Leben und ihrer Vergangenheit. Auf die Frage nach Phobien berichtete sie, dass sie ohne Licht nicht einschlafen könne. Sie habe Angst, dass „jemand“ komme. Diese Information merkte ich mir für die Sitzung vor.

Wege zur Heilung unsichtbarer Schmerzen

Während der Heilsitzung begann Lena, Bilder aus ihrer Vergangenheit zu sehen. Sie erinnerte sich an einen Sommer auf einem Bauernhof: Sie spielte allein auf dem Gelände, zog am Schweif eines Pferdes und wurde getreten. Danach lag sie verletzt auf dem Boden, während ihre Mutter schreiend zu ihr lief. Ein Hubschrauber landete, Sanitäter brachten sie ins Krankenhaus, legten ein Korsett an und ließen sie von ihren Eltern getrennt. Lena erlebte diese Ereignisse noch einmal, spürte Angst und Panik, fühlte sich allein gelassen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung konnte die erwachsene Lena die kleine Lena in ihre Arme nehmen, sie trösten und ihr geben, was ihr damals fehlte: Liebe, Sicherheit und Geborgenheit. Durch diese Erfahrung löste sich die alte Schockenergie, und Heilung konnte eintreten. Lena erklärte der Kleinen, dass sie immer für sie da sein werde. Danach wurde sie behutsam in die Realität zurückgeführt.

Nach der Sitzung berichtete Lena, dass sie nun wieder schlafen könne, ohne Licht im Zimmer, und dass ihre Energielosigkeit verschwunden sei. Auch spätere Erfahrungen, wie das Betreten eines Krankenhauses oder das Sehen eines Hubschraubers, lösten keine Angst mehr aus. Ihr Unterbewusstsein hatte verstanden, dass keine Gefahr mehr drohte.

Diese Heilsitzung zeigt, wie tief Traumata im Unterbewusstsein verankert sein können und wie sie unser Energielevel langfristig beeinflussen. Das Aufdecken und Verarbeiten solcher Traumata ist entscheidend für dauerhafte Heilung und die Wiederherstellung der vollen Lebensenergie.

Frühchen im Brutkasten: Wie erste Gefühle unser Leben prägen

Frühgeborenes – erste emotionale Erfahrungen und Bindung

Wie Eifersucht und Bindung schon im Brutkasten entstehen können

Schon früh erleben Babys Gefühle, die uns ein Leben lang begleiten. Bindung, Nähe und erste Wahrnehmungen können unser Verhalten, Eifersucht und emotionale Reaktionen beeinflussen.

Eine Reiki-Schülerin bat mich um eine Heilsitzung. Sie hatte den zweiten Reiki-Grad bei mir absolviert und kannte dadurch auch meine Arbeit als Heiler. Nennen wir sie Vicky. Sie ist 25 Jahre alt, eine sehr freundliche und liebevolle Persönlichkeit.

Vicky berichtete, dass sie seit einiger Zeit in bestimmten Situationen plötzlich und scheinbar aus dem Nichts sehr eifersüchtig auf andere Personen wurde. Meist handelte es sich um Personen aus ihrem Familienkreis. Sie erzählte von einem besonders heftigen Vorfall beim letzten Weihnachtsfest: Sie feierte mit ihrem Freund und dessen Schwester. Als sie sich gegenseitig Geschenke überreichten, überkamen Vicky plötzlich Gefühle von Neid und Eifersucht auf die Schwester ihres Freundes. Sie machte ihrem Freund eine Szene und war wütend auf ihn und seine Schwester.

Obwohl sie beide sehr liebte und selbst ein tolles Geschenk von ihrem Freund erhalten hatte, konnte sie nichts gegen diese Gefühle tun. Danach tat es ihr leid, und sie konnte nicht verstehen, warum sie sich so verhalten hatte. Eigentlich passte das überhaupt nicht zu ihr.

