~ To help you regain the self-confidence and love you may have lost due to emotional upheavals.
~ To support you in releasing trauma, fear, and guilt, so you can live a free, healthy, and happy life.
~ To reconnect you with your lost inner child, allowing you to heal and experience unconditional love.
Marco Hennings was born in 1969 in Hamburg, Germany, and began his professional career as a chef. At the age of 16, he started his vocational training, but in the early 1990s, he suffered a severe burnout. This experience became a turning point in his life.
In search of healing and inner balance, Marco explored various alternative healing methods. During this journey, he discovered the art of Reiki (Reiki Do), which not only deeply impressed him but also helped him overcome his burnout. These positive experiences motivated him to learn Reiki himself, eventually becoming both a Reiki Master and Teacher.
Since his youth, Marco has also been fascinated by martial arts. For over three decades, he was active as a martial artist, achieving numerous successes. In 1992, for example, he became the Northern German Champion in semi-contact kickboxing. Later, he combined his martial arts experience with Reiki Do and in 2008 developed the Spirit-Fighter project—a heartfelt initiative that uses Reiki as a tool in violence prevention for difficult-to-reach and delinquent youth.
Today, Marco supports both young people and adults in developing love and recognition for themselves and others. His approach focuses on overcoming fear, guilt, anger, and violence.
Another formative stage in Marco’s life was his training as a spiritual healer under the renowned English healer Malcolm Southwood. Through this mentorship, Marco gained new insights and a deep understanding of the remarkable world of English spiritual healing. He now applies this knowledge to help people facing physical, psychological, or spiritual challenges.
Other mentors who have significantly influenced Marco’s path include: Robert Hovde, Laila Rocha, Hugh Smiley, Anthony Robbins, Frank Natale, Morris Crow, Pablo Russel, Wayne Dyer, Hunter Adams, Dr. Joe Dispenza, and The Scary Guy.
Marco conducts seminars in Reiki and English spiritual healing and delivers lectures on violence prevention and healing. He emphasizes clarity and groundedness in his teachings, avoiding unnecessary mystification. His work is characterized by a strong connection between spirituality and practical application.
Marco Hennings is a member of the DGH (German Association for Spiritual Healing).
Reiki bei Erkältungen – Unterstützung, Linderung & Energie
Eine häufig gestellte Frage in meinen Reiki-Kursen lautet: „Hilft Reiki bei Erkältungen oder kann es vor einer Grippe schützen?“
Nach meiner Erfahrung und Beobachtung wirkt Reiki hier äußerst wirksam. Es kann sowohl präventiv eingesetzt werden als auch in akuten Phasen einer Erkältung unterstützen. Seitdem ich Reiki praktiziere, erkranke ich deutlich seltener an Erkältungen oder Grippe als andere Menschen, die meist mindestens einmal pro Jahr betroffen sind. Sollte es mich doch einmal erwischen, erhole ich mich innerhalb weniger Tage vollkommen. Mein Umfeld ist oft erstaunt darüber, wie schnell ich mich – auch allgemein – von Krankheiten erhole.
Dieses Phänomen schreibe ich eindeutig der Kraft des Reiki zu. Auch viele meiner Klienten, Schüler oder andere Reiki-Praktizierende berichten, dass sie seit der Reiki-Praxis eine höhere Immunität feststellen oder dass Heilungsprozesse schneller ablaufen.
Wenn Klienten vor einer Reiki-Anwendung berichten, dass sie seit einiger Zeit eine Erkältung „mit sich herumtragen“, diese aber noch nicht ausgebrochen ist, passiert es häufig, dass die Erkältung nach der Reiki-Behandlung zunächst ausbricht. Meist erholen sich diese Klienten danach jedoch schneller, als sie es sonst von sich kennen.
Dieses Phänomen ähnelt einer sogenannten „erst Verschlimmerung“, die auch aus der Homöopathie bekannt ist: Zunächst zeigt sich eine Verschlimmerung der zu behandelnden Krankheit, bevor diese vollständig verschwindet. Ich rate meinen Schülern daher, ihre Klienten vor der Reiki-Anwendung darauf hinzuweisen, dass eine Erstverschlimmerung möglich ist.
Nicht nur bei verschleppten Erkältungen oder Grippe, sondern auch bei anderen Krankheiten – etwa Arthritis – kann eine solche Erstverschlimmerung auftreten. Ohne diese Information besteht die Gefahr, dass die Reiki-Anwendung als Auslöser des Problems wahrgenommen wird und der Klient die Schuld der Anwendung zuschreibt.