Ich befragte sie zu ihrer Familiensituation und ihrer Kindheit. Nichts deutete auf ein Trauma hin, das ihr Verhalten erklären könnte. Wir begannen mit der Heilsitzung, in der ich Vicky durch Heilenergie auf eine andere Bewusstseinsebene führte, um die Ursache ihrer Problematik zu finden.

Nach einiger Zeit zeigten sich erste Bilder. Vicky erinnerte sich an Momente, in denen sie Angst hatte, dass ihre Eltern nicht zurückkommen würden, wenn sie nur kurz zum Einkaufen gingen. Sie bekam regelmäßig Panikgefühle. Auch hatte sie Angst, dass ihre ältere Schwester plötzlich nicht zurückkehren könnte. Wir blieben auf dieser Spur und ich fragte ihr Unterbewusstsein nach der Ursache dieser Gefühle.

Bald änderten sich die Bilder: Vicky sah sich selbst als Säugling in einem durchsichtigen Brutkasten liegen. Sie war ein Frühchen und musste zunächst in einem Inkubator verweilen – eine Tatsache, die sie zuvor nicht erwähnt hatte, da sie ihr unwichtig erschien. Sie berichtete, dass ihre Eltern zeitweise bei ihr waren, dann aber wieder gehen mussten. Für die kleine Vicky war das sehr schlimm; sie fürchtete, dass sie nicht zurückkommen könnten.

Besonders freute sie sich, wenn ihre Eltern wiederkamen, und auch ihre Schwester besuchte sie und spielte mit ihr. Vicky genoss die volle Aufmerksamkeit der Familie, beobachtete die Spiele ihrer Schwester und sehnte sich nach Zuneigung. Auch die Großmutter kam manchmal vorbei, spielte und umarmte die Schwester, während Vicky sich nach derselben Aufmerksamkeit sehnte.

Als ich Vicky fragte, wie sie sich dabei fühlte, antwortete sie: „Ich glaube, ich bin eifersüchtig. Ich will auch das Spielzeug haben, das meine Schwester hat. Ich will auch von meiner Oma umarmt werden. Es macht mich wütend, dass es keiner bemerkt.“

Damit hatten wir die Ursache gefunden. Vicky erkannte, dass die Wurzeln ihrer Eifersucht und Angst in diesem frühkindlichen Erlebnis lagen. Nach der Sitzung konnte sie die kleine Vicky in ihre Arme nehmen und Frieden mit der damaligen Situation schließen. Die kleine Vicky wurde in ihr jetziges Leben integriert, und die Angst vor Verlassenwerden konnte losgelassen werden.

Ist es nicht erstaunlich, wie viel wir bereits im frühesten Stadium unseres Lebens aufnehmen? Auch wenn wir uns nicht bewusst daran erinnern, speichert unser Unterbewusstsein alles ab. Manche Klienten erinnern sich in Heilsitzungen sogar an Traumatisierungen aus der Zeit im Mutterbauch.

Einige Zeit später berichtete Vicky: „Kurz vor Ostern war ich ein paar Tage mit meinem Freund bei seiner Schwester. Es war so entspannt wie nie zuvor. Ich war sogar ein bisschen stolz darauf.“

Die unsichtbare Kraft: Gedanken, Emotionen & Krankheit

Gedanken, Emotionen und Krankheit – unsichtbare Kraft und Gesundheit

Die unsichtbare Kraft hinter Krankheit & Heilung

Die unsichtbare Kraft von Gedanken und Emotionen beeinflusst nicht nur unser Erleben, sondern kann auch körperliche Prozesse begleiten. Stress, Freude oder Angst wirken sich auf unser Immunsystem aus – und damit auf Gesundheit und Krankheit.

Hinter jeder Krankheit oder Gesundheitsstörung, die nicht auf Infektionen oder Vererbung zurückzuführen ist, verbirgt sich eine bislang unergründete Ursache. Häufig liegt diese im Bereich der Emotionen: Eine intensive Befürwortung oder Abneigung gegenüber einer bestimmten Situation kann tiefe Spuren im Körper hinterlassen, während eine ausgeglichene Haltung Heilung und Stabilität fördert.

Emotionen und ihr Einfluss auf den Körper

Emotionen sind nicht bloß flüchtige Regungen, sondern lebendige Prozesse, die aus unseren Gedanken hervorgehen. Jeder kraftvolle Gedanke setzt chemische Substanzen frei, begleitet von elektrischen Impulsen, die die Funktionen unseres Körpers maßgeblich beeinflussen. Diese biochemischen und elektrischen Veränderungen können Krankheiten auslösen und aufrechterhalten, solange wir nicht erkennen, welche Gedanken diesen Kreislauf in Gang halten.

Jede einzelne Zelle unseres Körpers ist sich unserer inneren Welt bewusst. Sie reagiert auf unsere Gedanken, heilt oder erleidet Schaden – je nachdem, welche Impulse wir setzen. Gedanken, die dem Wohl anderer dienen, fördern Heilung und Vitalität. Die durch sie ausgelösten chemischen und elektrischen Reaktionen wirken zuerst innerhalb unseres eigenen Körpers, bevor sie in die äußere Welt treten und Einfluss auf andere nehmen können.

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die DNS als ein unveränderliches, vererbtes System. Heute wissen wir, dass sie flexibel ist und sich den Signalen unserer Gedanken anpasst. Ein starker Glaube daran, krank oder gesund zu sein, kann elektrische und chemische Prozesse aktivieren, die diesen Glauben tatsächlich Wirklichkeit werden lassen. Entscheidend ist dabei nicht, was wir äußern, sondern was wir tief in unserem Inneren glauben. Worte allein vermögen wenig, wenn Zweifel im Hintergrund bestehen – denn Zweifel sind ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. Sie bewahren uns davor, Gedanken zu folgen, die im Widerspruch zu unseren bisherigen Erfahrungen stehen.

Die moderne Medizin zeigt uns die physischen Manifestationen von Krankheiten. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse sind wertvoll, doch oft beschränkt auf Symptome, nicht auf die tieferliegenden Ursachen. Die zerstörerische Kraft negativer Gedanken lässt sich bislang noch nicht zuverlässig messen; wir erkennen nur die Folgen, nicht die Quelle. In dieser Lücke zwischen Körper und Geist liegt eine der größten Herausforderungen und Chancen unserer Zeit: das Verstehen, wie Gedanken, Emotionen und körperliche Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind.

Fehlfunktionen des Körpers – und nichts anderes sind Krankheiten – können ebenso viele unterschiedliche Ursachen haben, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Statt sich nur auf die negativen Aspekte einer Situation zu konzentrieren, sollte man die positiven suchen. Jeder negative Umstand birgt auch einen positiven Aspekt, und oft führt die Veränderung der eigenen Sichtweise zum selben Erfolg, den jede andere Behandlung hätte erzielen können.

Integration von innerer Kraft in Heilungsprozesse

Tatsächlich bleibt eine medizinische Behandlung häufig wirkungslos, bis sich die Einstellung des Kranken verändert. Körper und Geist arbeiten immer zusammen. Ärzte leisten wunderbare Arbeit, doch sie sind nur ein Teil des Ganzen – ebenso wie Therapeuten und Heiler. Idealerweise sollten alle gemeinsam wirken, statt als Alternativen gegeneinander zu handeln oder jeder isoliert für sich zu arbeiten. Ärzte kümmern sich um den Körper, Therapeuten um die Gedanken, Heiler um den Geist – die menschliche Seele aber braucht alle drei.

Letztlich liegt die Heilung nicht allein in Pillen, Operationen oder Therapien – sie beginnt in unserem eigenen Geist. Unsere Gedanken, Einstellungen und Emotionen sind mächtige Architekten unserer Gesundheit. Wer lernt, seine inneren Überzeugungen zu erkennen und bewusst zu lenken, öffnet den Schlüssel zu einem Körper, der im Einklang mit Geist und Seele funktioniert. Krankheit mag ein Signal sein, doch sie ist nie das endgültige Urteil – vielmehr eine Einladung, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und die unsichtbaren Kräfte der Selbstheilung zu nutzen.