Tritt eine Erstverschlimmerung auf, empfiehlt es sich, einige Tage später eine weitere Reiki-Anwendung durchzuführen. Meiner Erfahrung nach hilft eine zusätzliche Anwendung, die Symptome zu lindern. Spätestens nach der vierten Anwendung verschwindet das Problem in der Regel oft vollständig.
Auch wenn Reiki natürlich keine medizinische Behandlung ersetzt, berichten viele Menschen, dass Energiearbeit den Hustenreiz und Halsschmerzen subjektiv lindern kann. Kombiniert mit klassischen Maßnahmen stärkt Reiki die innere Balance.
Allgemein kann ich persönlich sagen: Reiki hilft mir nicht nur, gesünder durchs Leben zu gehen, sondern auch, schneller zu heilen. Meine Einstellung zu Krankheiten hat sich verändert – ich denke positiver und bin glücklicher seit ich Reiki praktiziere.
Reiki unterstützt mich, entspannter und gelassener durchs Leben zu gehen, wodurch Stress nur wenig Platz in meinem Alltag hat. Mein Immunsystem ist stärker und kann Erkältungsviren leichter abwehren.
Reiki ist somit für mich ein wunderbares, einfaches Werkzeug, um die Gesundheit zu schützen und zu erhalten.
Ferneinweihungen im Reiki – Meine persönliche Haltung
Ein aktuell viel diskutiertes Thema in der Reiki-Szene ist das sogenannte Ferneinweihen – also die Einweihung in verschiedene Reiki-Grade, ohne dass ein Reiki-Lehrer persönlich anwesend ist.
Immer wieder werde ich gefragt, wie ich persönlich dazu stehe. Dieser Artikel ist meine ehrliche Antwort.
Ein Vergleich aus dem Kampfsport
Ich selbst war viele Jahre Kampfsportler und habe intensiv trainiert. Deshalb möchte ich mit einem Vergleich beginnen.
Vor einiger Zeit traf ich einen Kampfkünstler, der mir erzählte, er sei auch Reiki-Meister. Auf meine Frage, wer sein Lehrer gewesen sei, antwortete er, er habe alle Grade – bis hin zum Reiki-Lehrer – per Ferneinweihung über das Internet erhalten.
Die Einweihungszeremonie habe er als PDF-Datei per E-Mail bekommen. Er wisse genau, was zu tun sei, sagte er.
Ich fragte ihn daraufhin, wer mein Kampfsportmeister sei. Ich antwortete, ich hätte ein paar gute Bücher gelesen und sei nun bereit, als Schwarzgurt andere auszubilden.
Sein entsetzter Blick sprach Bände.
Natürlich meinte ich das nicht ernst. Ich wollte ihm lediglich verdeutlichen, wie absurd es wäre, im Kampfsport ohne persönliche Anleitung Lehrer werden zu wollen. Warum sollte das im Reiki anders sein?
Verantwortung beginnt dort, wo man Lehrer wird
Sobald man Schüler ausbildet, trägt man Verantwortung – in jeder Disziplin.
Im Kampfsport braucht es Jahre intensiven Trainings, bevor man unterrichten darf. Ohne Erfahrung könnte man Techniken falsch vermitteln oder sogar Verletzungen riskieren.
Und im Reiki?
Auch hier geht es nicht nur um Techniken, sondern um Begleitung, Erfahrung und energetisches Verständnis. Ein Lehrer sollte nicht nur wissen, was zu tun ist – sondern auch warum, wann und wie.
Ein reales Beispiel aus der Praxis
Vor einiger Zeit wurde mir folgende Geschichte zugetragen:
Eine junge Frau absolvierte ihren Reiki-Meistergrad bei einer Lehrerin, die selbst ausschließlich per Ferneinweihung ausgebildet worden war.
Die Schülerin hatte zuvor keinen einzigen Reiki-Grad erhalten. Ihr wurde geraten, alle drei Grade – den ersten, zweiten und dritten – an einem einzigen Tag zu absolvieren.
Kurz darauf fiel sie in ein tiefes seelisches Loch.
Als sie ihre Lehrerin um Hilfe bat, erhielt sie die Antwort: „Das ist dein Problem. Du bist jetzt Reiki-Meisterin.“
Mehr muss man dazu kaum sagen.
Warum Reiki in Grade unterteilt ist
Die Aufteilung in verschiedene Reiki-Grade hat einen Sinn.