Kindheitstraumata: Verborgene Wunden & Wege zur Heilung

Kindheitstraumata und verborgene Wunden – Heilung und inneres Wachstum

Verborgene Wunden – Wie Kindheitstraumata unser Leben beeinflussen und Heilung möglich wird

Viele Menschen, die zu mir in Heilsitzungen kommen, tragen oft unbewusst ein Trauma aus ihrer Kindheit mit sich. Sie spüren die Auswirkungen durch Symptome wie Phobien, Ängste, Depressionen oder mangelndes Selbstwertgefühl – können diese Gefühle aber nicht mehr mit der eigentlichen Ursache, dem traumatischen Ereignis, in Verbindung bringen.

Unser Unterbewusstsein kann solche seelischen Verletzungen unter bestimmten Bedingungen ins Verborgene verschieben, um uns zu schützen. Es ist nicht nur für automatische Körperfunktionen wie Herzschlag oder Atmung zuständig, sondern arbeitet wie ein hochkomplexer Computer. Eines seiner Programme hat die Aufgabe, uns zu beschützen – großartig, aber manchmal auch problematisch, denn es unterscheidet nicht zwischen „gut“ oder „schlecht“.

Aus der Ethologie wissen wir: Beutetiere erleben täglich Bedrohungen, aber selten Traumata. Sie verfügen über die Fähigkeit, Schock und Angst schnell auszuschütteln: Sie zittern, bewegen sich, atmen keuchend – bis ihr Körper wieder ins Gleichgewicht kommt. Diesen Vorgang nennt man Homöostase – die Fähigkeit, nach Stress wieder ins innere Gleichgewicht zurückzufinden.

Auch wir Menschen besitzen diese Mechanismen. Stellen wir uns ein Kind vor, das beim Spielen mit dem Fahrrad stürzt. Es weint, zittert und atmet schnell. Kommt eine liebevolle Bezugsperson hinzu, die das Kind tröstet, wird die Schockenergie nach und nach abgebaut. Das Kind beruhigt sich und kann bald wieder spielen, als wäre nichts geschehen.

Doch leider läuft es nicht immer so perfekt. Oft werden Kinder in solchen Momenten kritisiert, beschämt oder eingeschüchtert, anstatt getröstet zu werden. Das Unterbewusstsein nimmt die zusätzlichen Gefühle von Angst und Schuld auf, kann die Schockenergie nicht ausschütteln – und speichert sie tief im Inneren.

Ich erinnere mich an ein persönliches Erlebnis: Als ich elf Jahre alt war, spielte ich am Strand mit einem Mädchen. Plötzlich trieb es im Meer ab und drohte zu ertrinken. Ich war wie gelähmt vor Schreck, konnte nicht helfen, da ich noch nicht schwimmen konnte. Der Vater des Mädchens sprang ins Wasser und rettete sie, während ich mich schämte und mir die Schuld gab. Danach schimpfte mein eigener Vater mit mir, ohne Verständnis für meine Angst zu zeigen. Die Schockenergie konnte nicht abfließen und blieb im Unterbewusstsein gespeichert.

Jahre später – in meinen Zwanzigern – überkamen mich ähnliche Gefühle am Strand, obwohl nichts Gefährliches geschah. Plötzlich fühlte ich mich ängstlich, unsicher und beobachtet, konnte mein Verhalten nicht rational erklären. Ich hatte eine Phobie entwickelt. Mein Unterbewusstsein reagierte auf die alten Gefühle und Erinnerungen, nicht auf die tatsächliche Situation.

Solche „eingefrorenen“ Schockenergien können Symptome wie Ängste, Panikattacken oder Phobien auslösen – auch Jahrzehnte später. Trauma entsteht nicht nur durch extreme Ereignisse wie Missbrauch oder Gewalt. Auch scheinbar kleine Vorfälle – Stürze, Unfälle, Trennungen – können die Grundlage für tiefsitzende, unbewusste Blockaden sein.

Wenn ein Mensch nun zu einem Heiler kommt, kann durch die gezielte Aufladung seines Energiefeldes und den meditativen Zustand während einer Behandlung alte, aufgestaute Gefühle freigesetzt werden. Der Heiler hilft, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen, ihre Ursache zu erkennen und die Energie zu lösen. Genau deshalb erleben viele Menschen nach Reiki oder einer Heilbehandlung emotionale Reaktionen – Tränen, Zuckungen oder Erinnerungen – die auf lange verdrängte Traumata zurückgehen.

Wir alle sind in gewisser Weise Heiler – oft ohne es zu wissen. Liebevolle Zuwendung, ein beruhigendes Wort, ein Mitgefühl in einer Notsituation – all das löst Schockenergien und Heilung aus. Die Kraft der Liebe ist dabei unser stärkster Verbündeter.

Mit professioneller Begleitung können wir alte Traumata erkennen, ihre Blockaden auflösen und die Energie wieder frei fließen lassen. So kann Heilung geschehen, nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch emotional und seelisch.


Wenn die Nacht zum Feind wird

Frau liegt ängstlich wach im Bett – nächtliche Angst überwinden

Wenn die Nacht zum Feind wird – Angst vor dem Einschlafen

Eine junge Frau, ungefähr 29 Jahre alt, kam zu mir in eine Heilsitzung.
Nennen wir sie hier einmal Julia.

Julia berichtete mir, dass sie seit vielen Jahren unter starken Zwängen und Ängsten litt. Sie erzählte weiter, dass sie vor dem Schlafengehen mehrere Rituale durchlaufen musste, bevor sie ins Bett gehen konnte. Sie schaute in jede Ecke ihres Zimmers, unter das Bett, in den Schrank und durchsuchte auch die anderen Räume. Erst wenn sie ganz sicher war, dass sich niemand dort versteckte, traute sie sich, ins Bett zu gehen.

Doch selbst wenn sie wusste, dass sich wirklich niemand in ihrer Wohnung befand, überfiel sie eine starke Angst. Manchmal steigerte sich diese sogar zu regelrechten Panikattacken, und sie zitterte völlig eingeschüchtert unter ihrer Decke. An Schlaf war kaum zu denken. Irgendwann schlief sie schließlich ein, doch der Stress vor jedem Einschlafen hinterließ tiefe seelische Spuren.

Bald entwickelte Julia Vermeidungsstrategien, um eine ruhigere Nacht zu bekommen. Eine davon bestand darin, sehr viel Zeit mit dem Zähneputzen zu verbringen, um das Zubettgehen hinauszuzögern. Eine andere Methode war, möglichst oft bei Freunden zu übernachten oder Freunde bei sich übernachten zu lassen. Ihre dritte Strategie bestand darin, stark an ihrem Freund zu klammern und so oft wie möglich mit ihm zusammen zu sein – was die Beziehung inzwischen belastete.

Doch natürlich funktionierte das nicht immer, und sie musste auch allein schlafen. Julia begann eine Psychotherapie, doch in der Gesprächstherapie fand sie keine Erleichterung.

Über einen Bekannten hörte sie von mir, und in ihrer Not wandte sie sich schließlich an mich – einen Geistheiler. Normalerweise, so berichtete sie, wäre sie nicht zu jemandem wie mir gegangen. Doch da ihr Bekannter so viel Gutes über meine Arbeit erzählt hatte, wollte sie es einfach ausprobieren. Ich lächelte, denn mir war bewusst, dass viele Menschen Vorurteile gegenüber Heilern haben und oft erst in ihrer Not nach dem letzten Strohhalm greifen. Ich nahm es ihr nicht übel – ich konnte es gut nachvollziehen. Auch ich hatte geistiges Heilen früher als völligen Unsinn abgetan. Doch das ist eine andere Geschichte.