Ein verantwortungsvoll ausgebildeter Lehrer weiß, dass sich das Energiesystem – insbesondere das Chakrensystem – schrittweise an neue Energien anpassen sollte.
Wäre das nicht notwendig, hätte man die Grade nie eingeführt. Dann könnte jeder Mensch sofort in den dritten Grad eingeweiht werden.
Doch die Erfahrung traditioneller Lehrer zeigt: Entwicklung braucht Zeit.
Mein eigentlicher Kritikpunkt
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand für sich selbst eine Reiki-Einweihung über das Internet erhält.
Wer für sich üben oder Reiki praktizieren möchte – bitte.
Problematisch wird es für mich dort, wo Menschen ohne fundierte Ausbildung selbst Lehrer werden wollen. Dort beginnt ein Bereich, den ich persönlich nicht mehr gutheißen kann.
Denn hier geht es nicht mehr nur um persönliche Spiritualität – sondern um Verantwortung gegenüber anderen.
Wenn Überzeugungen plötzlich flexibel werden
Was mich nachdenklich gemacht hat, war eine Entwicklung während der Corona-Zeit.
Viele etablierte und bekannte Reiki-Lehrer hatten jahrelang betont, dass Online-Reiki-Kurse oder Ferneinweihungen für sie ein absolutes No-Go seien. Sie sprachen von fehlender energetischer Präsenz, mangelnder Tiefe und Qualitätsverlust.
Und dann kam Corona.
Plötzlich waren Ferneinweihungen kein Problem mehr. Plötzlich funktionierten Reiki-Einweihungen auch über Zoom. Plötzlich war das, was vorher unmöglich schien, doch machbar.
Natürlich standen viele Selbstständige damals unter Druck. Seminare fielen aus, Einnahmen brachen weg. Anpassung war wirtschaftlich nachvollziehbar.
Aber genau hier stelle ich mir eine wichtige Frage: Wie stabil ist eine Überzeugung, wenn sie sich ändert, sobald es finanziell eng wird?
Für mich persönlich ist Integrität kein Modell, das man je nach äußeren Umständen austauscht. Wenn ich über Jahre öffentlich vertrete, dass etwas nicht dem Wesen von Reiki entspricht, dann sollte ich diese Haltung nicht aufgeben, nur weil sich die Rahmenbedingungen ändern.
Ich verurteile niemanden – aber ich habe für mich entschieden, diesen Lehrern den Rücken zu kehren.
Nicht aus Rebellion, sondern aus dem festen Bestreben, meiner inneren Überzeugung und der authentischen Reiki-Praxis treu zu bleiben.
Die Versuchung der schnellen Lösung
Wir leben in einer Zeit, in der alles schnell gehen soll.
Da wirkt es verlockend, sich eine Einweihung „nach Hause liefern“ zu lassen – fast wie eine Bestellung im Onlinehandel. Und oft ist es günstiger als ein Seminar.
Ein scheinbares Schnäppchen.
Doch Qualität entsteht nicht durch Geschwindigkeit.
Tradition und Verantwortung
Reiki hat eine lange Tradition, begründet von Mikao Usui.
Diese Tradition verdient Respekt.
Für mich bedeutet authentisches Reiki:
Lernen im direkten Austausch
Begleitung durch einen erfahrenen Lehrer
Zeit zur Integration
Verantwortung im Umgang mit Schülern
Ich habe den Anspruch, meinen Schülern nicht nur Techniken zu vermitteln, sondern auch meine persönlichen Erfahrungen weiterzugeben – inklusive Fallbeispielen aus der Praxis.
Mein Fazit
Reiki ist keine Ware. Kein Download-Produkt. Kein Dumpingartikel.
Es ist eine spirituelle Praxis mit Tiefe, Verantwortung und Geschichte.
Wer also wirkliche authentisches Reiki lernen möchte, sollte den Weg zu einem erfahrenen, real präsenten Lehrer suchen – und bereit sein, Zeit und Engagement zu investieren.
»Reiki ist für mich ein ideales Werkzeug, mit dem ich die Herzen von jungen Menschen schnell erreichen kann. Sie können durch Reiki lernen, sich selbst und andere Wertzuschätzen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und ihre Mitte zu finden»
Reiki in der Gewaltprävention – Innere Ruhe als Grundlage für Konfliktbewusstsein
Vor einigen Jahren bot ich gemeinsam mit einem Sozialarbeiter ein Reiki-Seminar zur Gewaltprävention für junge Insassen in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand (Niedersachsen) an. Nach einführenden Gesprächen über die Ursachen von Aggression und Angst führte ich die Teilnehmer dazu, sich gegenseitig Reiki zu geben. Diese Erfahrung, sich achtsam und wertschätzend zu berühren, stand im krassen Gegensatz zu der Umgebung und Erziehung, die viele der Jugendlichen erfahren hatten.