Ich fragte Julia, was ihrer Meinung nach passieren würde, wenn sie vor dem Schlafengehen nicht alles durchsuchen würde, und wann sie diese Ängste zum ersten Mal verspürt hatte.

Sie antwortete, es könne jemand da sein, der ihr etwas Schlimmes antun wolle – vielleicht so etwas wie „der schwarze Mann“. Wann genau es begonnen hatte, konnte sie nicht sagen, aber es müsse zu Beginn ihrer Pubertät gewesen sein.

Da Ängste dieser Art nicht einfach aus dem Nichts entstehen, sondern eine Ursache haben, fragte ich sie, ob sie als Kind möglicherweise etwas Belastendes erlebt habe.

„Ja“, sagte sie, „da war etwas, das mich bis heute nicht richtig loslässt.“

Sie erzählte, dass sie als junges Mädchen mit einer Schulkameradin auf dem Heimweg gewesen sei, als sie plötzlich von einem Jugendlichen auf einem Fahrrad von hinten geschnitten wurde. Der junge Mann wendete, fuhr zurück, schubste Julia in ein Gebüsch, stürzte sich auf sie und begrapschte sie. Die Schulkameradin lief davon und rief laut um Hilfe. Julia wehrte sich heftig, woraufhin der Junge von ihr abließ und mit dem Fahrrad flüchtete.

Julia erinnerte sich noch gut an den Vorfall. Ihre Mutter kam, die Polizei wurde informiert, doch der Täter konnte nie ermittelt werden. Danach ging das Leben scheinbar normal weiter. Sie hatte den Jungen nie wieder gesehen.

Ich fragte Julia, ob ihre Eltern mit ihr über den Vorfall gesprochen hätten. Sie sagte, man habe die Sache nicht „aufbauschen“ wollen, und es habe kein Gespräch darüber gegeben.

Für mich ergab nun vieles einen Sinn. Ich verstand, warum Julia so viele Jahre später unter diesen Ängsten und Zwangshandlungen litt.

Wir begannen mit der Heilung. Ich stellte mich neben Julia, um sie in mein Energiefeld aufzunehmen, und sprach einige Worte, um ihr Bewusstsein zu beruhigen, sodass ihr Unterbewusstsein die Führung übernehmen konnte. Wenig später erlebte Julia den Vorfall erneut – diesmal jedoch in einem geschützten Rahmen, mit der Möglichkeit, sich von dem damals erlebten Schock zu befreien.

Ihr Körper begann sich hin und her zu bewegen, Tränen liefen über ihr Gesicht. Ich fragte sie, was sie wahrnehme, und sie berichtete, dass sich die Szene noch einmal in ihrem Geist abspiele. Sie schilderte den Vorfall nun detaillierter, und ich ermutigte sie, den Schock loszulassen. (Dabei arbeite ich mit einer bestimmten Technik, die ich hier nicht näher erläutern werde. Ich biete jedoch Seminare an, in denen man diese spezielle Methode erlernen kann.)

Julias Körper krümmte und schüttelte sich, und sie weinte heftig – ein Zeichen dafür, dass sich der Schock löste. Es wirkte, als würde das Trauma ihren Körper verlassen. Ich begleitete und unterstützte sie mit sanften Worten, bis die erste Welle vorüber war. Eine zweite folgte, jedoch schwächer als die erste. Auch hier wartete ich ab, bis sie abebbte. Schließlich huschte ein Lächeln über Julias Gesicht, und ihr Körper beruhigte und stabilisierte sich.

Ich fragte sie, wie es ihr nun gehe.
„Viel besser. Ich fühle mich richtig erleichtert“, antwortete sie.

Anschließend gab ich ihr die Möglichkeit, innerlich Frieden mit dem Täter zu schließen und ihm auf mentaler Ebene den Schmerz zurückzugeben, den er ihr zugefügt hatte. Dadurch konnte Julia Schuldgefühle und Ängste loslassen, die sie all die Jahre mit sich getragen hatte. In ihrer Vorstellung nahm sie zum Schluss die „kleine Julia“ in die Arme und holte sie aus der Vergangenheit in ihr Herz – ins Hier und Jetzt.

Wir beendeten die Sitzung und besprachen das Erlebte. Ich erklärte ihr, dass sie durch den Vorfall ein Trauma erlitten hatte. Da sie den Schock damals weder körperlich verarbeiten noch darüber sprechen konnte, habe sich das Erlebnis im Unterbewusstsein festgesetzt.

Mit Beginn der Pubertät könne ein solches verdrängtes Trauma reaktiviert werden. Julias Unterbewusstsein sendete die alten Angstgefühle erneut aus, da es kein Zeitgefühl kennt – für das Unterbewusstsein ist alles gegenwärtig.

Es handelte sich also nicht um reale, aktuelle Gefahren, sondern um alte, unverarbeitete Ängste. So, als wolle ihr Inneres sagen: „Pass auf, das darf dir nicht noch einmal passieren. Sei wachsam!“

Ich erklärte ihr außerdem, dass ihre Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ähnelten. Ein traumatisierter Kriegsveteran sieht oft noch Jahre später hinter jedem Busch einen Feind, obwohl er längst wieder in seinem Heimatland ist. Auch hier ist das Unterbewusstsein noch in der Vergangenheit gefangen und sendet Warnsignale aus, um eine Wiederholung des Traumas zu verhindern.

Interessanterweise traten Julias Symptome meist vor dem Schlafengehen auf, obwohl der Überfall am helllichten Tag geschehen war. Ich erklärte es mir so: Im Schlafzimmer fühlen wir uns geborgen, aber zugleich verletzlicher. Im Schlaf sind wir besonders schutzlos – ähnlich wie Kinder in bedrohlichen Situationen. Vielleicht war dies der Grund, warum ihre Ängste gerade dann auftraten.

In der Heilsitzung konnte Julia diese alte Traumatisierung in einem geschützten Rahmen lösen und sich – mit meiner Unterstützung – selbst davon befreien.

Ich bat sie, mich eine Woche später anzurufen und mir zu berichten, wie es ihr ergangen sei. Als sie sich meldete, hörte ich schon an ihrer Stimme, dass es ihr gut ging.

„Ich bin überglücklich, Marco. Ich habe keine Angst mehr und schlafe sofort ein – wie ein Baby. Auch wenn ich allein bin. Ich muss keine Rituale mehr durchführen oder meine Wohnung nach dem vermeintlichen schwarzen Mann durchsuchen. Es ist ein großartiges Gefühl, endlich frei leben zu können. Vielen, vielen Dank!“

Bis heute ist Julia angstfrei.

Verflucht noch mal

Ein Fluch ist ein Spruch (gelegentlich auch mit einer zugehörigen Gestik verbunden), der ursprünglich auf ritualisierte („magische“) Weise einer Person oder einem Ort Unheil bringen soll. Zorn oder der Wunsch zu strafen oder sich zu rächen können ihn begründen. Wer wirksam verflucht wird, muss dabei weder anwesend sein noch von dem Fluch wissen. Quelle: Wikipedia

Fluch lösen – inneres Unterbewusstsein Fallgeschichte

Verflucht noch mal – Fluch lösen & Ursachen im Unterbewusstsein erkennen

Immer wieder höre ich von einigen meiner Klienten, dass sie glauben, von einer anderen Person verflucht worden zu sein. Oft stellt sich dann jedoch heraus, dass die Ursache etwas völlig anderes ist. Die meisten vermeintlichen Flüche haben einen Ursprung, den wir uns zunächst gar nicht vorstellen können.

Wenn der Fluch im Alltag spürbar wird

Ein junger Mann kam einmal zu mir – nennen wir ihn Henry. Henry erzählte, er sei überzeugt, von seiner Ex-Freundin verflucht worden zu sein. Seit einiger Zeit klappte nichts mehr, was er geschäftlich auf die Beine stellen wollte. Alles schien schiefzugehen. In seiner Not suchte er ein Medium auf. Dieses sagte ihm, dass er von einer Frau verflucht worden sei. Durch die Beschreibung des Mediums kam Henry darauf, dass es sich wohl um seine Ex-Freundin handeln müsse.