Nach Gesprächen mit den Insassen über die Ursachen von Aggression und über tieferliegende Ängste leitete ich die Teilnehmer dazu an, sich zuerst selbst und schließlich einander die Hände aufzulegen. Die Erfahrung, sich gegenseitig etwas Gutes zu tun und zu entspannen, war das Gegenteil von dem, wozu sie konditioniert worden waren.
Mein Reiki Meister sagte mir einmal: „Wer gelernt hat mit seinen Händen eine andere Person zu verletzen, sollte zum Ausgleich auch lernen mit den Händen zu Heilen. So erlangt man seine „Mitte“ zurück.“
Das ist nun 26 Jahre her und es stimmte was er damals zu mir sagte. Durch meine persönliche Erfahrungen mit Reiki erlangte ich als junger Mann meine Mitte zurück und wurde von einem aggressiven Jugendlichen, zu einer entspannten und liebevollen Persönlichkeit die erkennen durfte welche großartigen Potentiale in ihr steckten. Und ich freue mich, dass ich heute diesen Erfahrungsschatz an andere weitergeben darf.
Viele Jahre später, nachdem ich den Satz meines Reiki Lehrers zum ersten mal gehört hatte, überschlugen sich die Meldungen über Jugendgewalt in den Medien gerade mal wieder, und ich bekam die Möglichkeit mit jugendlichen Häftlingen in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand mit Reiki zu arbeiten.
Reiki im Gefängnis
Wer schon einmal ein Gefängnis gesehen hat, weiß wie es sich anfühlt, wenn man sich dem Eingang nähert. Die meisten Leute wollen einen solchen Ort so schnell wie möglich wieder verlassen. Hohe Zäune mit Stacheldraht, Wachtürme, verschlossene Tore, Kameras. Kein besonders einladender Anblick. Ich aber wollte da unbedingt hinein.
Man hört oft von Angeboten, die die Menschen durch Druck oder sogar Gewalt auf einen besseren Weg bringen sollen. Wie zum Beispiel Bootcamps in Amerika. Meine Idee war aber eine völlig andere, denn durch die persönlichen Erfahrungen, oder die meiner Schüler in meinen Reiki Seminaren wusste ich, dass Reiki einen Menschen auf viel sanftere Art positiv beeinflussen und zum Guten verändern kann.
Natürlich ist es eine gute und auch wichtige Sache einen jungen Menschen der vom Weg abgekommen ist, z.B durch ein Box-Trainingscamp klare Strukturen, Grenzen und Regeln anzubieten und zu vermitteln.
Meiner Meinung nach ist es aber genauso wichtig, dem Menschen dann nicht nur zu zeigen wie man einen Schlag richtig ausführt, sondern das man ihm ebenso aufzeigt, wie er mit seinen Händen einen anderen Menschen helfen kann. Oder sogar sich selbst.
Die Reiki Kunst ist dafür Ideal, denn sie ist für jeden leicht zu erlernen, ist sofort anwendbar und man erzielt sehr schnell positive Resultate.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass wütende Menschen unter extremer Anspannung stehen? Haben Sie schon einmal versucht wütend oder aggressiv zu sein wenn sie völlig entspannt waren? Natürlich nicht, oder? Denn das ist auch unmöglich. In einem entspannten Zustand sind wir gar nicht in der Lage wütend oder aggressiv sein.
Wie kommt das eigentlich?
Wut verbraucht eine Menge Lebensenergie – Liebe schenkt uns Lebensenergie
Zu wenig Energie bedeutet Anspannung – Ausreichend Energie bedeutet Entspannung.
Und genau an diesem Punkt setze ich mit der Reiki Energie und ihrer tiefenentspannenden und transformierenden Wirkung an.
Gemeinsam mit einem Sozialarbeiter leitete ich ein zweitägiges Reiki-Seminar zur Gewaltprävention
Mein Assistent und ich entwickelten zunächst ein Konzept für unser Vorhaben. Herr Tamm-Berg suchte für unser Projekt sechs geeignete Jugendliche im Alter von 17 bis 21 Jahren aus und bereitete alles weitere für einen reibungslosen Ablauf vor. Wir benötigten ca. 6 Wochen für unsere Vorbereitungen. Das Projekt sollte über zwei Tage gehen, in denen die Häftlinge von mir in den sogenannten 1.Reiki Grad eingeweiht werden sollten.