Das Medium empfahl ihm, mich aufzusuchen, um das Problem zu lösen. Als Erstes fiel mir an Henry auf, dass er ein sehr sympathischer Mensch mit einem großen Herzen war. Ich bat ihn, mir etwas über sein Leben zu erzählen. Henry berichtete, dass er schon als junger Mann eine eigene Firma hatte, die er zusammen mit seiner damaligen Freundin führte. Die Firma lief außerordentlich gut, und auch seine Beziehung beschrieb er als sehr glücklich.

Eines Tages jedoch eröffnete ihm seine Freundin unter unglücklichen Umständen, dass die Beziehung vorbei sei. Henry war von der Trennung völlig überwältigt. Durch seinen Kummer konnte er die Firma nicht mehr weiterführen, sie wurde aufgelöst, und beide gingen getrennte Wege.

Einige Jahre später lernte Henry eine neue Partnerin kennen, mit der er sehr glücklich war. Er entschied sich, erneut selbständig zu werden – doch das neue Geschäft wollte einfach nicht in Schwung kommen. Alles, was er für sich selbst aufbaute, scheiterte, während berufliche Tätigkeiten für andere reibungslos funktionierten.

Woher kommen diese Blockaden?

Nach dieser Beobachtung fragte ich ihn, ob er überhaupt an Flüche glaube. Eigentlich tat er das nicht – aber anders ließe sich seine Situation ja nicht erklären. Ich hatte bereits eine Ahnung, wollte aber, dass Henry selbst die Ursache erkennt.

Also begannen wir die Heilsitzung. Ich stellte mich hinter Henry, um die Energie in ihn fließen zu lassen. Henry ging in einen entspannten Zustand, und sein Unterbewusstsein kam auf Hochtouren.

Fluch lösen – Selbstbestimmung wiederfinden

Es zeigte ihm Bilder der alten Trennung – der damalige Schmerz wurde wieder sehr präsent. Als diese Erinnerungen ins Bewusstsein stiegen, konnte Henry endlich erkennen, was die wirkliche Ursache seines Problems war.

Mir wurde klar, dass das Unterbewusstsein ihn beschützen wollte. Die Trennung war ein Schock für Henry, ein Trauma, das sich tief in seinem Unterbewusstsein festgesetzt hatte. Beruflicher Erfolg für ihn selbst hätte in der Kombination mit seiner neuen Liebe das Risiko eines erneuten Verlustes signalisiert. Daher sabotierte sein Unterbewusstsein unbewusst seine eigenen Projekte, während er für andere weiterhin erfolgreich arbeiten konnte.

Die Ex-Freundin spielte also tatsächlich eine Rolle – aber nicht als rachsüchtige Verflucherin, sondern als Symbol der verdrängten, verletzten Gefühle, die Henrys Unterbewusstsein noch nicht verarbeitet hatte.

Während der Heilsitzung wurde sich Henry all dieser Zusammenhänge bewusst und konnte Frieden mit seiner Ex-Freundin schließen – etwas, das er damals selbst nicht geschafft hatte. Zwei Wochen später berichtete er mir überglücklich, dass er einen sehr vielversprechenden Auftrag erhalten hatte, der seine nächsten drei Jahre finanziell absicherte. Er wusste nicht, wie genau die Veränderung zustande kam, war aber dankbar.

Das Unterbewusstsein brauchte keine „Schutzmaßnahmen“ mehr, um Henry vor einem vermeintlichen Unglück zu bewahren – und so konnte er wieder wie früher erfolgreich eigene Projekte umsetzen.

Bei all meinen Klienten, die mit dem Verdacht eines Fluches zu mir kamen, stellte sich später heraus, dass es sich nicht um Flüche handelte, sondern um die Sabotageakte eines überbeschützenden Unterbewusstseins.