Die Haftleitung in Hahnöfersand war sehr hilfsbereit und unterstützte unsere Arbeit auf jede erdenkliche Weise. Wir durften die Sporthalle für diese zwei Tage ungestört benutzen und es wurden uns auch mehrere Wachleute zur Verfügung gestellt.
Am ersten Tag stellte ich mich den jungen Häftlingen vor und eröffnete ihnen was in den nächsten zwei Tagen auf sie zukommen sollte. Zuerst waren sie skeptisch, besonders nachdem Worte wie „Handauflegen“, gefallen waren. Aber nach einer Stunde hatten wir alle Fragen soweit geklärt, dass alle bei dem Projekt dabei sein wollten. Die Neugier war dann doch größer als die voran gegangene Skepsis.
Bevor wir loslegten, bat ich die Häftlinge mir ihre wichtigsten Wertvorstellungen aufzuschreiben. Das was ihnen am wichtigsten war an erster Stelle und dann das nächste darunter. Also z.B Familie, Erfolg, Liebe, Geld, etc. Danach sammelten wir die Zettel ein. Am Ende des Seminars befragten wir die Häftlinge dann erneut dazu. Wir wollten feststellen, ob und wenn was sich an den Wertvorstellungen der jungen Leute nach dem Reiki – Seminar verändert hatte.
In meinen normalen Reiki-Seminaren liegt der Schwerpunkt klar auf dem Thema „Reiki und Heilung“. Bei diesem Projekt lag der Schwerpunkt auf Reiki und unter anderem auch der Gewalt. Eine sehr reizvolle Kombination für mich, da ich neben meiner Reiki- Kunst auch seit über 25 Jahren Kampfsportarten wie Kung Fu, Boxen oder dem philipinischen Kali betrieb.
Somit stellte ich dann auch Fragen wie: Was meint ihr, ist der Grund dafür, warum sich Menschen schlagen? Wurdest du schon mal geschlagen? Hast du dich schon mal andere geschlagen? Wie hast du dich dabei bzw. danach gefühlt? Als du gewonnen oder als du verloren hast?
Sehr spannend war dann zum Beispiel zu erfahren, dass sich die Häftlinge sehr bald einig waren, dass Menschen sich wohl aus Angst voreinander Gewalt antun. Ihnen wurde immer klarer, dass Angst ein großer Motivator für Gewalt ist. Dass es nicht nur Täter und Opfer gibt, sondern eigentlich beide dabei Opfer sind. Opfer ihrer Angst, die hinter ihrer Tat steht. Interessant nicht wahr…?!
Als die Jungs dann ihre ersten Reiki Übungen mit der Eigenbehandlung und den Handpositionen bei sich selbst ausprobierten, war auch endgültig das letzte Eis zwischen uns gebrochen.
Förderung von innerer Ruhe und Empathie
Nach der gegenseitigen Behandlung im Sitzen fragte ich sie, wie sie sich jetzt fühlten und bekam Antworten wie: Es war sehr entspannend; Ich habe mich wohl gefühlt; Die Probleme sind irgendwie von mir weggerückt; Irgendwie leichter…; Ich fühle mich seltsam aber angenehm seltsam; Komisch kann es nicht beschreiben, aber es war okay.
Kann das sein, dass ich ein Kribbeln am Kopf gespürt habe? ; Vorhin war ich noch wütend auf einen Wachmann, aber das ist jetzt vorbei; Man vergisst echt kurzzeitig, dass man im Knast ist…
Ein entspanntes und harmonisches Miteinander beherrschte das Bild.
Hilfe wird gerne angenommen.
Sehr bald merkte auch ich dann gar nicht mehr, dass ich in einem Gefängnis war und „Häftlingen“ Reiki beibrachte. Ab diesen Zeitpunkt waren es für mich nur noch einfache „Jungs“. Wieder einmal mehr demonstrierte mir Reiki seine wunderbare Kraft der Liebe. Ich sah nur noch die Menschen, nicht mehr die Häftlinge. Auch die verschiedenen Wachleute und mein Assistent waren sehr erstaunt darüber, was sich vor ihren Augen abspielte. Die Jungs arbeiteten leise und konzentriert miteinander. Sie hörten aufmerksam zu. Ein entspanntes und harmonisches Miteinander beherrschte die ganze Zeit über das Bild. So etwas kam nicht oft vor.
Jeder arbeitet mit jeden. Es gibt keine „Rang“ Unterschiede mehr!
Bewussterer Umgang mit Konflikten
Am zweiten Tag vor dem zweiten Seminarteil setzten wir uns mit den Jungs für zwei Stunden zusammen und besprachen ihre Eindrücke des vorangegangen Tages. Wir sprachen über Reiki aber auch über Themen wie Respekt. Was bedeutet Respekt eigentlich für euch. Respektiert ihr euch eigentlich auch selbst? Von allen sechs Probanden kam ein klares Nein zu dieser Frage…
Der zweite Seminarteil bestand erst einmal aus Wiederholungen der Eigenbehandlung und dann Wiederholung der Behandlung im Sitzen mit anderen Partnern. Die Reiki Kraft wurde von den Teilnehmern am zweiten Tag stärker wahrgenommen und der Ablauf der Positionen war für die Jungs vertrauter.
Später lernten sie dann die Behandlung bei einer Person im Liegen. Auch hier waren alle wieder sehr konzentriert bei der Sache. Die Reiki Einweihungen hielt ich übrigens in einem kleinen separaten Geräteraum ab, der zwar ungemütlich war, aber kein Problem darstellte, weil sich die Jungs trotzdem bei den Einweihungen wohl fühlten. Auch hier war erstaunlich, wie Respektvoll sie sich mir gegenüber verhielten und wie dankbar sie die Einweihung annahmen.
Achtsamkeit und vollkommen respektvoll miteinander!
Stärkung des Selbstwertgefühls & Verbesserung der emotionalen Selbstkontrolle
Nach dem Seminar erhielten dann alle noch mal den besagten „Werte Zettel“. Bei einigen hatte sich in der Wertung tatsächlich etwas verändert. Zum Beispiel waren neue Werte dazu gekommen wie: „Anderen Menschen helfen“ und „Dankbarkeit“. Werte wie „Geld“ waren auf den untersten Plätzen gelandet oder sogar ganz verschwunden.
Auch ich war sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung mit den Jugendlichen machen durfte. Mein Fazit: Jugendliche die gewalttätig werden, haben es meist in ihrem Leben so erlernt und sie haben nie liebevolle Vorbilder gehabt. Sie sind teilweise durch eigene Misshandlungen traumatisiert worden und geben das aus Angst entstandene Leid nun an andere weiter. Es entsteht ein Teufelskreis der Gewalt. Gruppenzwang und Eigendynamik tragen dann ihr zusätzliches dazu bei. Aus solch einem Teufelskreis kann sich ein jugendlicher Mensch nur schwer selbst wieder herausziehen.
Mit Reiki habe ich ein Werkzeug, mit dem ich die Herzen dieser jungen Menschen erreichen kann. Mit Reiki lernen sie sich selbst wert- zu- schätzen, „Selbstvertrauen“ aufzubauen und ihre „Mitte“ zu finden. Durch diese vorher noch nie gemachte Erfahrung lernen sie dann auch andere wert- zu- schätzen. Sie lernen über das Handauflegen, dass sie anderen Menschen etwas Gutes tun können. Nur wer sich selbst liebt, kann auch anderen Menschen Liebe geben.
Den 1. Reiki‑Grad mit Bravour bestanden! Stolz und Freude bei allen Teilnehmern.
Meiner Meinung nach hat Reiki in der Gewaltprävention eine große Zukunft. Eines Tages könnte es vielleicht völlig normal sein, dass Reiki im Strafvollzug angewendet wird. Ebenso aber auch in allen Bereichen, die sich mit Gewaltprävention befassen. Das Interesse auf Seiten der Leitung von Hahnöfersand war auf jeden Fall sehr viel versprechend. Es könnte also der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Ich würde mich darüber freuen, wenn mein Beispiel Schule machen würde.
Danken möchte ich meinem Assistenten Dietmar Tamm-Berg und der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand, die durch ihre Mithilfe das Projekt erst möglich gemacht haben.
Anmerkung: Alle Fotos wurden mit dem Einverständnis der Häftlinge veröffentlicht. Zum Schutz der Jugendlichen wurden ihre Gesichter unkenntlich gemacht.
„Übrigens: Ich freue mich immer über neue Verbündete, die in der Gewaltprävention tätig sind und offen für ungewöhnliche Wege und Möglichkeiten sind. Sollten auch Sie Interesse an meiner Arbeit haben oder wünschen, dass ich in Ihre Einrichtung komme, dann setzen Sie sich gerne mit mir in Verbindung.“